Coachings: Was Manager im Pferdestall lernen können

GastbeitragCoachings: Was Manager im Pferdestall lernen können

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Ein Pferd.

Sich einen Business- oder Lifecoach zu nehmen, gilt als schick. Pferdeunterstütztes Coaching klingt eher ungewöhnlich. Wer sich darauf einlässt, erlebt spielerisch eine Form der Supervision - mit Aha-Erlebnissen.

Die Fondsmanagerin steht im Longier-Zirkel, auch Roundpen genannt. Das Pferd zum Laufen im Kreis zu bewegen, lautet ihre Aufgabe. Die Mittdreißigerin hat keine Erfahrung mit diesen Tieren. Trotzdem will sie die Herausforderung annehmen. Resolut geht sie auf das Pferd zu, hebt die Hand und zeigt ihm, in welche Richtung es gehen soll. Das Tier erschrickt, rennt kreuz und quer, statt im Kreis. „Es will wohl nicht“, sagt die Bankerin enttäuscht.

Auf die Frage, ob ihr diese Situation aus ihrem Alltag bekannt vorkomme, stutzt die Frau zunächst. Doch tatsächlich ist es mit dem Pferd wie mit ihrem Team in der Bank: Alle stürmen wie wild los, doch keiner macht, was er soll.

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Ist der Transfer zwischen der Situation im Gatter und dem wirklichen Erleben im Alltag tatsächlich so einfach? Auch beim nächsten Teilnehmer scheint es so: Der junge Teamleiter gilt als Nachwuchstalent, ist beliebt bei seinen Mitarbeitern und Vorgesetzten. Er erhält die gleiche Aufgabe. Vorsichtig nähert sich der Mann dem Wallach, beginnt, ihn zu streicheln, versucht ihn dann zum Gehen zu bringen. Doch das Tier bleibt stehen, es scheint, als wolle es lieber kuscheln, statt im Kreis zu traben. „Das Gefühl kenne ich“ sagt der 28-Jährige direkt. Und erzählt von zwei erfahrenen Kollegen aus seinem Team: „Die sind sehr freundlich, mögen mich anscheinend – doch sie erfüllen nie die Aufgaben, die ich ihnen stelle. Meistens erledige ich es am Ende dann selbst.“

Über den Autor

  • Jochen Stargardt

    Der Unternehmer Jochen Stargardt berät und trainiert Unternehmen strategisch und operativ. Als er von pferdeunterstütztem Coaching hört, ist der Pferdsportfan zunächst skeptisch – nach einem Selbstversuch davon begeistert. Inzwischen hat der Gesellschafter mehrerer Weiterbildungsstandorte selbst eine Ausbildung zum pferdeunterstützten Coach absolviert.

Das Pferd als Spiegel

Wie die meisten Teilnehmer dieses Coaching-Tages, sind die Fondsmanagerin und der Teamleiter verblüfft, wie deutlich das Pferd ihr eigenes Wesen widerspiegelt. Ob unangebrachtes Vorpreschen oder ein zu hohes Harmoniebedürfnis: Die feinfühligen Tiere können in wenigen Minuten mehr von uns aufzeigen, als viele Coaches in mehreren Stunden in der Lage sind. Dabei ist gerade das abstrakte daran das Einfache. Denn es geht ums Gefühl. In welcher Situation fühle ich mich genauso, wie jetzt, bei der Aufgabe mit dem Pferd? Die Beteiligten haben oft ein Aha-Erlebnis, wenn sie sich diese Frage beantworten. Und ein weiteres, wenn Sie mit dieser Erkenntnis weiterarbeiten.

Die beiden Teilnehmer aus den Beispielen etwa, sollen sich nun vorstellen, wie es sich anfühlt, wenn sie das Pferd um sich herum im Kreis laufen sehen. Mit dieser Einstellung gehen sie erneut in den Roundpen. Die Fondsmanagerin agiert viel ruhiger als zuvor. Der Teamleiter lässt diesmal das Streicheln sein, tritt freundlich, aber bestimmt dem Tier gegenüber. So gelingt es beiden mit wenig Aufwand, den Wallach eine Runde nach der anderen drehen zu lassen. Die Fondsmanagerin erkennt, wie unangestrengt Führen sein kann. Dem Teamleiter wird bewusst, dass klare Anweisungen zu geben nicht bedeutet, Druck aufzubauen oder sich unbeliebt zu machen. So wie das Pferd nach der gemeinsamen Arbeit nach wie vor „sein Freund“ ist, wären auch die Mitarbeiter sicher nicht böse, wenn ihr Chef ihnen freundlich aber klar sagt, was er von ihnen erwartet.

Coaching Was passiert bei einem Hypnose-Coaching?

Angestellte und Manager stehen unter immer größerem Druck. Entsprechend wächst das Angebot an Coaches und Beratern, die den Leidgeplagten auf mitunter ungewöhnliche Weise helfen wollen. Was bringt das? Ein Selbstversuch.

Hypnose. Quelle: Fotolia

Im Gespräch bleibt der Mensch manipulativ

Ein Grund, weshalb diese Art von Coaching oft zielgerichtet und effizient verläuft, ist folgender: Im menschlichen Austausch können wir eine Rolle spielen. Wenn wir wollen, dass unser Gegenüber ein bestimmtes Bild von uns bekommt, versuchen wir, uns entsprechend zu verhalten. Selbst wenn wir uns vornehmen, offen und unverstellt in ein Coaching-Gespräch zu gehen, können wir nur einen Teil von uns zeigen. Denn jeder hat blinde Flecken, derer er sich nicht bewusst ist.

Ein guter Coach macht unsere blinden Flecken sichtbar, doch je nach seiner Qualifikation - und unseren schauspielerischen Künsten -  kann das Stunden, Tage, oder Wochen dauern. Pferde dagegen, mit ihrer feinen, subtilen und enorm präzisen Reaktion, zeigen einem Experten, der die Sprache der Tiere versteht, viel früher, an welchen Themen ein Klient arbeiten sollte.

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