Olivier Harnisch, Hilton-Geschäftsführer für Nord- und Zentraleuropa
Das Ambiente ruft nicht unbedingt Assoziationen zum Produkt hervor: Im Gegenteil, das kleine, eher spartanisch eingerichtete Kontor im Frankfurter Bürostadtteil Niederrad ist das möblierte Kontrastprogramm zum Luxus der Hotelkette Hilton, für die Olivier Harnisch seit 1999 arbeitet und für die er seit Anfang 2011 das Nord- und Zentraleuropageschäft verantwortet. Weiße Wände, deckenhohe Fenster zum Flur und nach draußen, blauer Teppich, zwei Sideboards und ein Schreibtisch aus hellem Holz, zwei schwarze Bürostühle und ein silberner Deckenfluter – das war’s. Persönliche Dinge sind erst auf den zweiten Blick zu entdecken: ein Familienfoto mit Ehefrau Anna und den Kindern Caroline und Frederic, ein Mousepad mit dem Bild der zwölf und acht Jahre alten Sprösslinge, Kinderzeichnungen und Fotos von früheren Meetings. "Ich lege nur geringen Wert auf Statussymbole und habe mich darum ganz bewusst für das kleinste Büro entschieden", sagt der 45 Jahre alte Hotelmanager. Die Bescheidenheit hat auch praktische Gründe: "Ich verbringe ohnehin nur drei bis vier Tage im Monat in meinem Büro, die übrige Zeit bin ich unterwegs", sagt Harnisch. Seine Karriere verlief so wie die vieler Hotelmanager: Nach einer Kellnerausbildung in der Hotelfachschule folgte 1986 die erste Anstellung im berühmten Negresco in Nizza. Seitdem hat der in Marokko geborene Deutsch-Franzose – sein Vater war französischer Entwicklungshelfer, seine Mutter Deutsche – in Hotels auf vier Kontinenten gearbeitet. In Edinburgh, New York und an der Cornell University hat er studiert. Und inzwischen ist der sechssprachige Kosmopolit – er spricht neben Deutsch und Französisch auch Englisch, Italienisch, Spanisch und Indonesisch – mit 60 Mitarbeitern für 27 Hotels der Marken Hilton, Hilton Garden Inn, Hampton by Hilton und Doubletree in acht europäischen Ländern zuständig.
(Text: Hans-Jürgen Klesse)