Axel Stirl, Vorstandsvorsitzender des Briefzustellers Pin Mail
Der Fußball auf dem Schrankregal ist Axel Stirl, 47, wichtig. „Er dient dem Konzentrationsaufbau“, sagt der Vorstandschef des Briefzustellers Pin Mail. „Ab und zu schmeiße ich den gegen die Wand“ – auch um sich abzureagieren. Zum Glück komme das immer seltener vor, sagt Stirl. Die Geschäfte liefen zunehmend besser. Seit 2006 leitet der promovierte Betriebswirt und frühere Diplom-Handelslehrer das Berliner Unternehmen, einen der größten Wettbewerber der Deutschen Post auf dem Briefmarkt. Früher hat Stirl selbst einmal für die Deutsche Post gearbeitet. Die Hauptstadt ist sein Revier. Knapp 1100 Mitarbeiter beschäftigt Pin Mail, sie stellen Briefe bis 1000 Gramm zu, 2011 setzte das Unternehmen mehr als 40 Millionen Euro um. Dieses Jahr will Stirl die Erlöse verbessern – bei deutlich positivem operativem Betriebsergebnis (Ebit). 350 grüne Briefkästen stehen inzwischen in Berlin – an markanten Plätzen und in Filialen der Handelskette Kaiser’s. Einer schmückt symbolhaft das Chefbüro.
In Zukunft will der Pin-Chef bundesweit expandieren. Zusammen mit Partnerunternehmen deckt er bereits 75 Prozent der Republik mit eigenen Zustellern ab. Dazu haben sich die Firmen in der Mail Alliance zusammengeschlossen. Die Briefe erreichen nach spätestens zwei Tagen ihren Empfänger. Der grüne Bär auf Stirls Schreibtisch steht stellvertretend für eine Reihe mannshoher „Buddy Bears“, die als Kunstobjekte und Friedensbotschafter durch die Metropolen der Welt reisen. Das Wohlfahrtsprojekt geht auf den Unternehmer Klaus Herlitz zurück, der Stirl 2006 bat, „Buddy Bears“ auf die Briefmarken von Pin zu drucken. „Das war ein Wendepunkt im Image der Pin Mail“, sagt Stirl. Die neuen Marken seien ein Zeichen dafür, dass sein Unternehmen den Ruf des Billiganbieters endgültig abgelegt habe.