Dammanns Jobtalk: Wenn der Job unter die Haut geht

kolumneDammanns Jobtalk: Wenn der Job unter die Haut geht

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Auch der Chef kann einiges tun, um die Begeisterung seiner Mitarbeiter zu wecken, etwa indem er Zusammenarbeit fördert - auch zwischen verschiedenen Generationen. das hilft beiden Seiten und eröffnet neue Perspektiven

Kolumne von Angelika Dammann

Hirnforscher haben herausgefunden, dass ohne Begeisterung und Spaß an der Arbeit Mitarbeiter weder in der Lage sind, die permanenten Veränderungen in der Arbeitswelt anzunehmen, noch diese  aktiv mitzugestalten. Unternehmen, die zudem den Dialog zwischen den Generationen ankurbeln, fördern den Zusammenhalt und sorgen dafür, dass Junge wie Alte die Lust behalten, über sich hinauszuwachsen. Wie groß ist der Spaßfaktor in Deutschlands Unternehmen und damit unsere Lernbereitschaft?

Sind Menschen auch noch im hohen Alter lernfähig? Diese Frage beantwortet der Göttinger Hirnforscher Gerald Hüther am Beispiel eines 86-jährigen Mannes, der in einem Kurs der Volkshochschule Chinesisch lernen will. Hüthers Urteil: „Das wird in der Regel schlecht oder gar nicht klappen“. Beste Chancen, die neue Sprache schon nach wenigen Monaten zu beherrschen, hätte der Mitachtziger allerdings, wenn er eine 65-jährige Chinesin kennenlernen, sich in sie verlieben und mit ihr nach China ziehen würde, so Hüther.

Ob Kleinkind oder Greis – bei Menschen aller Alterstufen liegt der Schlüssel für Lernerfolge stets in der Begeisterung, die sie für eine Sache aufbringen. „Unser Hirn ist kein Muskel, den man einfach trainieren kann. Es lernt nur, wenn seinem Besitzer etwas unter die Haut geht, wenn man sich für etwas begeistert“, schreibt der Neurobiologe in einem Beitrag zum Thema Bildung und Familie in dem Magazin 361 Grad der Unternehmensberatung A.T. Kearney. Hüther: „Begeisterung wirkt wie eine Dünger-Gießkanne im Gehirn“.

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Ohne Begeisterung keine Lernbereitschaft

Auf die Frage, was Begeisterung in Menschen auslöst, verweist der Hirnforscher auf zwei Bedürfnisse, die Menschen bereits mit auf die Welt bringen, weil sie diese schon im Mutterleib erfahren haben. Sie sind aufs Engste miteinander verknüpft. Das Gefühl dazuzugehören und über sich hinauszuwachsen. Beides seien Erfahrungen, die tief im Hirn verankert sind und die Sehnsüchte beschreiben, die „unser Leben bestimmen: Den Wunsch geborgen zu sein, zu wachsen, selbstständig zu werden, autonom und frei zu sein.“

In einer Arbeitswelt, in der sich die Dinge immer schneller ändern, haben es Unternehmen schwer, ihren Mitarbeitern dieses Gefühl von Geborgenheit zu vermitteln und so die damit verbundenen positiven Impulse zu nutzen. Statt beflügelt zu sein und über sich hinauszuwachsen, fühlen sich Mitarbeiter durch die ständigen Veränderungen eher überfordert. Häufig ist Resignation die Folge.

Führungskräfte und Personalabteilungen kommen dennoch nicht umhin, für Arbeitsbedingungen zu sorgen, die die Lernfähigkeit ihrer Mitarbeiter fördern. Schließlich hängt der Unternehmenserfolg davon ab, dass die eigenen Leute Veränderungen nicht nur akzeptieren, sondern aktiv mitgestalten. Hüthers Hinweis für Personaler und Vorgesetzte lautet daher: „Mitarbeiter aller Alterklassen können lernen, wenn die Rahmenbedingungen dafür stimmen. Sie benötigen klare Führung, Anerkennung, Sicherheit und individuelle Gestaltungsspielräume. All das trägt dazu bei, dass der Spaß am Lernen nicht nachlässt und für das Unternehmen nutzbar wird“.

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