Chefs à la Stromberg: "Niemand gibt zu, Schleimer zu mögen"

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InterviewChefs à la Stromberg: "Niemand gibt zu, Schleimer zu mögen"

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Malcolm Schauf

von Kristin Schmidt

Zum Kinostart erläutert Coach und Hochschuldozent Malcolm Schauf, wie viel Stromberg wirklich in deutschen Büros steckt und warum Menschen Schleimer mögen.

WirtschaftsWoche: Herr Schauf, gibt es Strombergs in deutschen Chefetagen?

Schauf: Ja, klar. Strombergs gibt es in fast jeder Firma. Je höher sie es in der Hierarchie eines Unternehmens schaffen, umso mehr von ihrer Sorte gibt es dort.

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Wie meinen Sie das?

Es gibt Unternehmen da gehören Mobbing und Intrigen zur Kultur. Der Chef lebt das vor und zieht sich kleine Strombergs heran. Sie merken, der Chef lacht, wenn sie Witze über Andere machen. Er lobt rücksichtslose Vorgesetzte, die vor allem austeilen. Am Ende steht vielleicht sogar eine Beförderung. Das merken sich die Mitarbeiter und passen sich an.

Aber ist so eine Unternehmenskultur nicht zum Scheitern verurteilt?

Nicht unbedingt. Dass dies immer so sein muss, ist ein Irrglaube von all den Gutmenschen. Es gibt wünschenswerte Unternehmenskulturen und es gibt die Realität. Ich kenne eine Unternehmensberatung, da arbeiten ausschließlich diese unsympathischen, karrierefixierten Menschen. Aber die kommen gut miteinander klar. Mit Blick auf den demografischen Wandel muss man aber schon sagen, dass langfristig die Unternehmen mit der Wohlfühlkultur besser an Fachkräfte kommen werden. Sie sind auch signifikant erfolgreicher, was im Umkehrschluss aber eben nicht heißt, dass ,,Stromberg-Kulturen" nicht auch erfolgreich sein können.

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Bjarne Mädel als Berthold "Ernie" und Christoph Maria Herbst als Bernd Stromberg Quelle: dpa

Woran sieht man das?

Naja, Stromberg ist ja so populär, weil die Menschen sich damit identifizieren. Jeder kennt solche Chefs oder Kollegen. Es gibt sie in den meisten Firmen. Und in der Realität sind sie vielleicht sogar noch schlimmer als im Film.

Noch schlimmer?

Ja. Mobbing läuft in Wirklichkeit zwar subtiler ab, aber ist deswegen ja nicht weniger gemein. Ganz im Gegenteil. Die Kollegen und Vorgesetzten lachen einem ins Gesicht und hinten rum lästern sie, sägen vielleicht sogar am Stuhl des Anderen. Da kann man sich nicht mal wehren.

Muss man also ein Ekel sein, um Karriere zu machen?

Man muss nicht. Aber man kann. Ob man sollte, ist eine andere Frage. Im „richtigen“ Unternehmen kann diese Ekel-Mentalität nützlich sein. In anderen Unternehmen möglicherweise hinderlich.

Welche Eigenschaften von Stromberg sind hilfreich, um aufzusteigen?

Seine Schlagfertigkeit. Die fehlt den meisten.

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