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Quelle: REUTERSEine neue Manager-Generation prägt die DAX-Konzerne
Vorgänger: Jürgen Hambrecht - CEO BASF 2003-2011
Der promovierte Chemiker begann 1976 im BASF-Kunststofflabor, blieb dem Unternehmen 35 Jahre treu. Arbeitet als erster BASF-Vorstand von Hongkong aus, formte das Unternehmen zum weltgrößten Chemiekonzern. Verteidiger des Standorts Deutschland.
Quelle: PressebildNachfolger: Kurt Bock - CEO BASF
Der 53-Jährige ist zwar ein klassisches BASF-Eigengewächs, doch erst der zweite Nichtchemiker an der Spitze des weltgrößten Chemiekonzerns. Nach einem Ausflug zu Bosch, wo er unter anderem die Niederlassung in Brasilien leitete, kehrte der Betriebswirt 1998 zu BASF zurück, wurde 2003 Finanzvorstand und zähmte die Bilanzen des Ludwigshafener Dax-Konzerns von New York aus, wo seine Kinder nach wie vor leben. Der Ostwestfale gilt als nüchterner, aber weltoffener Zahlenmensch, hat mit BASF ehrgeizige Wachstumspläne, aber wenig Interesse an politischen Auseinandersetzungen. Seinen Platz im Regierungsflieger hat er sicher, sich stark in die Euro-Debatte oder die China-Politik der Bundesregierung einzumischen, wie es sein Vorgänger gelegentlich tat, ist ihm fremd.
Quelle: dpaWerner Wenning - CEO Bayer (2002-2010)
Nach Abschluss der Handelsschule stieg der Leverkusener vom Lehrling zum CEO auf. Strukturiert um , übernimmt Schering. Typ Kumpel fürs Feierabendbier.
Quelle: dpaNachfolger: Marijn Dekkers - CEO Bayer
Nach der Promotion blieb der heute 54-jährige Niederländer in den USA, lernte erst bei General Electrics die Gesetze des Konzernlebens und wird CEO eines US-Laborgeräteherstellers. Erster Ausländer und Quereinsteiger an der Konzernspitze, verpasst Bayer ein rigides Sparprogramm und setzt auf Wachstum in Asien.
Quelle: dapdJürgen Großmann - CEO RWE (2007-2012)
Vom erhofften unternehmerischen Esprit des Selfmade-Milliardärs blieb nur der Sturkopf: Als erklärter Gegner der Atomwende wurde Großmann zum Dino der Energiebranche.
Quelle: dapdNachfolger: Peter Terium - designierter CEO RWE
Der Niederländer kam 2003 als Controller zu RWE. Gilt als Analytiker, der auch in stürmischen Zeiten Ruhe bewahrt. Führt derzeit die niederländische Konzerntochter Essent, wo er geräuschlos ein Drittel des Personals abbaute. Gute Vorbereitung., wenn Terium spätestens im Sommer RWE-Chef wird: Dort fallen 8000 Jobs weg.
Quelle: APThomas Quaas - CEO Beiersdorf (2005-2012)
Er führte den Konzern 2008 in den Dax, doch weil die Geschäfte zuletzt nicht gut liefen, wechselt der 59-jährige im April in den Aufsichtsrat - nach 33 Jahren.
Quelle: PressebildNachfolger: Stefan Heidenreich - designierter CEO Beiersdorf
25 Jahre bei Markenartikeln wie Procter und Reckkitt Benckiser, seit 2002 an der Spitze des Schweizer Nahrungsmittelherstellers Hero: Der künftige Beiersdorf-CEO (48) bringt viel internationale Erfahrung mit. Jahressalär: rund drei Millionen Euro. Das Motto des Ex-Vize-Europameisters im Windsurfen: Quäl dich.
Eine neue Manager-Generation prägt die DAX-Konzerne
Vorgänger: Jürgen Hambrecht - CEO BASF 2003-2011
Der promovierte Chemiker begann 1976 im BASF-Kunststofflabor, blieb dem Unternehmen 35 Jahre treu. Arbeitet als erster BASF-Vorstand von Hongkong aus, formte das Unternehmen zum weltgrößten Chemiekonzern. Verteidiger des Standorts Deutschland.
Sie waren vermummt und kamen mitten in der Nacht: Eine Handvoll Personen drang auf die Versuchsanlage in Sachsen-Anhalt ein, bedrohte Wachpersonal, riss Pflanzen aus dem Boden – gentechnisch veränderte Kartoffeln, Mais, Weizen. Der Schaden: rund 100 000 Euro. Bilder der Verwüstung, die sich wenige Tage später auch in Rostock wiederholten.
Das war im Juli 2011, zwei Monate war Kurt Bock zu diesem Zeitpunkt Vorstandsvorsitzender von BASF. „Wenn es uns gelingt, die gesundheitlichen Vorteile zu beweisen, werden die Verbraucher die Produkte auch besser akzeptieren“, glaubte BASF-Vorstand Stefan Marcinowski.
Die Zukunft zieht um
Keine sechs Monate später hatte sein Chef Bock diesen Glauben offensichtlich verloren: „Wir haben eine hohe Kompetenz und sind dabei, diese zu verspielen“, sagte der 53-jährige Ostwestfale am 11. Januar auf dem Neujahrsempfang der US-Handelskammer in Stuttgart in Anspielung auf die Zukunft der Gentechnik in Deutschland. Und zog wenige Tage später die Reißleine: Am 16. Januar bestätigte BASF, was die WirtschaftsWoche zu diesem Zeitpunkt bereits exklusiv vermeldet hatte: die Verlagerung der Gentechnik-Forschung von Limburgerhof bei Ludwigshafen nach Raleigh im US-Bundesstaat North Carolina.

Das bedeutete nicht nur den Abbau von rund 150 Arbeitsplätzen, sondern den Abzug einer Zukunftstechnologie aus Deutschland. Und damit das sang- und klanglose Ende eines Kampfes, den Bocks Vorgänger Jürgen Hambrecht noch mit so viel Herzblut geführt hatte – knapp 15 Jahre hatte BASF insgesamt 1,2 Milliarden Euro in die Entwicklung von Genpflanzen investiert, gegen Bedenken von Politikern, Bürgern, Juristen und Behörden in ganz Europa gekämpft. Ausdauernd, leidenschaftlich, erfolglos.
Neue Wachstumsmärkte
„Daher ist es aus unternehmerischer Sicht nicht sinnvoll, in Produkte, die für die Kommerzialisierung ausschließlich in diesem Markt vorgesehen sind, weiter zu investieren”, so das nüchterne Statement aus Ludwigshafen. „Wir werden uns deshalb auf die attraktiven Märkte in Nord- und Südamerika und die Wachstumsmärkte in Asien konzentrieren.“
Raus aus der Heimat, wenn es die unternehmerische Vernunft gebietet. Und rein in die Regionen, die weltweit die besten Chancen auf Wachstum und Gewinn bieten. Erst nüchtern alle Argumente abwägen, und dann zügig entscheiden, frei von sentimentalen Bindungen an den einst so viel beschworenen Standort Deutschland: Diese Haltung wird Standard in den Führungsetagen deutscher Unternehmen.













