Harald Glööckler, Modedesigner und Unternehmer
Spiegel, Spiegel, Spiegel – Harald Glööckler, 47, liebt die Konfrontation mit seinem Konterfei. Durchgestylt von Kopf bis zu den Zehen – "alles muss 100-prozentig stimmen", lautet das Credo des Modemachers, Eigners und Geschäftsführers des Unternehmens Harald Glööckler International. Über 1200 Quadratmeter erstreckt sich sein Reich auf zwei oberen Etagen eines modernen, aber unscheinbaren Geschäftshauses in Berlins Prachtstraße Unter den Linden. Knapp 30 Quadratmeter sind für das Chefbüro reserviert. Begonnen hat Glööcklers Karriere in Stuttgart. Dort eröffnete das Enfant terrible der Modebranche 1987 zusammen mit seinem Lebensgefährten, dem Herrenschneider und Manager Dieter Schroth, 64, seine erste Boutique, einen Jeansladen. Damals schrieb Glööckler sich noch mit einem ö, so lautet sein Geburtsname. Heute verkauft er die Kleider seines Modelabels „Pompöös“ im Shoppingsender QVC, aber auch der Discounter Lidl, die Baumarktkette Bauhaus oder der Modefilialist Bonprix schmücken sich mit Glööckler-Kreationen, zu denen mittlerweile auch Schmuck, Pralinen, Tapeten und Fliesen zählen – und neuerdings sogar Entwürfe für Villen. Im Glööckler-Stil präsentiert sich auch sein silberbeschlagener Schreibtisch. Rund 400 selbstgemalte Bilder hängen in den angrenzenden Gemächern und Fluren des Modedesigners. Zusammen mit Kristalllüstern, schneeweißen Ledergarnituren und goldgeflügelten Sesseln dokumentieren sie Glööcklers Welt. Zu ihr gehört auch ein blütenweißes Klavier an dessen Seite sich ein meterlanger, mit Porzellan bestückter Esstisch ausdehnt. Jedes Wohnaccessoire, sogar der Porzellan-Gepard, ist punktgenau ausgerichtet. Nur einer hat an Glööcklers Hof Narrenfreiheit – Billy King, sein Hund. Der Papillon scheint sich seiner Abstammung bewusst zu sein, waren seine Vorfahren doch einst die Lieblingstiere am französischen und spanischen Königshaus.
(Text: Ulrich Groothuis)