Diversity : Digitalisierung klappt nur mit gemischten Teams

Diversity : Digitalisierung klappt nur mit gemischten Teams

Bild vergrößern

Diversity ein zentraler Treiber zur erfolgreichen Implementierung der Digitalisierung.

von Kerstin Dämon

Inklusion, Integration von Flüchtlingen, schwul-lesbische Arbeitskreise: In Konzernen gehört Diversity-Management zum Alltag. Denn Vielfalt ist ein Wirtschaftsfaktor. Und die beginnt im Kopf der Manager.

„Vielfalt statt Einfalt – Kulturelle Kompetenz für wirtschaftlichen Erfolg“: Um über dieses Thema zu sprechen, trafen sich vergangenen Dienstag rund 100 Führungskräfte der 15 größten Wirtschaftsunternehmen in Nordrhein-Westfalen: von Bayer, über die Deutsche Post und die Telekom über die großen Energieunternehmen E.On und Innogy bis Henkel, den TÜV Rheinland und Vodafone. Sie alle sind Mitglieder der Charta der Vielfalt, einer Unternehmensinitiative, die Diversity-Management in der deutschen Wirtschaft verankern will. Schirmherrin der bundesweiten Initiative ist Kanzlerin Angela Merkel.

Dass die Initiative wie auch der deutsche Diversity-Tag nötig sind, zeigt sich immer dann, wenn die aktuellen Arbeitsmarktzahlen oder die Ausbildungsstatistik veröffentlicht werden. Während auf der einen Seite viele Bewerber immer noch aufgrund von Aussehen, Geschlecht oder Alter aussortiert werden, klagen dieselben Personaler über Fachkräftemangel. Gesucht: digitalaffine, junge Talente, die alles auf den Kopf stellen. Anforderungsprofil: Kann alles, weiß alles und tickt genau wie der Günther aus der Buchhaltung.

Anzeige

Diversity ist kein Frauenthema

Diversity wird in Deutschland oft als Frauenthema verstanden. Doch das ist es nicht. Bei dem Energieunternehmen Innogy sieht das auch der Vorstand so. „2017 ist eines der sechs übergeordneten Fokusthemen, auf die sich der Vorstand von Innogy konzentriert, Diversity. Das haben wir im Vorstand so festgelegt“, bestätigt Innogy-Personalvorstand und Arbeitsdirektor Uwe Tigges.

Innogy Quelle: Presse

Unter dem Motto „Vielfalt statt Einfalt – Kulturelle Kompetenz für wirtschaftlichen Erfolg“ trafen sich rund 100 Führungskräfte der 15 größten Wirtschaftsunternehmen der Region Rhein-Ruhr bei Innogy zum Erfahrungsaustausch.

Bild: Presse

Junge Menschen mit einer Behinderung bekommen einen Ausbildungsplatz, auch wenn die Zahl der Plätze eigentlich schon voll ist. Flüchtlinge bekommen nicht mehr nur Kurz- sondern Jahrespraktika, damit sie die Sprache am Arbeitsplatz lernen. Eine Übernahme nach einem Jahr nicht ausgeschlossen. Natürlich werden auch Frauen gefördert, sind aber nicht alleiniger Gegenstand des Kulturwandels.

„Jeder Mitarbeiter soll wertgeschätzt werden, egal woher er kommt, wie er aussieht, welches Alter und Geschlecht und welche sexuelle Orientierung er hat“, sagt Andrea Dorsch-Kellermann, Diversity-Managerin bei Innogy. Sie ist überzeugt, dass Unternehmen im globalen Wettbewerb nicht bestehen können, wenn sie Vielfalt als persönliches Problem der Mitarbeiter verstehen. „Unterschiedliche Teams zusammenzustellen, ist Führungsaufgabe“, sagt sie.

Vielfältige Kunden, vielfältige Mitarbeiter

Das sieht auch Personalvorstand Tigges so. „Diversity auf eine Folie zu schreiben, ist das eine. Wenn es funktionieren soll, muss man das auch vorleben“, sagt er. Schon allein, um die Wünsche der Kunden verstehen und erfüllen zu können, brauche ein Unternehmen viele verschiedene Typen innerhalb der Belegschaft. „Wir haben 23 Millionen Kunden und die sind sehr vielfältig. So vielfältig sollte auch die Belegschaft sein.“

Charta der Vielfalt Diversity heißt vor allem: Den Kunden verstehen

Am heutigen Diversity-Tag unterzeichnen wieder viele Unternehmen die Charta der Vielfalt. Andere sind genervt von dem Schlagwort – "Nicht schon wieder Frauenquote". Dabei verbirgt sich dahinter etwas ganz anderes.

Männer und Frauen verschiedenen Alters schauen von oben in die Kamera Quelle: Fotolia

Als er 1984 ins Berufsleben einstieg, sah die Welt noch anders aus, wie er erzählt. So habe er damals an einem Kongress mit dem Titel „EWMW - Energiewirtschaft Männerwirtschaft“ teilgenommen. Wegen des gesellschaftlichen und demografischen Wandels, aber auch wegen der Globalisierung kann sich kein Unternehmen mehr erlauben, Fachkräfte abzulehnen, nur weil dem Personaler die Nase nicht passt. Wer international tätig ist und mit der Konkurrenz aus Shenzhen, Kairo oder Austin genauso umgehen muss, wie mit der aus Berlin und Frankfurt, der braucht auch eine internationale Belegschaft. „Internationale Teams bringen bessere Ergebnisse“, so Tigges.

Anzeige
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%