Bild: dapdDer Ehrgeizige: Matthias Müller
Schon nach wenigen Monaten an der Spitze des exklusiven Sportwagenbauers Porsche überraschte Vorstandschef Matthias Müller mit einem mutigen Vorstoß: Die kleine, aber feine Sportwagentochter von Volkswagen solle bis 2018 ihren Absatz auf rund 200.000 Autos verdoppeln, gab er als Ziel vor.
Unrealistische Annahmen? Schließlich hatte Volkswagens Konzernchef Martin Winterkorn zuvor nur davon gesprochen, dass Porsche für 150.000 Autos im Jahr gut sei.
Inzwischen ist der gebürtige Bayer Müller aber auf dem besten Weg, seine hohen Ziele zu erreichen. Dies belegen die jüngsten Halbjahreszahlen: Mit dem Rekordwert von 68.940 Autos haben die Zuffenhausener gut ein Fünftel mehr verkauft als im Vorjahreshalbjahr und den Umsatz um 30 Prozent auf 6,7 Milliarden Euro erhöht.
Bild: dpaMit einer Umsatzrendite von 18,7 Prozent überragt Porsche die Konkurrenz von BMW und Mercedes bei weitem.
Und daran wird sich so schnell nichts ändern: Müller sicherte Porsche die Führungsrolle beim Sportwagenbau im VW-Konzern. Porsche investiert dafür in die Standorte mehr als eine Milliarde Euro. Mit dem kleinen Sportgeländewagen Macan kommt Anfang 2014 die fünfte Baureihe auf den Markt. Sie gilt mit einem erwarteten Absatzvolumen von 50.000 Fahrzeugen als Garant dafür, dass Müller seine Ziele erreichen kann.
Porsche beweist, dass eine Automarke auch unter dem Dach eines Großkonzerns in neue Dimensionen vorstoßen kann.
Bild: dpaDie Kundenfreundlichen: Jim Hagemann Snabe (l.) & Bill McDermott
Mut und Erfolg gehören zusammen. Das wissen auch Jim Hagemann Snabe und Bill McDermott. Der Däne und der Amerikaner sind bereit, als SAP-Chefs auch ungewöhnliche und überraschende Schritte zu gehen. Etwa den, Lars Dalgaard, Chef der von SAP übernommenen IT-Firma Sucess-Factors, in den SAP-Vorstand zu holen. Dalgaard ist ein junger „Wilder“.
McDermott und Snabe stehen für eine neue SAP. Jung und dynamisch soll der in die Jahre gekommene Softwareriese sein. Vor allem Snabes Aufgabe war es, auf dem wichtigen Heimatmarkt Deutschland und Europa für ein besseres Image zu sorgen.
Bild: dpaDer Erfolgsausweis: Im letzten Quartal verkaufte SAP Softwarelizenzen im Wert von 1,06 Milliarden Euro, 26 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Der Erzrivale Oracle schaffte in seinem letzten Quartal nur ein Plus von sieben Prozent. Die Lizenzerlöse spiegeln den Verkauf von neuer Unternehmenssoftware wider. Der soll nach Prognosen von Analysten der Gartner Group 2012 weltweit um 4,3 Prozent steigen. SAP schneidet bei wichtigen Kennzahlen besser ab als die Konkurrenz und der Gesamtmarkt.
Bild: dpaDer Durchgreifer: Johannes Teyssen
Seit zwei Jahren führt Johannes Teyssen den Energiekonzern Eon und hat ihn seither wettbewerbsfähiger gemacht. So strich er die Standorte München und Essen zusammen, die zuvor weitgehend unbehelligt von der Zentrale ein Eigenleben führen konnten. Zuletzt konnte er auch den langfristigen Liefervertrag mit dem russischen Konzern Gazprom neu verhandeln, der Eon trotz sinkender Erdgaspreise an einen vor Jahren ausgehandelten teuren Tarif gebunden hatte.
Die von Teyssen ausgehandelte und rückwirkend geltende Vertragsänderung trug mit einer Milliarde Euro erheblich zum Gewinnsprung um fast 55 Prozent im ersten Halbjahr bei.
Diese Ergebnisentwicklung wird Teyssen so nicht fortschreiben können. Aber trotz der Belastungen durch die Energiewende kann er immerhin mit einem Wachstum rechnen. „Selbst wenn der Strompreis auf dem aktuellen Niveau bleibt, dann wird Eon sein Ergebnis zumindest marginal steigern können“, sagte Analyst Heck.
Bild: dpaEin weiteres Beispiel für den nüchternen Führungsstil des Juristen ist das aktuelle Umbauprogramm: Als sich 2011 eine Abschwächung des Stromgeschäfts abzeichnete, leitete er kurzerhand das Sparprogramm „Eon 2.0“ ein, das den Abbau von 11.000 der 80.000 Stellen vorsieht. Bei der erfolgsverwöhnten Belegschaft sorgten die Einschnitte für massiven Ärger, es gab sogar Proteste vor der Konzernzentrale in Düsseldorf. Doch der Chef ließ sich nicht beirren: „Das Sparprogramm hat Teyssen intern Kritik eingebracht, es ist aber die richtige Entscheidung gewesen“, sagte Matthias Heck, Analyst bei Macquarie. Ohne die Einsparungen hätte er riskiert, dass die Ergebnisse wegen der gefallenen Strompreise sinken.
Bild: dapdDer Konservative: Nikolaus von Bomhard
Nikolaus von Bomhard ist für seine Bescheidenheit bekannt. In die Arbeit kommt der Chef des weltgrößten Rückversicherers Munich Re mit dem Fahrrad, Besucher holt er gern persönlich am Eingangsportal ab.
Nun passt es zu von Bomhard, dass er angab, beim rechtzeitigen Verkauf der HVB-Beteiligung habe man auch Glück gehabt. „Man muss rechtzeitig durch die Tür kommen.“ Auf der anderen Straßenseite, bei der Allianz, hatten sie weniger Glück. Der Kauf der Dresdner Bank vor dem Ausbruch der Finanzkrise kostete Milliarden.
Bild: dpaDoch es war vor allem strategische Weitsicht, die die Munich Re besser als andere aus der Finanzkrise kommen ließ. In Zeiten des Aktienbooms hatten sich auch die Münchener hier und da verzockt - und daraus ihre Lehren gezogen. Die Munich Re konzentrierte sich aufs Kerngeschäft. Andere, etwa der mächtige US-Konzern AIG, verspekulierten sich mit versicherungsfremden Geschäften. AIG musste vom Staat mit 182 Milliarden Dollar vor dem Kollaps bewahrt werden.
Allerdings musste auch von Bomhard 2011 ein „annus horribilis“ durchstehen. Eine Rekordserie von Naturkatastrophen - darunter das verheerende Erdbeben und der Tsunami in Japan - trieb die Munich Re im ersten Halbjahr in die Verlustzone. Dazu kamen auch noch die Skandale bei der Erstversicherungstochter Ergo. Doch von Bomhard behielt die Ruhe. Er ließ bei Ergo aufräumen und sich von den Naturkatastrophen nicht aus dem Konzept bringen. Risiken zu tragen sei nun einmal Kerngeschäft.
Bild: dapdDer Transformater: Mathias Döpfner
Mathias Döpfner präsentierte sich den Analysten als zufriedener Mensch. Denn der Vorstandschef von Europas größtem Zeitungskonzern konnte glänzende Zahlen vorlegen. „Das digitale Geschäft ist hochprofitabel“, sagte er in Berlin. Der ehemalige Zeitungsjournalist hat wie kaum ein anderer in der deutschen Medienbranche die digitale Transformation seines Unternehmens vorangetrieben. Nun erntet er die Früchte seiner Strategie.
Das stark wachsende Onlinegeschäft ließ den Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen in den ersten sechs Monaten auf 309 Millionen Euro wachsen. Das ist der höchste operative Betriebsgewinn in der Geschichte des Konzerns. Für rund ein Drittel des Gewinns sorgt das digitale Geschäft - Tendenz steigend.
Bild: dapdSpringer ist für die Zukunft gut gewappnet. Der Konzern besitzt vielfältige Portale in unterschiedlichen Ländern. In Frankreich etwa ist Springer mit dem Immobilienportal Seloger.com und Europas größtem Frauenportal Aufeminin.com vertreten. Aber auch die eigenen Marken spielen im Netz eine große Rolle. Mit fast zehn Millionen Einzelbesuchern ("unique visitors") pro Monat im ersten Halbjahr hat Bild.de fast doppelt so viele Nutzer wie Spiegel.de.
Springers Inhalteportale steigerten ihren Umsatz zwischen Januar und Juni um gut 31 Prozent. Künftig will der Konzern hier vermehrt durch kostenpflichtige Inhalte verdienen. So soll der sogenannte Paid Content in diesem Jahr einen mittleren einstelligen Millionenbetrag einspielen.
Der Ehrgeizige: Matthias Müller
Schon nach wenigen Monaten an der Spitze des exklusiven Sportwagenbauers Porsche überraschte Vorstandschef Matthias Müller mit einem mutigen Vorstoß: Die kleine, aber feine Sportwagentochter von Volkswagen solle bis 2018 ihren Absatz auf rund 200.000 Autos verdoppeln, gab er als Ziel vor.
Unrealistische Annahmen? Schließlich hatte Volkswagens Konzernchef Martin Winterkorn zuvor nur davon gesprochen, dass Porsche für 150.000 Autos im Jahr gut sei.
Inzwischen ist der gebürtige Bayer Müller aber auf dem besten Weg, seine hohen Ziele zu erreichen. Dies belegen die jüngsten Halbjahreszahlen: Mit dem Rekordwert von 68.940 Autos haben die Zuffenhausener gut ein Fünftel mehr verkauft als im Vorjahreshalbjahr und den Umsatz um 30 Prozent auf 6,7 Milliarden Euro erhöht.
Die meisten Manager können nicht immer hinter ihren eigenen Taten stehen. Sie handelten zumindest manchmal gegen ihre Überzeugungen, gaben 82,1 Prozent von 443 befragten Managern in deutschen Unternehmen in der diesjährigen Studie der Akademie für Führungskräfte zu Protokoll. Auch ihre eigenen Vorgesetzten stufen rund ein Drittel der Manager als moralisch fragwürdig ein.
Dabei sind fast alle Befragten (98,9 Prozent) davon überzeugt, dass man als Führungskraft ein Vorbild für seine Mitarbeiter sein müsse. Und an Selbstbewusstsein mangelt es offenbar trotz der von den meisten eingeräumten Inkonsistenz zwischen Überzeugungen und Handeln nicht. Rund 75 Prozent glauben von sich, ein Vorbild hinsichtlich der Arbeitsweise zu sein. In "menschlicher Hinsicht" behaupten sogar 83 Prozent, ein Vorbild zu sein. 44 Prozent der Studienteilnehmer behaupten, sie nähmen ihre Verantwortung „ernster als andere“ in vergleichbarer Position.
Manager glauben nicht an Corporate Social Responsibility
Zum Thema Unternehmensverantwortung haben die deutschen Manager ein gespaltenes Verhältnis. Der Wunsch danach ist vorhanden, aber die Realität sieht offenbar anders aus. Zwar sind mehr als die Hälfte von ihnen der Ansicht, ihr Unternehmen solle „auf jeden Fall“ bzw. „möglicherweise“ mehr gesellschaftliche Verantwortung für sein Handeln übernehmen, doch sehen 76,6 Prozent von ihnen Aktivitäten der Corporate Social Responsibility (CSR) skeptisch und halten diese nur teilweise für ernsthaft. 4 Prozent bezeichnen sie gar als „Propaganda“. Auf die Frage, welches deutsche Unternehmen sich als besonders verantwortungsvoll bezeichnen ließe, nannten weniger als 10 Prozent der befragten Manager ein Unternehmen.
Bild: PresseOssi Urchs
Ein auffälliger und gefragter Experte für Web Strategien ist ohne Zweifel Ossi Urchs mit seiner Medienagentur FFT. Als Buchautor und Moderator vermarktet er auch sich selbst erfolgreich.
Bild: PresseYvon Chouinard
Auf den Privatjet und andere bequeme Fortbewegungsmittel verzichtet der Gründer von Patagonia ebenso wie auf Anzug und Krawatte. Wie es sich für einen Hersteller von Bergsteigerausrüstung gehört, ist er am liebsten zu Fuß unterwegs - und in der bequemen Kleidung seines eigenen Unternehmens. „Ich hänge lieber mit Surfern und Herumtreibern ab als mit Geschäftsleuten“, sagt der 73-Jährige.
Bild: dpaGerald Hörhan
Sein Image als Bunter Hund des Investmentbankings pflegt der 37-jährige Österreicher nicht nur durch sein Buch „Investment Punk“. Der frühere JP Morgan-Banker tingelte mit provokanter Frisur und ebensolchen Thesen - "Warum ihr schuftet und wir reich werden" - auch durch manche Talkshow.
Bild: dpaKlaus Zapf
Er hat keinen Führerschein und fährt dennoch als Gründer von „Zapf Umzüge“ seit 1975 auf Erfolgskurs. Mit Zottelbart und Trainingsanzug wird der ehemalige Chef des größten Umzugsunternehmens in Europa auch gerne in Talkshows eingeladen.
Bild: dpaRenzo Rosso
Um den echten Diesel Look zu erzeugen, rieb der Gründer des Mode Labels seine Jeans auf hartem Betonboden. Mittlerweile ist der Modeunternehmer - hier mit Sängerin Anastacia - nicht nur in der Welt der Stars angekommen, sondern auch als Autor erfolgreich: "Mach doch mal was Verrücktes!: Be stupid", heißt sein Buch.
Bild: dpaRichard Branson
Er ist der klassische Business Punk und noch nie mit Krawatte gesichtet worden. Der Gründer der milliardenschweren Plattenfirma Virgin Group erregt immer wieder mit fliegerischen und anderen Rekordversuchen Aufsehen. Ansehnlich ist auch seine 30 Hektar große Privatinsel in der Karibik.
Bild: dpaRick Rubin
Vielseitig sind die Stilrichtungen, die der wohl einflussreichste amerikanische Musikproduzent - hier mit seiner Partnerin Muriel Hurtado Herrera - vermarktet. Unverwechselbar ist dagegen Rubins langer Bart.
Bild: dpaRobert Geiss
Die Doku-Soap „Die Geissens – eine schrecklich glamouröse Familie“ machte den Mitgründer des Mode Label "Uncle Sam" endgültig berühmt. Weniger bekannt ist, dass Robert Geiss die erfolgreichste Fitnesshose aller Zeiten vertrieb.
Bild: PresseRustam Tariko
Vom einfachen Hausmeister zum Gründer der am schnellsten wachsenden Wodkabrennerei der Welt "Russian Standard". Rustam Tariko hat seinen "Russian Dream" wahr gemacht. Dafür darf er sogar mit der amerikanischen Fernsehpersönlichkeit Martha Stewart posieren.
Bild: PresseTom Szaky
Der 30-jährige Unternehmer mit dem markanten Strubbelkopf sammelt tonnenweise Abfälle und fertigt daraus Produkte aller Art. Sein Unternehmen Terracycle machte ihn in den USA zum Star.
Ossi Urchs
Ein auffälliger und gefragter Experte für Web Strategien ist ohne Zweifel Ossi Urchs mit seiner Medienagentur FFT. Als Buchautor und Moderator vermarktet er auch sich selbst erfolgreich.
Auch mit persönlichen Vorbildern tut sich das Gros der Manager schwer. Die meisten von ihnen schwiegen sich über konkrete Namen aus. Diejenigen, die sich zu einer Antwort durchringen konnten, antworteten mehrheitlich mit „Es gibt keinen, den ich als Vorbild sehen würde“. Die restlichen Stimmen verteilen sich auf viele verschiedene prominente Köpfe. Die drei meistgenannten sind Ex-Kanzler Helmut Schmidt (37 Stimmen), Kanzlerin Angela Merkel (18) und Ex-Bundespräsident Richard von Weizsäcker (15). Die anerkanntesten Unternehmer sind Steve Jobs (5), Wolfgang Grupp (4) und Bill Gates (3).




















