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Euro retten und Rückhand üben: Was sich deutsche Top-Manager für 2013 wünschen

Deutschlands Vorstandsvorsitzende über die wichtigsten ökonomischen Probleme des neues Jahres und ihre persönlichen Ziele - beruflich und privat.

Die WirtschaftsWoche hat Deutschlands Vorstandsvorsitzenden Fragen über die wichtigsten ökonomischen Probleme des neuen Jahres 2013 gestellt Quelle: Fotolia
Die WirtschaftsWoche hat Deutschlands Vorstandsvorsitzenden Fragen über die wichtigsten ökonomischen Probleme des neuen Jahres 2013 gestellt Quelle: Fotolia

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Wir haben Deutschlands Vorstandschefs gefragt, was sie im neuen Jahr erwarten und selbst vorhaben. Und die meisten haben geantwortet. Zumindest auf eine der Fragen fanden fast alle mehr oder weniger dieselbe Antwort.

Die erste von vier Fragen lautete nämlich: "Was halten Sie für die wichtigste ökonomische Herausforderung 2013 jenseits Ihres Unternehmens?"

Die meisten beantworteten Sie so, wie es nicht anders zu erwarten war. Die "Euro-Krise" oder noch allgemeiner die Schuldenprobleme der öffentlichen Haushalte und Banken tauchten in fast allen Antworten auf. Adidas-Vorstandschef Herbert Hainer nennt das schlicht: "Die Lösung der Probleme in der Eurozone". Gerold Linzbach, Vorstandschef von Heidelberger Druckmaschinen sieht dabei explizit auch die Wirtschaft und private Haushalte in der Pflicht. Außer ihm nahm nur noch Dietmar Bichler von Bertrandt eine über die Wirtschaft hinausreichende Perspektive ein: Die Finanzsysteme müssten stabil bleiben, "um das Risiko sozialer Verwerfungen zu minimieren." Dezidiert politische Forderungen stellte sonst niemand.

Frank Schübel, Vorstandssprecher der Berentzen-Gruppe

„20 bis 30 Flaschen stehen hier in jedem Büro“, sagt Frank Schübel, 49, Vorstandssprecher der Berentzen-Gruppe. Da ist sein Arbeitszimmer keine Ausnahme. Im Regal hat er Korn, Wodka und Liköre platziert. Schübel hat sie alle probiert. „Es vergeht keine Woche, in der wir nicht Verkostungen haben“, sagt der Marketingspezialist. „Wir arbeiten gerade an einem Dutzend Innovationen.“ Die berühmteste Innovation der Brennerei hat Schübel vor mehr als 30 Jahren probiert, an seinem 18. Geburtstag – den Apfelkorn. Er kam 1976 in den Handel und war die erfolgreichste Einführung einer Spirituose seit Gründung der Bundesrepublik, ist aber längst kein Trendgetränk mehr. 2008 rutschte Berentzen in die Krise, 2012 zog Schübel in das Chefbüro unter dem Dach einer ehemaligen Scheune ein. Vorher hatte er für die bayrische Molkerei Weihenstephan gearbeitet. Seine Frau und seine beiden Kinder wohnen noch in München. An den Wochenenden fliegt er zu ihnen. „Die Woche gehört der Firma“, sagt Schübel. Die sitzt in Haselünne, einem 13 300-Einwohner-Städtchen im Emsland, 15 Kilometer vom nächsten Bahnhof, 20 Kilometer von der Autobahn und 90 Kilometer vom nächsten Flughafen entfernt. Schübel wohnt hier im Burghotel Haselünne, das der Familie Berentzen gehört. Das Spirituosenunternehmen musste sie im Krisenjahr 2008 verkaufen, ihre Anteile übernahm die Münchner Investmentgesellschaft Aurelius. Inzwischen geht es wieder aufwärts. „2013 war das erste Jahr, in dem wir im Segment der fruchtigen Spirituosen wieder Marktanteile gewonnen haben“, freut sich Schübel. „Im Januar hatten wir 10,3 Prozent, im Dezember 11,5.“ Erfolgreich läuft auch die Eventgastronomie, die in der alten Abfüllerei eingerichtet wurde. Sie zieht im Jahr rund 45 000 Gäste an – mehr als Haselünne Einwohner hat. Darauf einen Korn, einen Apfelkorn.

(Text: Hermann Olbermann)

Bild: Arne Weychardt für WirtschaftsWoche

Bei der zweiten Frage nach den zentralen Herausforderungen für ihr eigenes Unternehmen lassen sich einige Vorstandschefs nicht besonders tief in die Karten sehen. Während Herbert Hainer "erneut Rekordergebnisse" erzielen will, klingt bei Post-Chef Frank Appel und Lanxess-Chef Axel Heitmann ein gewisser Pessimismus durch. Sein Unternehmen "müsse "für konjunkturelle Rückschläge gewappnet sein", meint Appel. Heitmann sorgt sich um die Rohstoff- und Energiepreise.

Dass es selbst für einen Vorstandsvorsitzenden auch ein Leben jenseits des Berufs gibt, belegen die Antworten auf die Frage nach dem persönlichen Ziel für 2013. Die Work-Life-Balance ist ganz offensichtlich auch für die, die ganz oben auf der Karriereleiter stehen, eine ungelöste Aufgabe.

1 KommentarAlle Kommentare lesen
  • 01.01.2013, 09:15 UhrOndoron

    Wenn die deutschen (Export-)Industrie den Euro will, dann soll sie dafür die erforderlichen Billionen aufbringen. So ist es nur eine eklatante Subventionierung der deutschen Industrie durch den deutschen Steuerzahler - bis der zusammenbricht!

    Ich wünsche mir, daß der Euro kollabiert. Damit die Völker wieder frei sind und die deutschen Arbeitnehmer wieder zu Wohlstand. Die Umverteilung zugunsten der Südens muß beendet werden. Mit dem Euro kommen die nicht auf einen grünen Zweig.

    Ich empfinde die Manager der deutschen Industrie geradezu widerlich, daß ihnen völlig egal ist, wie sich das Volksvermögen entwickelt - Hauptsache, die Kasse klingelt. Einfach nur widerlich! Noch widerlicher ist allerdings, daß selbst die Gewerkschaften ins gleiche Horn stoßen. Daß denen nichts auffällt, nur weil ein "politisches Projekt" im Raum steht, das längst gescheitert ist...

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