Führung: Warum Frauen meist nicht mit Chefinnen können - und Männer schon

ThemaKarriere

Führung: Warum Frauen meist nicht mit Chefinnen können - und Männer schon

Bild vergrößern

Sind Frauen in ihrem Job unzufriedener, wenn Sie eine weibliche Vorgesetzte haben?

von Daniel Rettig

Eine neue Studie resümiert: Frauen mit einer weiblichen Vorgesetzten sind mit ihrem Job unzufriedener. Für Männer gilt das offenbar nicht.

Den Plan ambitioniert zu nennen ist noch untertrieben. Bis zum Jahr 2025 soll die Hälfte der Belegschaft des australisch-britischen Rohstoffkonzerns BHP Billiton weiblich sein. Das verkündete der CEO Andrew Mackenzie vergangene Woche im Rahmen der Hauptversammlung. Zur Einordnung: Aktuell liegt der Frauenanteil bei etwa 17 Prozent. Das konkrete Ziel nehme das Unternehmen in die Verantwortung, sagt Mackenzie: „Es zeigt, dass wir es ernst meinen.“

Einerseits ist die Bergbauindustrie nicht gerade für übertriebene Frauenförderung bekannt, der Anteil weiblicher Führungskräfte lag im Jahr 2015 branchenweit bei zwölf Prozent. Andererseits geht BHP Billiton mit dem Zeitgeist. Nach Angaben der US-Beratung Catalyst kletterte der Anteil weiblicher Führungskräfte bei den 500 größten US-Konzernen im vergangenen Jahrzehnt von knapp 34 auf 52 Prozent.

Anzeige

Frauen sind auf dem Vormarsch, und das ist auch gut so. Glaubt man einer neuen Studie, birgt das jedoch neues Konfliktpotenzial.

Führungsetage Chefinnen, die härter sind als Chefs

Frauen auf dem Chefsessel sind keine Unschuldsengel, im Gegenteil: Sie sind noch unverträglicher als Männer. Auch mit ihrem angeblich empathischeren Führungsstil ist es nicht weit her und härter sind sie auch noch.

Frauen auf dem Chefsessel sind keine Unschuldsengel, im Gegenteil: Sie sind noch unverträglicher als Männer. Quelle: Fotolia

Inzwischen ist bekannt: Das Verhältnis zwischen Vorgesetztem und Untergebenem beeinflusst Motivation, Engagement und Zufriedenheit. Wenn Angestellte ihren Chef schätzen, sinken die Zahl der Fehltage und die Fluktuation, während die Produktivität und Leistung steigen. Aber spielt dabei auch das Geschlecht des Vorgesetzten eine Rolle – und wenn ja, welche? Dieser Frage gingen nun die beiden Ökonomen Benjamin Artz und Sarinda Taengnoi von der Universität von Wisconsin nach.

Frauen in Führungspositionen Von wegen liebe Frauen und harte Männer

Chefinnen sind gut für's Arbeitsklima, Chefs knallharte Entscheider. Quatsch. Je mehr Frauen in einem Unternehmen an der Spitze stehen, desto weniger unterscheidet sich ihr Verhalten von dem der männlichen Kollegen.

Eine Frau in hohen Pumps  Quelle: dpa

Für ihre Studie, die demnächst im Fachjournal „Labour Economics“ erscheint, werteten sie zwei US-Langzeitstudien aus. Die „National Longitudinal Study of Youth“ und die „National Study of the Changing Workforce“ verfolgen seit dem Jahr 1979 beziehungsweise seit 2008 das Leben von 12.000 Amerikanern.

Die Teilnehmer machen dafür regelmäßig Angaben zu ihrem Privat- und Berufsleben – in welcher Branche sie arbeiten, wie viel sie verdienen und ob sie insgesamt mit Chef und Job zufrieden sind, von eins (sehr unglücklich) bis 4 (sehr glücklich). Die Wissenschaftler beschränkten sich auf all jene Angestellten, die in der Privatwirtschaft arbeiten und an einen Vorgesetzten berichten. Und dabei entdeckten sie einen kuriosen Zusammenhang.

Anzeige
Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%