Frauen in Führungspositionen: "Noch 86 Jahre bis zur Gleichberechtigung"

Frauen in Führungspositionen: "Noch 86 Jahre bis zur Gleichberechtigung"

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Frauenanteil in Führungsetagen steigt nur langsam.

Das DIW hat den Frauenanteil in 200 deutschen Konzernen untersucht. "Die Entwicklung ist ein Ritt auf der Schnecke", klagen die Forscher. Auch bei der Bezahlung ist es mit der Gleichberechtigung nicht weit her.

Eine ausgewogene Repräsentation von Frauen und Männern in den Spitzengremien der deutschen Wirtschaft bleibt in weiter Ferne: In den Vorständen der 200 umsatzstärksten Unternehmen lag der Frauenanteil Ende des Jahres 2015 bei gut sechs Prozent – 57 von 910 Vorstandsmitgliedern waren Frauen. Das entspricht einem Anstieg von weniger als einem Prozentpunkt gegenüber dem Vorjahr. Zu diesem Ergebnis kommt das Managerinnen-Barometer 2016 des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW).

Einen deutlichen höheren Frauenanteil stellte das DIW in den Aufsichtsräten fest. Dort waren 19,7 Prozent der 2202 Mitglieder in den 200 größten Unternehmen weiblich. Ende 2014 hatte der Anteil noch bei 18,4 Prozent gelegen.

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"Die Entwicklung ist ein Ritt auf der Schnecke"

"Die Entwicklung gleicht einem Ritt auf der Schnecke", sagte DIW-Forschungsdirektorin Elke Holst in Berlin. Wenn das Tempo, mit dem die Frauenanteile stiegen, so gering bleibe, werde es "noch sehr lange dauern, bis eine gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern erreicht ist". Ginge es so weiter wie in den vergangenen zehn Jahren, würde es in den Top-200-Unternehmen den DIW-Berechnungen zufolge noch 86 Jahre dauern, bis genauso viele Frauen wie Männer im Vorstand sitzen. In den Aufsichtsräten wäre das immerhin in 25 Jahren geschafft. "Die Frauenanteile verharren also vor allem in den Vorständen noch immer auf einem extrem niedrigen Niveau", sagt Anja Kirsch, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Personalpolitik der Freien Universität Berlin.

Diese Unternehmen bieten die besten Karrierechancen für Frauen

  • Platz 10

    Für den Frauen-Karriere-Index des Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) bekommen die teilnehmenden Unternehmen eine Wertung auf einer Skala von 0 bis 100. Je höher die Punktzahl, desto besser die Karrierechancen für Frauen in dem Betrieb.

    Die Symrise AG kam im Jahr 2015 auf 73 von 100 Punkten - im Ranking reicht das für Platz zehn.

    Quelle: Frauen-Karriere-Index

  • Platz 9

    GFT Technologies AG - 75 Punkte

  • Platz 8

    Jeweils 76 Punkte entfallen auf:

    Intel GmbH / Intel Mobile Communications

    DATEV eG

    TÜV Rheinland

    ING-DiBa AG

  • Platz 7

    Jeweils 78 Punkte gehen an

    Bombardier Transportation GmbH

    Uniklinik Köln

  • Platz 6

    Jeweils 79 Punkte für

    Hydro Aluminium Rolled Products GmbH, Grevenbroich

    SEB AG

    KfW

  • Platz 5

    Jeweils 80 Punkte gehen an

    Siemens Betriebskrankenkasse SBK

    HypoVereinsbank

    SMA Solar Technology

  • Platz 4

    Charité Universitätsmedizin Berlin - 81 Punkte

  • Platz 3

    Jeweils 82 Punkte erreichten

    Randstad Deutschland

    Airbus Group Deutschland

  • Platz 2

    Deutsche Telekom AG - 83 Punkte

  • Platz 1

    Hewlett Packard GmbH - 85 Punkte

Die neue Quotenregelung allein könne es nicht richten, fügte Holst hinzu. Das seit 1. Januar geltende Gesetz verpflichte zwar rund 3500 Unternehmen, sich Zielgrößen für einen höheren Frauenanteil in Aufsichtsräten, Vorständen und obersten Managementebenen zu setzen. "Ohne wirkliche Sanktionen bei Nichterfüllung der Zielgrößen könnte sich das Gesetz jedoch als zahnloser Tiger herausstellen", bemerkte Holst. Von den gut 100 Unternehmen, die laut Gesetz von diesem Jahr eine Frauenquote von 30 Prozent bei Neubesetzungen ihres Aufsichtsrats berücksichtigen müssten, erfüllten erst 28 Prozent die Vorgaben.

Gender-Pay-Gap im Finanzsektor

Allerdings können den Autorinnen zufolge nicht alle Unternehmen über einen Kamm geschoren werden, denn einige sind deutlich ambitionierter als andere. In allen untersuchten Unternehmensgruppen hat ein nicht unerheblicher Teil bereits 30 Prozent Frauen oder mehr im Aufsichtsrat.

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Am besten sieht es diesbezüglich in den Gruppen der Dax-30-Unternehmen sowie der Unternehmen mit Bundesbeteiligung aus, in denen jeweils fast die Hälfte der Unternehmen diese Schwelle bereits heute erreicht. Andere haben noch einen langen Weg vor sich.

Im Finanzsektor, in dem das DIW Berlin die 100 größten Banken und 59 größten Versicherungen untersucht hat, war der Anstieg der Frauenanteile im vergangenen Jahr gering: In den Vorständen stieg er um jeweils weniger als einen Prozentpunkt auf knapp acht Prozent bei den Banken und gut neun Prozent bei den Versicherungen. In den Aufsichtsräten war die Dynamik etwas stärker, allerdings waren Frauen auch dort mit gut 21 beziehungsweise 19 Prozent weiterhin stark unterrepräsentiert – und das, obwohl sie im Finanzsektor insgesamt die Mehrheit der Beschäftigten stellen.

Besonders gering war der Frauenanteil in den Kontrollgremien der Genossenschaftsbanken, obwohl diese ein partizipatives Geschäftsmodell verfolgen. „Die geringen Aufstiegschancen wirken sich auch auf den Verdienstunterschied zwischen Frauen und Männern aus“, erklärt Kirsch: "Der sogenannte Gender Pay Gap ist im Finanzsektor im Vergleich zu allen anderen Branchen am größten."

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