_

Coachingbedarf: Ahnungslose Führungskräfte

75 Prozent der Unternehmer trauen ihren eigenen Managern nichts zu. Für 2012 rechnen sie mit wenig Wachstum: Weil ihnen kompetente Leute fehlen, setzen sie ihre Pläne nicht um.

Verzweifelt angesichts der großen Arbeitsbelastung sitzt eine junge Frau am 08.09.1999 vor ihrem Computer an ihrem mit Aktenordnern überhäuften Schreibtisch Quelle: dpa
Unternehmer glauben nicht an ihre Manager - und verzichten deshalb auf zukunftsträchtige Innovationen. Quelle: dpa

75 Prozent der Unternehmer - weltweit - bezweifeln, dass ihre Führungsteams den notwendigen Kompetenzmix besitzen, um im Jahr 2012 für ihre Unternehmen Wachstum zu erwirtschaften. Das hat eine Umfrage des amerikanischen Korn/Ferry Institutes ergeben „Da sich die Weltwirtschaft stabilisiert, wird es für Unternehmen zunehmend wichtig, die Tauglichkeit ihrer Führungs- und Talentstrategien zur Unterstützung ihrer Geschäftsstrategien auf den Prüfstand zu stellen“, sagt Ana Dutra, CEO und Senior Partner von Korn/Ferry Leadership and Talent Consulting. „Verfügen Organisationen über die richtigen Führungskräfte in den richtigen Positionen? Sind diese Organisationen auf die Zukunft ausgerichtet und identifizieren und entwickeln sie konsequent ihre Führungskräfte von morgen?" Das seien die strategischen Fragen in den Chefetagen.

Anzeige

Ohne Kompetenz kein Fortschritt

Werner Marnette "Führungskräfte werden nicht nach Qualifikation ausgesucht"

Der frühere Manager und Politiker Werner Marnette über seinen Führungsstil und die Verlockungen der Macht.

Werner Marnette: "Führungskräfte werden nicht nach Qualifikation ausgesucht"

Leider zeigt die Umfrage, dass es bei den Kompetenzen der Führungskräfte noch viel zu tun gibt - so denken jedenfalls deren Arbeitgeber. Wenn die Manager nichts taugen, kommt das Unternehmen nicht voran: Auf die Frage, ob der Mangel an internem Talent zu einer Verschiebung oder völligen Aufgabe von Vorhaben in den letzten zwei Jahren geführt hat, antworteten 73 Prozent mit Ja. Fusionen und Akquisitionen haben sechs Prozent abgeblasen, weil sie keine kompetenten Kräfte im Haus haben, die das Kind schaukeln könnten. Auch sechs Prozent der Produktentwicklungen werden nicht realisiert, weil es an kompetenten Köpfen fehlt. Bei Markterschließungen setzen elf Prozent ihre Pläne nicht um, bei allgemeinen Initiativen geben 32 Prozent auf.

Unternehmen setzen auf Coachings

Führungskräfte High Potentials händeringend gesucht

Unternehmen im deutschsprachigen Raum reißen sich um überdurchschnittlich qualifizierte Absolventen. Doch die, die sie kriegen können, leiden an Selbstüberschätzung.

Führungskräfte: High Potentials dringend gesucht

In der Umfrage gaben 52 Prozent der befragten Top-Manager an, dass ihre Unternehmen nach neuen Talenten suchen und sich verstärkt um Coachings ihrer Führungskräfte kümmern müssen. Etwa 23 Prozent gehen noch weiter und geben an, dass ihre Unternehmen eine überarbeitete Talententwicklung von Führungskräften benötigen. 45 Prozent der Befragten wollen ihren eigenen Leuten noch mal eine Chance geben und die eigenen Mitarbeiter schulen. Sie wollen in den eigenen Reihen - und zwar auf allen Hierarchieebenen - nach kompetenten Leuten suchen. Weitere 40 Prozent sagen zwar, dass ihre Unternehmen Entwicklungsbereiche für Mitarbeiter haben, sich aber nicht konsequent genug darum kümmern, die Rohdiamanten zu finden und zu schleifen.

2 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 12.04.2012, 22:54 UhrHeinemann

    Interessant aber, zumindest partiell, bekannt.
    Ein bekanntes mit seit Jahrzehnten vielen Binsenweisheiten unterlegtes Phänomen (...ein Fisch fängt am Kopf an zu stinken...etc.).
    In unserem Unternehmen haben die Inhaber gehandelt und durch eine gezielte Indiskretion wurde bekannt wie. Ich kann natürlich nicht sagen warum, aber unsere GF trat anschl. deutlich anders auf. Hier der entsprechende Link: http://www.seneca-vision.de/impulsgespraeche.html
    Beste Grüße
    Britta Heinemann

  • 11.04.2012, 16:07 Uhrmarcus

    Guten Tag liebes WIWO Team,
    mit Interesse und auch einem grossen Schmunzeln habe ich diesen Bericht gelesen. Was für eine teuere Studie über einen Vorgang, der eigentlich über weite Teile gewahr sein müsste. Seit Jahren werden Manager nach Stromlinie und Pflegeleichtigkeit ausgesucht. In der Unsicherheit von eigenen zu vertretenden Entscheidungen kommen dass Aspekte wie sensationelle Abschlüsse oder ähnliches zum Vorschein. Selten wird nach Erfahrungen in schwierigen Situationen gefragt oder mindestens einem sensationellem Scheitern. Ist es ein Wunder dann nur Manager ohne eigene Entscheidungsfähigkeit ind den eigenen Reihen zu haben. Im oft konzernorientierten Unternehmen mit dem Managment by Champinon ( wer raus kuckt, wird kürzer gemacht) werden keine Fortschritte verdient. Mit Managern , die ja sagen und nicht bereit sind gegen Widerstände unbequem auch für Chefs , ein zu treten, werden keine Erfolge gefeiert. Woher soll dann der Fortschritt kommen? Nun Chefs die Lust auf die Auseinandersetzung habe und mut haben mit Managern auch unbequeme Wege zu gehen, kommen das sicherlich weiter..
    Schöne Grüsse
    Ihr Marcus Mohr

Alle Kommentare lesen

Thema Studium

Alles zum Semesterstart: Thema Studium

Wir geben Rat: Die besten Unis, alles zum Semesterstart, was taugen Bachelor, Master und MBA?

weitere Fotostrecken

Blogs

Die Umarmung
Die Umarmung

Die Fotos von der Reise nach Kalifornien haben Philipp Rösler womöglich politisch geschadet – doch Deutschlands...

Das Aktuelle Heft

Wirtschaftswoche

WirtschaftsWoche 21 vom 18.05.2013

iTunes Vorschau - WirtschaftsWoche

    Folgen Sie uns im Social Web

WirtschaftsWoche Shop

Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.