Diversity Management: Frauen können es auch nicht besser als Männer

ThemaManagement

Diversity Management: Frauen können es auch nicht besser als Männer

von Ferdinand Knauß

Je bunter das Management, desto besser das Ergebnis, lautet das aktuelle Dogma des Personalmanagements. Belegbar ist das nicht.

Der Widerstand gegen Frauenquoten in den Führungsetagen wird immer leiser. Dem grundsätzlichen Verlangen nach einer Erhöhung des Frauenanteils widerspricht kaum noch ein Spitzenmanager. Kein Wunder. Schließlich sind weiblichere und „buntere“ Teams in Unternehmen nicht nur ein Gebot der Gleichstellungspolitik, sondern auch kommerziell erfolgreicher als grauhaarige Männerriegen in dunklen Anzügen. Das steht zumindest in so vielen Veröffentlichungen, dass es einfach stimmen muss. Und McKinsey und Co raten schließlich auch zur konsequenten Erhöhung des Frauenanteils in der Führungsebene.

Wenn sich Moral und Kommerz zusammentun, sind sie gemeinsam unschlagbar. Die Aussicht, Geld zu verdienen, indem man gute Werke tut, treibt selbst die abgebrühtesten Konzern-Manager zum Schulterschluss mit eifrigen Gleichstellungsaktivistinnen in der Politik. Da braucht es keine Gesetze. Und so ist Gender Diversity in kürzester Zeit zum Allgemeingut der Personalpolitik von Unternehmen geworden. "Für uns zählt ein effektives Diversity-Management zu den wichtigsten Aufgaben - und zwar nicht, weil es politisch korrekt wäre, sondern, weil es sozial und geschäftlich sinnvoll, ja notwendig ist", sagte Daimler-Chef Dieter Zetsche als er 2006 das Amt der Diversity-Beauftragten einführte. Wer da noch Einwände hat, erscheint nichtunbelehrbar.

Anzeige

Viele Studien, magere Ergebnisse

Die Geschäftsgrundlage dieses Bündnisses von Kommerz und Gender-Idealismus steht allerdings auf wackeligen Füssen. Sabine Boerner, eine Professorin für Management an der Universität Konstanz, hat die zahlreichen Studien über den Zusammenhang zwischen Gender Diversity und Organisationserfolg selbst zum Gegenstand einer Studie gemacht. Dabei stellt sie fest: Die Forschung lässt "derzeit keine Schlüsse auf eine generelle ökonomische Vorteilhaftigkeit von Gender Diversity zu".

Nur drei von 18 Studien, die Boerner untersucht hat, wollen eindeutige positive Effekte von Gender Diversity auf den Organsiationserfolg festgestellt haben. Auch bei einer Meta-Studie von 2009, die 39 empirische Studien zusammenfasste, zeigte sich kein erkennbarer Effekt auf die Leistung. Die Ergebnisse der zahlreichen Studien seien insgesamt "inkonsistent", schreiben Boerner und Kollegen. Das liege unter anderem, dass die Forschung auf diesem Gebiet "in methodischer Hinsicht sehr heterogen" sei. Im Klartext: Die Wissenschaftler sind sich nicht einmal einig, was überhaupt unter Gender Diversity zu verstehen sei und wie man die Auswirkungen auf Organisationen messen kann.

Anzeige
Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%