Oliver Eller, Geschäftsführender Direktor des Hotels Adlon
Schlichte Fassade, exquisites Interieur – das Adlon gehört zu Berlin wie das Brandenburger Tor und der Reichstag. "Unser Haus ist eine lebende Legende", betont Oliver Eller, 46, Geschäftsführender Direktor des Fünf-Sterne-Hotels, das 1997 eröffnet wurde. Es steht in der Tradition des gleichnamigen Hotels, das 1907 erbaut wurde, aber 1945 gegen Kriegsende ausbrannte und abgerissen wurde. 382 Zimmer stehen heute zur Verfügung, eines davon ist allerdings das ganze Jahr über reserviert: In der ersten Etage hat der Hausherr sein Büro. "Von der Essenz des puren Luxus", wie es die Adlon-Werbung verheißt, ist dort nichts zu spüren. Es wirkt wie ein Zimmer der Drei-Sterne-Kategorie – bescheiden, aber funktionell. "Ich muss mich nicht über Luxus definieren", sagt Eller. Seit August 2010 leitet der gebürtige Bielefelder das Adlon, gleichzeitig ist er Deutschland-Direktor der Hotelgruppe Kempinski und damit für insgesamt zehn Edelherbergen zuständig. Vor seinem Umzug ins Adlon arbeitete er elf Jahre lang für die Hotelgruppe Ritz-Carlton, zuletzt im "Ritz" in Moskau. Seine Ausbildung zum Hotelkaufmann absolvierte er im Maritim-Hotel in Bad Salzuflen. Mit "all inclusive" beschreibt der Hoteldirektor sein Refugium aus dunklen Schrankwänden mit integrierter Minibar, Bad und Toilette. "Nur das Bett habe ich entfernt", verrät Eller. In den Regalen stehen neben Fachbüchern eine Kaffeemaschine samt weißem Geschirr, Souvenirs und Gastgeschenke. An der Wand hinter dem Schreibtisch hängt ein Werk des in Saint-Tropez lebenden Künstlers Stefan Szczesny. Eine goldgerahmte Auszeichnung adelt Eller zum "Hotelmanager des Jahres 2013". Gleich daneben hat sich seine Tochter Lisa Marleen künstlerisch verewigt. "Landschaft mit Papa im Auto" nennt sie ihre Buntstiftzeichnung. "Kein Wunder", sagt Eller, "sie hat mich auf meinen Reisen ja oft genug begleitet."
(Text: Ulrich Groothuis)