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Führungskräftestudie: Manager handeln gegen ihre Überzeugungen

Wenn es darauf ankommt, scheint Verantwortung für die meisten Manager nur ein Wort zu sein. Und Vorbilder haben sie auch nicht, wie eine Umfrage unter Führungskräften zeigt.

Der Ehrgeizige: Matthias Müller

Schon nach wenigen Monaten an der Spitze des exklusiven Sportwagenbauers Porsche überraschte Vorstandschef Matthias Müller mit einem mutigen Vorstoß: Die kleine, aber feine Sportwagentochter von Volkswagen solle bis 2018 ihren Absatz auf rund 200.000 Autos verdoppeln, gab er als Ziel vor.

Unrealistische Annahmen? Schließlich hatte Volkswagens Konzernchef Martin Winterkorn zuvor nur davon gesprochen, dass Porsche für 150.000 Autos im Jahr gut sei.

Inzwischen ist der gebürtige Bayer Müller aber auf dem besten Weg, seine hohen Ziele zu erreichen. Dies belegen die jüngsten Halbjahreszahlen: Mit dem Rekordwert von 68.940 Autos haben die Zuffenhausener gut ein Fünftel mehr verkauft als im Vorjahreshalbjahr und den Umsatz um 30 Prozent auf 6,7 Milliarden Euro erhöht.

Bild: dapd

Die meisten Manager können nicht immer hinter ihren eigenen Taten stehen. Sie handelten zumindest manchmal gegen ihre Überzeugungen, gaben 82,1 Prozent von 443 befragten Managern in deutschen Unternehmen in der diesjährigen Studie der Akademie für Führungskräfte zu Protokoll. Auch ihre eigenen Vorgesetzten stufen rund ein Drittel der Manager als moralisch fragwürdig ein.

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Dabei sind fast alle Befragten (98,9 Prozent) davon überzeugt, dass man als Führungskraft ein Vorbild für seine Mitarbeiter sein müsse. Und an Selbstbewusstsein mangelt es offenbar trotz der von den meisten eingeräumten Inkonsistenz zwischen Überzeugungen und Handeln nicht. Rund 75 Prozent glauben von sich, ein Vorbild hinsichtlich der Arbeitsweise zu sein. In "menschlicher Hinsicht" behaupten sogar 83 Prozent, ein Vorbild zu sein. 44 Prozent der Studienteilnehmer behaupten, sie nähmen ihre Verantwortung „ernster als andere“ in vergleichbarer Position.
Manager glauben nicht an Corporate Social Responsibility

Zum Thema Unternehmensverantwortung haben die deutschen Manager ein gespaltenes Verhältnis. Der Wunsch danach ist vorhanden, aber die Realität sieht offenbar anders aus. Zwar sind mehr als die Hälfte von ihnen der Ansicht, ihr Unternehmen solle „auf jeden Fall“ bzw. „möglicherweise“ mehr gesellschaftliche Verantwortung für sein Handeln übernehmen, doch sehen 76,6 Prozent von ihnen Aktivitäten der Corporate Social Responsibility (CSR) skeptisch und halten diese nur teilweise für ernsthaft. 4 Prozent bezeichnen sie gar als „Propaganda“. Auf die Frage, welches deutsche Unternehmen sich als besonders verantwortungsvoll bezeichnen ließe, nannten weniger als 10 Prozent der befragten Manager ein Unternehmen.

Ossi Urchs

Ein auffälliger und gefragter Experte für Web Strategien ist ohne Zweifel Ossi Urchs mit seiner Medienagentur FFT. Als Buchautor und Moderator vermarktet er auch sich selbst erfolgreich.

Bild: Presse

Auch mit persönlichen Vorbildern tut sich das Gros der Manager schwer. Die meisten von ihnen schwiegen sich über konkrete Namen aus. Diejenigen, die sich zu einer Antwort durchringen konnten, antworteten mehrheitlich mit „Es gibt keinen, den ich als Vorbild sehen würde“. Die restlichen Stimmen verteilen sich auf viele verschiedene prominente Köpfe. Die drei meistgenannten sind Ex-Kanzler Helmut Schmidt (37 Stimmen), Kanzlerin Angela Merkel (18) und Ex-Bundespräsident Richard von Weizsäcker (15). Die anerkanntesten Unternehmer sind Steve Jobs (5), Wolfgang Grupp (4) und Bill Gates (3).

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