Führung: Kompetenz wächst nicht mit der Erfahrung

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Führung: Kompetenz wächst nicht mit der Erfahrung

Haben die Personalabteilungen bisher alles falsch gemacht? Der Wirtschaftspsychologe Uwe Kanning behauptet, dass Führungserfahrung nichts bringt, und will mit einer Studie den gesunden Menschenverstand widerlegen.

In Stellenanzeigen für Führungspositionen wird meist auch Führungserfahrung verlangt. Manager sind offenbar überzeugt, dass man Führung durch Führen lernt. Die Wirtschaftspsychologen Uwe Peter Kanning und Philipp Fricke kommen nach ihren Untersuchungen in der Fachzeitschrift "Personalführung" zum gegenteiligen Ergebnis.

Die Grundlage der Untersuchung der Psychologen war ein Assessment-Center (AC) eines Unternehmens mit 814 Personen, 66 Prozent der Teilnehmer besaßen bereits Führungserfahrung. Mit der internen Leistungsschau bot ihnen das Unternehmen die Chance, sich für andere leitende Positionen zu empfehlen. Der Test bestand laut Kanning aus den üblichen Elementen: zwei Rollenspiele, eine Gruppendiskussion, eine Planungsaufgabe, eine Präsentation. Die Führungsfähigkeit der Teilnehmer wurde nach neun Kategorien eingeschätzt: Entscheidungsfähigkeit, Selbstreflexion, Kommunikationsfähigkeit, Konfliktfähigkeit, Kooperationsfähigkeit, Führungsfähigkeit, Organisationsfähigkeit, Problemlösefähigkeit, Überzeugungsfähigkeit.

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Dann suchten die Psychologen nach einer Korrelation, also einem Zusammenhang dieser Fähigkeiten mit vier anderen Eigenschaften der Probanden: die bisherige Führungserfahrung, die Anzahl der Untergebenen, das Lebensalter und das Geschlecht.

Erfahrung, Alter, Teamgröße – alles unwichtig?

Die Ergebnisse, so Kanning, widerlegten allesamt die naheliegenden Annahmen: Führungserfahrung spielte keine Rolle. Diejenigen, die bereits Mitarbeiter führten, zeigten keine bessere Führungsleistung im AC als diejenigen ohne bisherige Führungserfahrung. Und zwar in allen neun Bereichen. Im Bereich der Führungsfähigkeit schnitten die Führungsanfänger sogar deutlich besser ab als alteingesessene Führungskräfte.

Auch die Zahl der geführten Mitarbeiter sei irrelevant, schreiben die Psychologen. Die Führungskräfte mit großem Team im realen Beruf führten im Assessment Center nicht besser als diejenigen mit wenigen Untergebenen.

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Quelle: Fotolia

Das Alter stand sogar in negativer Korrelation zur Führungsfähigkeit: Je älter eine Person war, desto schlechter war ihre Führungsleistung im Versuch. Allerdings beeinflusste das Alter die Leistung insgesamt nur gering. Es erklärte maximal fünf Prozent der Leistung in einem der neun Bereiche.

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