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Kommentar Frauenquote: Der Placebo-Effekt

von Cornelia Schmergal

EU-Kommissarin Viviane Reding will ein Gesetz zur Frauenquote vorlegen. Damit wird sie in Europa nicht durchkommen.

Die wichtigsten Business-Frauen 2012

Rang 10: Simone Bagel-Trah

Mit 40 Prozent Zuspruch der Juroren landet die Ur-Urenkelin des Markenpioniers Fritz Henkel unter den Top Ten. Simone Bagel-Trah ist Aufsichtsratsvorsitzende des Düsseldorfer Henkel-Konzerns. Damit steht die promovierte Mikrobiologin an der Spitze eines der 500 umsatzstärksten Konzerne der Welt und gehört in Deutschland zu den wirtschaftlich wichtigsten Frauen für 2012.

Bild: dpa

Die Dame ist Überzeugungstäterin. Und ihr ganz persönliches Credo lautet: Die Frauenquote für die Unternehmen muss kommen. Nicht flexibel, nicht selbstverordnet, sondern per staatlichem Dekret. EU-Justizministerin Viviane Reding arbeitet an einem Gesetz für eine Frauenquote, das hat sie heute bestätigt. Im Oktober will sie dazu einen Richtlinienvorschlag vorlegen. Der Frauenanteil in den Aufsichtsräten börsennotierter Unternehmen soll bis 2020 auf 40 Prozent erhöht werden.

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Schon seit Monaten wirbt Reding für ihren Vorschlag. Freiwilligen Vereinbarungen mit der Wirtschaft will sie nicht trauen. Dass sie sich Quotengesetze in allen EU-Mitgliedstaaten wünscht, war nie ein Geheimnis. Dass sie ausgerechnet jetzt eine Richtlinie schreiben will, hat einen Grund. In den vergangenen Wochen hatte Reding die Wirtschaft um Vorschläge gebeten, wie der Frauenanteil in den Kontrollgremien gesteigert werden könne. Inzwischen hat sie 500 Beiträge erhalten. „Die meisten aus Deutschland“, wie es in der Kommission heißt. Jetzt sind die Reding-Mitarbeiter dabei, die Folgen der geplanten Vorschrift abzuschätzen.

1. Lieber Spaß als Macht

Fragt man eine Frau: Was ist Ihnen an ihrem Job wichtig? Lautet die Antwort nicht, mein Firmenwagen, das üppige Gehalt oder der leistungsabhängige Bonus. Nein! Frauen wollen hauptsächlich Spaß an der Arbeit. Eine Umfrage des Beratungsunternehmens Universum Communications unter angehenden Wirtschaftswissenschaftlern belegt dies. Während 60 Prozent der Frauen sich ein freundliches Arbeitsumfeld wünschen und über 50 Prozent Wert auf vielfältige Arbeitsaufgaben legen, sind nur 14 Prozent auf Prestige und eine rasche Beförderung aus.

Bild: gms

Durchsetzung unwahrscheinlich

Allerdings ist es unwahrscheinlich, dass Reding sich in der EU mit ihren Vorstellungen durchsetzen kann. Das EU-Parlament mag noch einfach zu überzeugen sein. In den Mitgliedstaaten bräuchte Reding allerdings eine qualifizierte Mehrheit - und das dürfte schwierig werden.

Von Bundeskanzlerin Angela Merkel weiß man, dass sie starre Quoten ablehnt – weil sie diese weder dem Wirtschaftsflügel ihrer Partei noch den Koalitionskollegen von der FDP zumuten will.

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Mit der CSU hat sie sich daher darauf geeinigt, in Deutschland keine starre, sondern eine Flexi-Quote einzuführen, wie sie Frauenministerin Kristina Schröder propagiert. Die Unternehmen müssen sich demnach selbst eine Vorgabe für den Frauenanteil in Führungspositionen setzen. Sie müssen dann veröffentlichen, ob sie dieses Ziel erreicht haben. Mehr ist in der Bundesregierung zur Erleichterung der Wirtschaft nicht durchsetzbar.

Erfolge ohne starre Quote

So wird Redings Vorstoß wohl erst einmal eine Drohung bleiben. Allerdings können auch politische Placebos einiges in Bewegung setzen. Das kennt man aus der deutschen Quotendebatte: Nach einer Studie der Unternehmensberatung PriceWaterhouseCoopers ist der Frauenanteil in den Aufsichtsräten der Dax-Konzerne jetzt leicht gestiegen. Inzwischen sind 18,2 Prozent der Mandate mit einer Frau besetzt. Anfang 2011 dümpelte dieser Anteil noch um die 13,4 Prozent herum. Geht also doch. Auch ohne starre Quote.

4 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 16.06.2012, 22:52 Uhrxyz

    Nach einer Studie der Unternehmensberatung PriceWaterhouseCoopers ist der Frauenanteil in den Aufsichtsräten der Dax-Konzerne jetzt leicht gestiegen. Inzwischen sind 18,2 Prozent der Mandate mit einer Frau besetzt. Anfang 2011 dümpelte dieser Anteil noch um die 13,4 Prozent herum. Geht also doch. Auch ohne starre Quote.


    Der Frauenanteil der Bevölkerung liegt ja in den meisten Altersklassen bei ca. 48-52%. Folglich muss der Anteil in Aufsichtsräten, Unternehmen auch der Relation in der Gesellschaft entsprechen, erst dann ist es angemessen repräsentiert.

    wenn schon, dann auch richtig. Alles andere wäre ja Quatsch

    eine gute Idee auch Quereinsteiger in den Aufsichtsräten zu akzeptieren. Dadurch wird es demokratisiert - besser als nur Fachidioten. Gerne auch Reinigungskräfte.

  • 15.06.2012, 10:52 UhrOberfranken

    Erstmal ich bin eine Frau, die diese Diskussionen zu diesem Thema nicht nachvollziehen kann. Ich fühle mich weder benachteiligt, noch als Frau diskriminiert. Wenn eine Frau Karriere machen will, egal ob in einem Management oder auch im Handwerk, dann soll sie einfach gute Leistung bringen und besser sein, als der männliche Anwärter, dann wird sie den Job schon bekommen. Nur kann es nicht sein, dass die männlichen Kollegen die Quote ausbaden müssen, denn die sollten sich dann eigentlich diskriminiert fühlen.
    Ich selbst war Zeitsoldat, gebe zu, für eine Frau keine einfache Tätigkeit, aber man kann sich durchbeissen. Allerdings hat auch die Bundeswehr eine Frauenquote mit rund 13%. Gab es nun weniger gute und geeignete Bewerber, so musste laut Vorgaben, die Quote trotzdem erfüllt werden. Was hat es gebracht? Frauen waren grundsätzlich erstmal die Quote und zweitens haben mir die Frauen, die man dann rein zu Erfüllung der Quote eingestellt hat, nur Aerger gebracht. Ich bin gegen die Einführung von Quoten, jeder soll den Job machen, für den er geistig und körperlich geeignet ist.

  • 14.06.2012, 16:14 Uhrholger

    tja quoten warum sind solche quoten denn notwendig? weil frauen bei der jobvergabe benachteiligt werden und als beweiß werden dann aktuelle verteilungen der jobs für frauen und männern aufgezählt.
    das ergebnis ist immer eine diskriminierung die möglichkeit das frauen sich mit absicht anders entscheiden ist undenkbar und im zweifelsfall kommt dann immer die gläserne decke...

    dann gibt es auch eine gläserne decke bei der mitgliedschaft in parteien. der anteil an frauen dort ist extrem unterschiedlich und über alle parteien sind frauen weniger vertreten als ihr anteil an der gesamtbevölkerrung annehmen lassen würde.
    es gibt aber immer nur eine erklärung für unterschiede und die ist diskriminierung wer verhindert also das frauen nicht bei parteien mitmachen wollen(bzw signifikannt weniger als männer)?

    eben und dann kommt ja noch das gebot das niemand wegen geschlecht glauben usw benachteiligt werden soll. und was sind quoten? genau frauen bekommen den job weil sie frauen sind und männer bekommen den job nicht weil sie männer sind.
    das sagt doch alles oder?

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