Der wissenschaftliche Weg: Was uns wirklich glücklich macht

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Der wissenschaftliche Weg: Was uns wirklich glücklich macht

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Wie werde ich glücklich? Wissenschaftler haben da ein paar Ratschläge.

von Jan Guldner

Wie findet man Glück und Erfüllung im Leben? Wissenschaftler haben da ein paar gute Ratschläge – zum Beispiel: Einfach mal nicht arbeiten.

Das gute Leben ist im Netz meistens nur ein paar Klicks entfernt. Etliche Online-Portale buhlen mit Zeilen wie "Zehn einfache Schritte zu einem glücklichen Leben" oder "Fünf wertvolle Wege zum Erfolg" um Klicks. 

Unzählige Lifecoaches und Karriereberater geben in ihren Blogs gut gemeinte Ratschläge. Und bei Facebook lässt einen zuweilen der erweiterte Bekanntenkreis an den eigenen Erfolgsrezepten teilhaben. 

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All das mag seine Berechtigung haben - ob es funktioniert, ist aber mindestens unklar. Ein stetig wachsender Forschungszweig bietet aber Erkenntnisse, die zumindest mit wissenschaftlicher Strenge überzeugen können. Ein kurzer Einblick in die Glücksforschung.

Gute Gene

Es heißt zwar bekanntermaßen, dass jeder Mensch seines eigenen Glückes Schmied sei. Das Material, mit dem wir schmieden, ist aber zumindest zum Teil durch unsere Gene vorbestimmt. 

Das zeigten die Forscher Michael Minkov von der Varna Universität und Michael Harris Bond von der Hong Kong Polytechnic University in einer aktuellen Studie.

Dazu untersuchten sie ein bestimmtes Gen, dass für die Verarbeitung des Botenstoffs Serotonin verantwortlich ist. Frühere Studien konnten zeigen, dass einzelne Träger einer bestimmten Ausprägung dieses Gens weniger zu Angstzuständen neigten und demnach ein höheres Glücksniveau erreichten. 

Für ihre Studie setzten die Forscher dann die Häufigkeit dieser Form des Gens in einem Land mit dem dort erfassten Maß für subjektives Wohlbefinden in Verbindung.

Mein Haus, mein Auto, mein Burn-out... Warum Karriere ohne Statusdenken glücklich macht. Quelle: Getty Images

Minkov und Bond fanden einen klaren Zusammenhang: War die Serotonin-freundliche Ausprägung des Gens in der Bevölkerung häufig vorhanden, lag auch das subjektive Wohlbefinden insgesamt besonders hoch. 

"Die genetische Herkunft verdammt bestimmte Länder aber nicht sofort zu einem bestimmten Glücks-Wert", so die Autoren. Es gebe darüber hinaus etliche situationsabhängige Faktoren, die das Wohlbefinden beeinflussen.

Auch mal nicht arbeiten

Die Tatsache, dass mittlerweile jeder Mensch ein Smartphone in der Tasche hat, haben sich Alex Bryson vom University College in London und George MacKerron von Universität von Sussex zunutze gemacht. Sie haben einen Datensatz ausgewertet, die ihre Studienteilnehmer über die App "Mappiness" seit 2010 regelmäßig füttern. Jeder App-Nutzer bekommt zufällige "Dings", also kleine Erinnerungen auf dem Handy, die sie darauf hinweisen, an einer sehr kurzen Umfrage teilzunehmen. Darin sollen die Teilnehmer angeben, wie glücklich, entspannt und wach sie sich gerade fühlen. Mehr als eine Million Datenpunkte von Zehntausenden von Nutzern sind so zusammengekommen.

Das für jeden Berufstätigen ernüchternde Ergebnis: Nirgendwo waren die Teilnehmer weniger glücklich als bei der Arbeit - außer, wenn sie krank im Bett lagen. Wer das ändern will, sollte sich stattdessen darauf einstellen, weniger zu arbeiten. Die größten Glücksbringer waren Intimität mit anderen Menschen, Kultur, Sport und soziale Kontakte.

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Geld? Macht? Status? Oder doch Freunde, Familie und Zeit für Hobbys? Wissen Sie, was die Wissenschaft dazu sagt?

Smiley. Quelle: kinefoto - Fotolia

Anderen Helfen

Adam Grant hat seine Forscherkarriere auf einer Erkenntnis aufgebaut: Wer selbst zufrieden sein will, dem hilft es, anderen zu helfen. In einer umfassenden Überblicksstudie schildert der Forscher der Wharton School der Universität Pennsylvania zusammen mit Mark Bolino vom Price College of Business der Universität von Oklahoma die vielen Vorteile von sozialem Verhalten im Beruf.

Eine seiner eigenen Studien zeigt aber auch, dass man nur so viel helfen soll, wie man kann. "Wer sich berufen fühlt zu helfen, kann sich unter Umständen auch zu viel aufbürden", schreiben die Forscher. Das könnte zu Überlastung, Stress und schlechter Leistung führen.

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