Claudia Krause, Geschäftsführerin des Schulranzenherstellers Thorka
Manchmal wird ihr Büro zum Klassenzimmer. Dann dreht Claudia Krause, 46, ein paar Runden und testet selbst, wie sich ihr neuester Tornister tragen lässt. Leicht muss er sein, trendy und die genormten Sicherheitsvorschriften erfüllen. Der Schulranzen sei ein "Stück deutsches Kulturgut", sagt die Geschäftsführerin des Ranzen- und Rucksackherstellers Thorka, der vor allem durch die Marke McNeill bekannt wurde. Nicht nur am Stammsitz in Hainburg bei Frankfurt produziert das Unternehmen, sondern auch im brandenburgischen Eberswalde. 20 Millionen Euro setzte Thorka im vergangenen Jahr mit den Marken McNeill, Take it easy und Ceevee um. "Die Kids wissen genau, was sie wollen", sagt die Managerin, die den 1963 gegründeten Handwerksbetrieb zu einem der führenden deutschen Anbieter von Schulaccessoires entwickelt hat. Heute beschäftigt sie 175 Mitarbeiter, gut die Hälfte davon arbeitet in der hessischen Zentrale. "Hier ist es so aufgeräumt wie früher in meiner Schultasche", vergleicht sie das "überschaubare Chaos" auf dem Schreibtisch, der eigens für sie angefertigt wurde. Gut verteilt liegen auf dem sichelförmigen Unikat Tagespost, Zeitungen und Skizzen von künftigen Schultaschen. "Krause Ordnung", nennt sie die Ansammlung entwaffnend. In den Apothekerkästchen auf der Fensterbank hat die Geschäftsführerin ihre Muster- und Datensammlung archiviert. Sie werden von Don Quijote und einem Berliner Bären bewacht, zwei Figuren aus Meißner Porzellan. Die Pinnwand ist gespickt mit Terminzetteln und Buntstiftzeichnungen ihrer Patenkinder Felix und Louis. Außerdem hängen an den Bürowänden Drucke mit Golf-Motiven. "Mein Hobby", verrät Krause. Ein gerahmtes Werbeplakat mit dem Konterfei eines Yorkshire Terriers namens McNeill darf in der Sammlung nicht fehlen. Krauses Familienhund sprang einst bei einem Fotoshooting ins Bild, prompt kreierte das Unternehmen die Marke McNeill.
(Text: Ulrich Groothuis)