Digitale Kompetenzen gesucht: Weiterbildung wird zur Achillesferse der deutschen Wirtschaft

exklusivDigitale Kompetenzen gesucht: Weiterbildung wird zur Achillesferse der deutschen Wirtschaft

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Manager bilden sich und ihre Mitarbeiter nicht ausreichend weiter.

Fachkräfte mit digitalen Fähigkeiten sind heiß begehrt. Doch statt Mitarbeiter weiterzubilden, setzen Führungskräfte auf Neueinstellungen. Sich selbst halten viele Manager für Digital Leader – Weiterbildung nicht nötig.

„Unternehmen leben von den Mitarbeitern, die Digitalisierung lebt von den Führungskräften“, sagt Uwe Oeftiger, Geschäftsführer bei dem Schweizer Antriebsspezialisten maxon motor. Oeftiger ist einer der Teilnehmer einer Umfrage der Personalberatung Rochus Mummert Executive Consultants unter Eigentümern und Top-Managern zum Thema „Digital Leadership 2017“. Mit seiner Erkenntnis ist Oeftiger unter den befragten Führungskräften eher eine Ausnahme.
Schon in der Vergangenheit haben Studien, beispielsweise die aktuelle Untersuchung des Best Practices- und Technologie-Unternehmens CEB, gezeigt: Die Deutschen sind mit der Innovationsfähigkeit ihres Unternehmens, ihrem Job und den Weiterbildungen nicht zufrieden – und die Führungskräfte tun nichts dagegen.

Auslandsgeschäft darf nicht wichtiger sein, als interne Themen

„Im gegenwärtig doch sehr instabilen politischen und wirtschaftlichen Umfeld agieren viele Führungskräfte verstärkt risikoscheu. Während sie ihre Aufmerksamkeit den Veränderungen zum Beispiel bezüglich der Auslandsinvestitionen zuwenden, sollten sie nicht vergessen ihre Mitarbeiter dabei unterstützen, Neues auszuprobieren und ihre Ideen in die Tat umzusetzen“, kommentierte André Fortange, Managing Director für Deutschland, Österreich und die Schweiz bei CEB, die Ergebnisse des Global Talent Monitors.

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Digitale Skills: Wie wichtig ist der sichere Umgang mit...?

  • Internet

    91 Prozent der befragten 300 Personalverantwortlichen sagen: Wer im Netz nicht fit ist, kommt nicht weiter. Dagegen sagen nur 55 Prozent, dass diese Kompetenzen in ihrem Unternehmen in hohem, beziehungsweise sehr hohen Maß geschult werden.

    Quelle: "Weiterbildungstrend in Deutschland 2017" von TNS Infratest/Studiengemeinschaft Darmstadt

  • Berufsrelevanten Software-Programmen

    90 Prozent gaben an, dass der sichere Umgang der Mitarbeiter mit entsprechenden Software-Lösungen kriegsentscheidend sei. In 70 Prozent der Unternehmen wird entsprechender Aufwand betrieben, um die Mitarbeiter fit zu machen.

  • Sicherheitsrichtlinien für IT

    Digitalisierung funktioniert nicht ohne IT-Sicherheit. Entsprechend halten 88 Prozent der Personaler den sicheren Umgang beziehungsweise entsprechende Kenntnisse für eine sehr wichtige Kompetenz. In 59 Prozent der befragten Unternehmen ist der Weiterbildungsumfang bei IT-Sicherheit entsprechend hoch oder sehr hoch.

  • Kommunikations-Tools

    Zusammenarbeit funktioniert nicht ohne Kommunikation. Entsprechend sagen 88 Prozent der Personaler, dass ihre Mitarbeiter sicher mit entsprechenden Tools umgehen können müssen. In 58 Prozent der Unternehmen ist der Schulungsumfang entsprechend hoch.

  • Tools zur Selbstorganisation

    Und weil die Digitalisierung von allen mehr Selbstständigkeit, Eigenverantwortung und Selbstorganisation verlangt, sollten Mitarbeiter auch mit Tools zur Selbstorganisation umgehen können. Sagen zumindest 85 Prozent der Befragten. Entsprechend hoch ist der Schulungsumfang für derartige Tools bei 58 Prozent der Betriebe.

  • Tools zur Wissensaneignung

    Lernen ist wichtig, den Umgang mit Lernsoftware halten entsprechend 79 Prozent der Personaler für eine sehr wichtige Kompetenz. In 54 Prozent der Unternehmen sind Tools zur Wissensaneignung entsprechend ein sehr wichtiger Gegenstand von Weiterbildungsmaßnahmen.

  • Cloudbasierte Kollaborations-Tools

    Da Zusammenarbeit auch Standorte übergreifend organisiert werden muss, ist der sichere Umgang mit cloudbasierten Kollaborations-Tools für 75 Prozent der Personaler eine sehr wichtige Kompetenz. Der aktuelle Schulungsumfang zum Thema ist aber nur in 51 Prozent der Unternehmen hoch oder sehr hoch.

Dass der Schwarze Peter bei den Führungskräften liegt, bestätigt auch die Studie von Rochus Mummert die WirtschaftsWoche Online exklusiv vorliegt. Für die befragten Vorstände in Deutschland, Österreich und der Schweiz spielt Weiterbildung in Sachen digitalem Know How nämlich eine eher untergeordnete Rolle.

Nur knapp ein Drittel ist digital fit

So gaben sie an, dass nur ein knappes Drittel der Mitarbeiter gute oder sehr gute digitale Kenntnisse habe. Die höchste digitale Kompetenz schreiben die Führungskräfte dem IT-Leiter zu. Dabei sind fehlende digitale Kenntnisse der Mitarbeiter – egal, ob im Büro oder der Produktion – die Achillesferse der Unternehmen, wie es in der Studie heißt. Doch anstatt die Belegschaft weiterzubilden und für Neues zu interessieren, setzen die befragten Manager lieber auf Neueinstellungen junger, digitalaffiner Kollegen.



Dass die in Zeiten des demografischen Wandels ein rares – und vor allem wählerisches Gut sind, ist offenbar noch nicht zu jedem durchgedrungen. Dabei zeigt die CEB-Untersuchung: Nur 43 Prozent der Beschäftigten wollen bei ihrem derzeitigen Arbeitgeber bleiben. Entsprechend wäre mehr als die Hälfte bereit, zu wechseln, wenn sie woanders mehr gefördert würden und bessere Aufstiegsmöglichkeiten hätten.

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