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Euro retten und Rückhand üben: Was sich deutsche Top-Manager für 2013 wünschen

Deutschlands Vorstandsvorsitzende über die wichtigsten ökonomischen Probleme des neues Jahres und ihre persönlichen Ziele - beruflich und privat.

Die WirtschaftsWoche hat Deutschlands Vorstandsvorsitzenden Fragen über die wichtigsten ökonomischen Probleme des neuen Jahres 2013 gestellt Quelle: Fotolia
Die WirtschaftsWoche hat Deutschlands Vorstandsvorsitzenden Fragen über die wichtigsten ökonomischen Probleme des neuen Jahres 2013 gestellt Quelle: Fotolia

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Wir haben Deutschlands Vorstandschefs gefragt, was sie im neuen Jahr erwarten und selbst vorhaben. Und die meisten haben geantwortet. Zumindest auf eine der Fragen fanden fast alle mehr oder weniger dieselbe Antwort.

Die erste von vier Fragen lautete nämlich: "Was halten Sie für die wichtigste ökonomische Herausforderung 2013 jenseits Ihres Unternehmens?"

Die meisten beantworteten Sie so, wie es nicht anders zu erwarten war. Die "Euro-Krise" oder noch allgemeiner die Schuldenprobleme der öffentlichen Haushalte und Banken tauchten in fast allen Antworten auf. Adidas-Vorstandschef Herbert Hainer nennt das schlicht: "Die Lösung der Probleme in der Eurozone". Gerold Linzbach, Vorstandschef von Heidelberger Druckmaschinen sieht dabei explizit auch die Wirtschaft und private Haushalte in der Pflicht. Außer ihm nahm nur noch Dietmar Bichler von Bertrandt eine über die Wirtschaft hinausreichende Perspektive ein: Die Finanzsysteme müssten stabil bleiben, "um das Risiko sozialer Verwerfungen zu minimieren." Dezidiert politische Forderungen stellte sonst niemand.

Markus Rieß, Vorstandsvorsitzender von Allianz Deutschland
Fast geräuschlos öffnen sich die Fahrstuhltüren in der fünften Etage. Markus Rieß, 47, Vorstandsvorsitzender von Allianz Deutschland, nimmt diesen Weg fast täglich. Nur ein paar Schritte trennen ihn dann noch von seinem Büro. Hier oben in einem hochmodernen Glastempel im Münchner Vorort Unterföhring hat sich der gesamte Vorstand einquartiert. Die Büros sind alle gleich groß, messen exakt 39 Quadratmeter. "Ich mag es nicht, wenn Büros extra für den Vorstand dekoriert werden", sagt Rieß, während er am Konferenztisch auf sein elektronisches Notizbuch schaut. "Ich nutze die digitale Welt", beschreibt Rieß sein fast papierloses Büro, in dem sich neben den Apple-Ikonen iPad, MacBook und iPhone nur noch ein Blackberry behaupten kann. Seit Juli 2010 leitet der promovierte Volkswirt die Deutschland-Dependance der Allianz Gruppe, eines der weltweit größten Versicherungsunternehmen. Mit mehr als 28 Milliarden Euro steuerte der Deutschland-Ableger rund ein Viertel zum Gesamtumsatz der Allianz Gruppe bei, der im vergangenen Jahr 106 Milliarden Euro betrug. 20 Millionen Kunden und mehr als 30.000 Mitarbeiter, davon 7000 in der Münchner Zentrale – so lauten die weiteren Kennzahlen aus Rieß’ Reich. Wesentlich unspektakulärer präsentiert sich sein Arbeitszimmer, das von einer gerahmten Collage aus 25 Kinderzeichnungen dominiert wird. Sie entstanden im Malwettbewerb "Was mir das Liebste in meinem Leben ist", zu dem der Konzern 2011 Münchner Grundschüler aufgerufen hatte. Wie ein Kontrapunkt wirkt das Werk des US-Expressionisten Zy Twombly, das hinter dem Schreibtisch hängt. Aus Rieß’ Privatbesitz stammen zwei Lithografien des Künstlers Georg Baselitz. "Man sollte die Dinge stets auch aus einer anderen Perspektive betrachten", interpretiert Rieß die auf dem Kopf stehenden Porträts. Kopf steht auch die digitale Welt: Zu Rieß’ Schreibutensilien zählen Tintenfass und Füller.
(Text: Ulrich Groothuis)

Bei der zweiten Frage nach den zentralen Herausforderungen für ihr eigenes Unternehmen lassen sich einige Vorstandschefs nicht besonders tief in die Karten sehen. Während Herbert Hainer "erneut Rekordergebnisse" erzielen will, klingt bei Post-Chef Frank Appel und Lanxess-Chef Axel Heitmann ein gewisser Pessimismus durch. Sein Unternehmen "müsse "für konjunkturelle Rückschläge gewappnet sein", meint Appel. Heitmann sorgt sich um die Rohstoff- und Energiepreise.

Dass es selbst für einen Vorstandsvorsitzenden auch ein Leben jenseits des Berufs gibt, belegen die Antworten auf die Frage nach dem persönlichen Ziel für 2013. Die Work-Life-Balance ist ganz offensichtlich auch für die, die ganz oben auf der Karriereleiter stehen, eine ungelöste Aufgabe.

1 KommentarAlle Kommentare lesen
  • 01.01.2013, 09:15 UhrOndoron

    Wenn die deutschen (Export-)Industrie den Euro will, dann soll sie dafür die erforderlichen Billionen aufbringen. So ist es nur eine eklatante Subventionierung der deutschen Industrie durch den deutschen Steuerzahler - bis der zusammenbricht!

    Ich wünsche mir, daß der Euro kollabiert. Damit die Völker wieder frei sind und die deutschen Arbeitnehmer wieder zu Wohlstand. Die Umverteilung zugunsten der Südens muß beendet werden. Mit dem Euro kommen die nicht auf einen grünen Zweig.

    Ich empfinde die Manager der deutschen Industrie geradezu widerlich, daß ihnen völlig egal ist, wie sich das Volksvermögen entwickelt - Hauptsache, die Kasse klingelt. Einfach nur widerlich! Noch widerlicher ist allerdings, daß selbst die Gewerkschaften ins gleiche Horn stoßen. Daß denen nichts auffällt, nur weil ein "politisches Projekt" im Raum steht, das längst gescheitert ist...

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