Exklusiv und verschwiegen: Berlins Treffpunkte der Macht

Exklusiv und verschwiegen: Berlins Treffpunkte der Macht

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Das Brandenburger Tor in Berlin: Die Stadt ist ein wichtiger Treffpunkt der Macht

von Henning Krumrey, Max Haerder und Cordula Tutt

Einfliegen, vorsprechen, abreisen – deutsche Unternehmenschefs halten in ihren Dependancen Kontakt zur Politik. Für diskrete Treffen haben sie nirgends in Deutschland so viel Auswahl wie in der Hauptstadt.

Bei niedrigem Blutzuckerspiegel fallen Entscheidungen kurzfristig aus, wollen Wissenschaftler herausgefunden haben. Ohne Hungergefühl kann sich der Kopf auf das Wesentliche konzentrieren. Nur ein Grund, warum das vertraute Gespräch beim Lunch erfolgversprechender sein kann als in einem Besprechungsraum. Aber wer trifft sich wo in Deutschland? Und warum?

Wer an der Spree die Treffpunkte der Einflussreichen sucht, trifft immer auch auf Politik. Mangels unternehmerischer Schaltstellen konzentriert sich die Macht auf Regierung, Abgeordnete, hohe Ministerialbeamte. Wer in die Hauptstadt kommt, möchte diese Entscheider treffen – mal offiziell bei Gipfeln und Kongressen, mal verschwiegen in Hinterzimmern. Erst seit wenigen Jahren treffen sich auch Manager untereinander für Vertragsverhandlungen in der deutschen Metropole, deren Anziehungskraft wächst.

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Firmenrepräsentanzen sind beliebter Treffpunkt

Unternehmer und Vorstände nutzen dazu vor allem die eigenen Firmenrepräsentanzen, die inzwischen nicht nur Konzerne, sondern auch Familienunternehmen in der Hauptstadt unterhalten. In eigenen Räumen – vom nüchternen Besprechungssaal bis zur gemütlichen Lounge – ist die Wahrscheinlichkeit am geringsten, gesehen zu werden.

Manche Unternehmen, wie die Deutsche Bank oder der Energieversorger EnBW, leisten sich gar fulminante Dachgärten mit Blick über Regierungsviertel und Stadt. Die Commerzbank ist stolz auf ihr historisierendes Gebäude, das dem Brandenburger Tor benachbart ist; sie hat es nicht nötig, anderswohin auszuweichen. Kontaktpflege zur Politik ist Trumpf, direkt oder indirekt.

So lädt Daimler-Chef Dieter Zetsche bisweilen Parlamentarier in die Konzernrepräsentanz im ehemaligen Weinhaus Huth ein. Und Bayerns Ex-Finanzminister Georg Fahrenschon empfing die Kollegen der unionsregierten Bundesländer und den Bundes-Kassenwart Wolfgang Schäuble nicht in der Landesvertretung des Freistaates, sondern in der BMW-Repräsentanz unter den Linden. Er wollte bei der Gelegenheit ein bayrisches Vorzeigeunternehmen präsentieren.

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