Sigmund Gottlieb, Chefredakteur des Bayerischen Fernsehens
Nur rund ein Viertel seiner Arbeitszeit verbringt Sigmund Gottlieb im Büro. Doch die wenigen Stunden sind wichtig für den Medienmanager, denn hier holt er sich neue Ideen. "Der Ausblick ist unheimlich inspirierend", sagt Gottlieb. Vom Schreibtisch aus überblickt er eine bezaubernde Parklandschaft. "Im Sommer das satte Grün, im Herbst das Gelb und Rot der Blätter und im Winter der Schnee." Das zum Bayerischen Rundfunk (BR) gehörende Bayerische Fernsehen residiert in einem weitläufigen Garten aus Wiesen, alten Bäumen und Blumenbeeten im Münchner Norden. Sendungen wie das "Mittagsmagazin", "Plusminus" und "Report München" entstehen hier.
Inspiration kann Gottlieb brauchen. Der Bayerische Rundfunk hat Großes vor: Die drei Ausspielwege, wie Gottlieb sie nennt – Fernsehen, Hörfunk und Internet –, sollen viel enger zusammenrücken. Eine sogenannte trimediale Strategie haben die Bayern entwickelt. "Die Kolleginnen und Kollegen aus den Hörfunk-, TV- und Online-Redaktionen sitzen dann anders als in der Vergangenheit zusammen und planen und recherchieren gemeinsam", sagt Gottlieb. Ziel sei es, eine höhere Qualität zu erreichen. Im Internet wollen die Bayern vor allem jüngeres Publikum begeistern.
Kooperationen sind dabei wichtig. Seit Kurzem produziert der BR mit der WirtschaftsWoche eine Film-Reihe, in der die 20 dringendsten Fragen zu Euro und Europa beantwortet werden. Während des Oktobers läuft die Reihe täglich in der Nachrichtensendung "Rundschau-Magazin" des BR. Von einem "Bündnis der Qualitätsmedien" und einem "Zukunftsmodell für öffentlich-rechtliche Medien" spricht Gottlieb. Dass die Zusammenarbeit über den Oktober hinaus fortbesteht, kann Gottlieb sich vorstellen. Themen könnten Energie- oder Gesundheitspolitik sein.
(Text: Mathias Kamp)