Digitalisierung : Das müssen Chefs drauf haben

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Digitalisierung : Das müssen Chefs drauf haben

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Viele deutsche Chefs fühlen sich überfordert von der Digitalisierung.

von Lisa Oenning

Jeder zweite Chef ist laut einer Studie mit der Digitalisierung überfordert – und will den Arbeitsplatz wechseln. Wie der technische Fortschritt die Aufgaben verändert und was Führungskräfte können müssen.

Im Minutentakt erhält der Chef E-Mails. Zwischendurch klingelt das Telefon oder das Smartphone. Und neben den alltäglichen Aufgaben muss sich die Führungskraft in sozialen Medien wie Twitter und Facebook präsentieren. Die Digitalisierung macht deutschen Führungskräften zu schaffen: Jeder zweite Chef klagt, dass sein Arbeitsumfang durch den technischen Fortschritt komplexer geworden ist – und denkt darüber nach, den Arbeitsplatz zu wechseln. Das ist das Ergebnis einer Studie der Unternehmensberatung Sopa Steria.

Zwar ist die Befragung nicht repräsentativ, weil die Forscher nur mit 250 deutschen Geschäftsführern, Vorständen und Führungskräften gesprochen haben. Die Leiterin des Instituts für Führungskultur im digitalen Zeitalter, Barbara Liebermeister, weiß aber aus Gesprächen mit deutschen Chefs, dass die Digitalisierung sowohl Führungskräfte als auch Angestellte oft überfordert: "Durch die Digitalisierung nehmen die Herausforderungen zu."

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Der nette Chef ist ein Held. Quelle: Getty Images

Die Chefs lassen kaum noch Auszeiten zu, und wenn, dann sind die digitalen Medien immer im Hinterkopf. Aus Regierungskreisen weiß Liebermeister, dass auch hochrangige Politiker die digitalen Medien nutzen, um ihren Job zu machen. Selbst Kanzlerin Angela Merkel tippt wöchentlich Hunderte berufliche Nachrichten in ihr Smartphone. "Nicht umsonst wird sie als SMS-Kanzlerin betitelt", sagt Liebermeister.

Es ist selbstverständlich geworden, dass vor allem Führungskräfte mit den digitalen Medien umgehen können, eine digitale Visitenkarte besitzen. "Es hat einfach einen negativen Beigeschmack, wenn der Chef in den sozialen Netzwerken nicht professionell digital gelistet ist", sagt Liebermeister. Genauso verhalte es sich mit dem Internetauftritt des Unternehmens.

Chefs müssen technisch versiert, aber auch empathisch sein

Durch die schnelllebigen Medien gewinnt die Kommunikation an Fahrt. Die Konsequenz: "Die Informationsflut hat in den vergangenen Jahren stark zugenommen", sagt Liebermeister. Die Chefs müssen schneller auf die Informationen reagieren, bereit sein, in kürzeren Abständen Entscheidungen zu treffen und sich auf das Wesentliche aus der Flut an Informationen fokussieren.

Hinzu kommt, dass Führungskräfte mehr denn je die persönlichen Beziehungen zu Mitarbeitern und Geschäftspartnern pflegen müssen. "Je digitaler die Welt, desto mehr rückt der Mensch in den Vordergrund", sagt Liebermeister. Denn die Persönlichkeit eines jeden Einzelnen lässt sich nicht komplett digitalisieren – was zu Kommunikationsproblemen führen kann. "Wenn ich mit meinem Mitarbeiter nur E-Mails schreibe, dann weiß ich als Chef nicht, wie seine Tonalität ist und welcher Information er eine besondere Bedeutung beimisst", erklärt Liebermeister.

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Wenn der Chef mehr Zeit mit Mitarbeitern und Geschäftspartnern verbringt, muss sich das Bild, das er in den sozialen Medien abgibt, mit dem persönlichen Auftreten decken. "Der Chef sollte netzübergreifend authentisch sein, eine Marke darstellen", sagt Liebermeister. Das heißt für die Expertin, dass die Führungskraft ihre Stärken kennt und diese auch bewusst lebt.

Der Chef muss nach der Meinung von Liebermeister zwar kein Technikexperte sein. Aber er muss ein Grundverständnis von den digitalen Medien haben – und den Willen, mehr darüber zu lernen. "Wenn die Führungskraft Digital Natives aus dem Unternehmen um Hilfe fragt, kann das durchaus ihre Empathie unterstreichen", sagt Liebermeister.

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