Fachkräftemangel: So finden Unternehmen die perfekten Mitarbeiter

Fachkräftemangel: So finden Sie den perfekten Mitarbeiter

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So finden Sie Mitarbeiter, die wirklich zu Ihnen passen.

Die Qualifikation von neuen Mitarbeitern kann noch so gut sein, trotzdem harmoniert es manchmal einfach nicht. Wie man passendes Personal findet und welche Rolle Unternehmenskultur dabei spielt.

Personaler kennen das. Der Lebenslauf des neuangestellten Mitarbeiters ist top, die Gehaltsvorstellungen passen und nett ist er obendrein. Doch schon nach einigen Wochen wird klar: Irgendwie passt er trotzdem nicht ins Team. Denn nicht nur die Qualifikation eines Bewerbers ist ausschlaggebend für die Performance, sondern auch, wie der "Neue" zur Unternehmenskultur passt.

"Ich würde Unternehmenskultur beschreiben als eine Mischung aus Umgangsformen, ungeschriebenen Gesetzen, Atmosphäre, Werten, die man wahrnehmen kann, Geschwindigkeit und Stil eines Unternehmens", erklärt Maren Lehky, Chefin der gleichnamigen Consultingfirma aus Hamburg. Lehky hat selbst lange als HR-Managerin und Personalchefin gearbeitet und diverse Bücher zu Themen rund um Personalfragen veröffentlicht. Sie sagt über Unternehmenskultur: "Sie hält ein Unternehmen zusammen und schafft einen Rahmen für die Zusammenarbeit."

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Smarte Chefs wissen um die Kultur ihres Unternehmens und nutzen diese Eigenheiten nicht nur, um Gewinne zu steigern, sondern auch um Prozesse zu optimieren - und um talentierte Mitarbeiter zu locken.

Unternehmenskultur

  • Eine Definition

    Als Unternehmenskultur bezeichnet man die vorherrschenden Wertemuster innerhalb einer Firma. So wie jedes Land über eine eigene Kultur verfügt, so entwickelt sich auch in Unternehmen ein gewisses Selbstverständnis - und mit ihm eine für dieses Unternehmen spezifische Herangehensweise. Es ist eine „eigene DNS“.

Im Zeitalter von Castingshows, in denen jedes noch so kleine Kind weiß, wie es sich verhalten muss, um ein Foto zu bekommen, wird es für Personaler jedoch immer schwieriger, qualifizierte Bewerber von Blendern zu unterscheiden. Der durch den Fachkräftemangel verursachte Kampf um die Top-Talente erhöht den Druck zusätzlich. Wer dann noch die anspruchsvolle Generation Y für sich gewinnen möchte, muss sich einiges einfallen lassen. Unternehmenskultur kann hier den Unterschied machen.

Personaler zu Kulturmanagern machen

"In einer wissensbasierten Gesellschaft werden diejenigen vorne sein, die eine Kultur pflegen, in der sich Führungskräfte und Mitarbeiter wohlfühlen, in der es möglich ist, sich einzubringen, zu gestalten und sich zu entwickeln, in der es ein Wir-Gefühl und eine Identifikation mit dem Unternehmen gibt", schreibt Jan C. Weilbacher von Pepper Consulting im „Human Resources Manager“.

Als Kulturverwalter nimmt Weilbacher die HR Manager in die Pflicht: "Es muss im Unternehmen Menschen geben, die sich für eine solche Kultur verantwortlich fühlen, die sie vorantreiben wollen, die den Mut haben, sich für sie einzusetzen: die Personalmanager."

Unternehmenskultur Misstrauen zerstört die Produktivität der Mitarbeiter

Scheitern digitale Projekte, liegt es - klar - an der verkrusteten Unternehmenskultur. Und wer ein attraktiver Arbeitgeber ist, verdankt das der offenen Kultur? Was sich hinter dem vermeintlichen Allheilmittel verbirgt.

Vertrauen in Unternehmenskultur. Quelle: Getty Images

Eine, die zeigt, wie es geht, ist Lori Goler, HR Chefin von Facebook. In einem Interview mit glassdoor.com erklärt sie: "Der Erfolg des Unternehmens kann herunter gebrochen werden auf eine simple, aber zugleich komplexe Sache: Kultur." 17.000 Mitarbeiter verantwortet Goler weltweit. Um sie zusammen zu halten, pflegt Facebook seine Kultur ganz bewusst seit dem ersten Tag.

Nicht jeder passt zur Kultur

Im Umkehrschluss bedeutet das aber auch: Nicht jeder kann bei Facebook arbeiten. Die firmeneigene Kultur zu erhalten, setzt laut Goler gewissenhafte und transparente Bewerbungsprozesse voraus. "Wir beschreiben den Bewerbern ganz genau, wie es ist, bei uns zu arbeiten und was uns und unseren Mitarbeitern wichtig ist", sagt sie. "Letztlich müssen die Bewerber dann selbst entscheiden, ob Sie unsere Werte teilen und zu uns passen."

Wer weiß, wer er ist, findet auch Mitarbeiter, die zu ihm passen. Doch nicht in allen Firmen reflektiert man die Kultur wie bei Facebook. Unternehmenskulturelle Aspekte gehören laut Boston Consulting Group zu den Top 4 der Faktoren für das Wohlbefinden am Arbeitsplatz. Viele Unternehmen haben diesen Aspekt bereits erkannt, 92 Prozent wollen ihre Unternehmenskultur neu gestalten. Nur wie konkret, das wissen lediglich 14 Prozent.

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