Jérôme Philipon, Direktor des Champagnerhauses Bollinger
Der Schatz liegt in fünf Kilometer langen Kellergewölben. Dort vergären die Weine bis zu acht Jahre lang. Im Büro darüber wacht Jérôme Philipon, 50, seit 2007 Direktor des Champagnerhauses Bollinger und der erste Chef, der nicht aus der Familie kommt. Vier gerahmte Fotos an der Wand zeigen Kate Middleton, wie sie im Februar 2011 mit einer Flasche Bollinger ein Rettungsboot der englischen Küstenwache tauft. „Das war ihr erster offizieller Auftritt, noch vor der Hochzeit mit Prinz William“, sagt Philipon.
Seit 1843 ist Bollinger Hoflieferant des englischen Königshauses. Auch ein Hinweis auf den bekanntestes Geheimagenten ihrer Majestät, auf James Bond, darf im Traditionshaus im französischen Ay, rund 150 Kilometer östlich von Paris, nicht fehlen. Die Geschenkbox auf der Anrichte öffnet sich erst, wenn der Zahlencode 007 eingegeben wird. Die Box wurde zum Kinostart des Bondfilms „Skyfall“ auf den Markt gebracht und enthält eine Flasche Bollinger La Grande Année 2002. 2002 war der beste Jahrgang der vergangenen Dekade. England ist bis heute der wichtigste Markt für Bollinger, noch vor den USA, Frankreich, Japan, Australien und Italien. China sei stark im Kommen, sagt Philipon. „Luxus verkauft sich gut, selbst in Frankreich, wo die wirtschaftliche Lage derzeit nicht zum Feiern ist“, sagt der Champagnerdirektor. Trotz Krise verzeichnete Bollinger 2011 und 2012 Rekorde sowohl beim Produktionsvolumen als auch bei den Umsätzen. „2013 hat sehr gut begonnen. Der große Vorteil von Champagner ist, dass man ihn nicht über Jahre liegen lässt. Das“, so Philipon, „garantiert steten Absatz.“