Erich Staake, Vorstandsvorsitzender der Hafengesellschaft Duisport
So stürmisch wie auf den Bildern von Sabine Breit geht es im Duisburger Hafen und am Rhein eher selten zu: Die Freizeitkünstlerin und ehemalige Chefsekretärin von Erich Staake, 59, dem Chef des Hafenbetreibers Duisport, malte zwei wildbewegte Wasserlandschaften mit heftigem Wellengang und einem Himmel, wo gewaltige Cumulonimbuswolken und ein orangefarbener Horizont von aufziehenden Gewittern künden. Die beiden dramatischen Szenen zieren die Stirnseiten in Staakes Büro in der dritten Etage der Duisport-Zentrale im Duisburger Stadtteil Ruhrort. "Die Bilder symbolisieren sehr schön die Dynamik unseres Unternehmens", findet Staake, der seit inzwischen 15 Jahren den größten Binnenhafen der Welt leitet und in dieser Zeit unter anderem das frühere Krupp-Hüttenwerk Rheinhausen in den Logport integriert hat. In der Zeit hat sich der Hafen von einem klassischen Umschlagplatz für Stahl und Kohle zu einer internationalen Logistikdrehscheibe und "Wertschöpfungsplattform" entwickelt, wo im zurückliegenden Geschäftsjahr 63,3 Millionen Tonnen Güter umgeschlagen wurden.
Das klassische Hafengeschäft mit Schiff, Bahn und Laster macht heute nicht einmal mehr die Hälfte des Umsatzes von knapp 150 Millionen Euro aus. Aber es ist der Teil des Geschäfts, den Staake von seinem schwarzen Ledersessel aus vor Augen hat: Die breite Fensterfront gibt den Blick frei auf den Vincke-Kanal, durch den geschätzt alle 20 Minuten ein Schiff in den Südhafen einläuft oder diesen wieder Richtung Rhein verlässt. Noch besser lässt sich der Schiffsverkehr vom Balkon, pardon: von der Brücke, verfolgen, die sich über die Fensterfront hinzieht. Nur wenige persönliche Dinge bewahrt Staake in seinem Büro auf. Unter anderem einen Jutesack, der ihm zum Aktentransport dient – und eine alte Grubenlampe aus den Beständen der Preussag. Dort hatte der Diplom-Kaufmann einst seine Karriere begonnen.
(Text: Franz Rother)