Compliance: Wovon der Erfolg eines Compliance-Systems abhängt

Compliance: Wovon der Erfolg eines Compliance-Systems abhängt

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Compliance scheitert auch an der Akzeptanz der Mitarbeiter.

von Claudia Tödtmann

Eine Studie der Großkanzlei CMS zeigt, dass die Unternehmen mit der Compliance nicht so weit sind, wie sie sein sollten. Es scheitert auch an der Akzeptanz der Mitarbeiter.

Überflüssig, zeitraubend und geschäftsschädigend - so sehen gerade Vertriebs-Kollegen gerne die Compliance-Beauftragten in den Unternehmen. „Vielen dieser Kollegen ist der Sinn und Zweck von Compliance nicht bewusst oder verdrängen ihn, weil sie selbst unter Erfolgsdruck stehen und ihre eigenen Boni an Umsatz gekoppelt sind“, sagt Tobias Teicke, Compliance-Anwalt der Großkanzlei CMS.

Entsprechend hoch ist die größte interne Herausforderung für Compliance-Beauftragte in Unternehmen: bei Mitarbeitern und der Unternehmensleitung Akzeptanz und ein echtes Bewusstsein für Compliance zu schaffen. Das geben denn auch 86 Prozent der Compliance-Beauftragten der großen Unternehmen in Deutschland zu. 

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Wie weit das Thema Compliance in Großunternehmen inzwischen implementiert ist, hat die Großkanzlei CMS mit Hilfe des Marktforschers Ipsos erforscht. Befragt wurden 176 Compliance-Verantwortliche in Unternehmen in Deutschland mit mindestens 500 Mitarbeitern.

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Gestiegene Bedeutung von Compliance in Unternehmen

Das Ergebnis: Die Unternehmen messen Compliance mehr Bedeutung bei und treffen konkretere Maßnahmen als noch im Vorjahr. 36 Prozent der Großunternehmen haben mittlerweile eine Compliance-Abteilung installiert, die sich ausschließlich mit diesem Thema befasst (Vorjahr: 28 Prozent). Doch bei drei Viertel der Unternehmen haben auch Mitarbeiter der Rechtsabteilung, der Revision, dem Risikomanagement oder dem Controlling zusätzlich die Aufgabe, sich nebenbei um Compliance zu kümmern.

Manche Unternehmen machen dabei sogar den Bock zum Gärtner und betrauen im Einkauf und im Vertrieb Mitarbeiter mit Compliance-Aufgaben. Vor dieser Konstellation warnt denn auch CMS-Anwalt Tobias Teicke: Ausgerechnet Einkauf und Vertrieb gehören zu den Haupt-Risikobereichen der Unternehmen. Generell gilt: Compliance darf keine Selbstkontrolle einer Abteilung sein. Das heißt konkret: Kein Vertriebschef sollte – und schon gar nicht allein – entscheiden dürfen, ob ein bestimmter Deal compliant ist oder nicht, so Teicke.

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Immer mehr Gesetze, strengere Haftung und Druck von Geschäftspartnern

Insgesamt empfinden die Unternehmen noch stärkeren Druck als vor einem Jahr. Der Grund sind immer mehr gesetzliche Regulierungen, immer größere Bedeutung von Spezialthemen, immer strengere Haftungsmaßstäbe und auch der Druck von Geschäftspartnern. 68 Prozent der Unternehmen sagen, dass sie Geschäftspartnern nachweisen müssen, dass sie ein eigenes Compliance-System haben. Insbesondere Geschäftspartner aus dem Ausland verlangen das. „Viele Großkonzerne insbesondere in den Branchen Automotive, Anlagen- und Maschinenbau verlangen weit reichende Garantien, dass Zulieferer keinerlei Gesetzesverstöße in den vergangenen Jahren begangen haben“, sagt CMS-Anwalt Teicke. „Häufig geht es dabei um Korruption, Kartellverstöße oder auch Verstöße gegen Mindestlohn und Mindestarbeitsbedingungen.“

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