Führungspositionen: EU will europaweite Frauenquote

Führungspositionen: EU will europaweite Frauenquote

Quelle:dpa, Reuters

Nirgendwo ist das Lohngefälle zwischen Mann und Frau so groß wie hierzulande. Um ein bisschen Gerechtigkeit zu schaffen, soll eine europaweit gültige Frauenquote her.

In keinem anderen europäischen Land ist das Lohngefälle zwischen Frauen und Männern so groß wie in Deutschland. Vollzeitbeschäftigte Frauen verdienen durchschnittlich 21,6 Prozent weniger als ihre männlichen Kollegen, teilte die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) am Montag mit. In den 34 Industriestaaten, die sich in der OECD zusammengeschlossen haben, liegt die Differenz im Schnitt bei 16 Prozent. In Norwegen etwa bekommen Frauen lediglich 8,4 Prozent und in Belgien 8,9 Prozent weniger. „Auch was die Anzahl der Frauen in Führungspositionen angeht, ist Deutschland im internationalen Vergleich weit abgeschlagen“, beklagt die OECD. „Auf kaum vier von hundert Vorstandsposten findet sich hierzulande eine Frau.“

EU-Kommissarin Viviane Reding will deshalb im Sommer konkrete Vorschläge für eine EU-weite Frauenquote machen. „Ich bin kein Fan von Quoten. Aber ich mag die Ergebnisse, die Quoten bringen“, sagte Reding der Zeitung „Welt“ laut Vorabbericht aus der Montagausgabe. In Frankreich, das seit 2011 ein Gesetz für die Beteiligung von Frauen an Spitzenjobs hat, sei der Anteil von zwölf auf 22 Prozent gestiegen. „Wo es gesetzliche Regeln gibt, gibt es Fortschritte“, sagte Reding. Hingegen sei ihr bisheriges Angebot freiwilliger Selbstverpflichtung an die Firmen unbefriedigend verlaufen.

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Reding will sich bei ihrem Gesetzentwurf auf die Wünsche der EU-Bürger berufen. Daher startet die EU-Kommissarin am Montag eine öffentliche Anhörung bis Ende Mai. „Ich bin zu allem bereit. Die EU-Kommission hat in dieser wichtigen gesellschaftlichen Frage seriöse Arbeit geleistet. Jetzt sind die anderen dran, die Regierungen und Unternehmen. Ich gebe ihnen noch einmal Zeit bis zum Sommer. Denn die Bürger wollen die Quote, das zeigen uns die Umfragen“, sagte Reding. Dem neuesten Eurobarometer zufolge wollen drei von vier Europäern, dass Frauen per Gesetz bei gleicher Qualifikation dieselben Chancen auf Spitzenposten bekommen.

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Im Oktober vergangenen Jahres hatte Bundesfamilienministerin Kristina Schröder die Personalvorstände aller Dax-30-Konzerne zum Rapport bestellt. Die Dax-Personaler sollten ihre Frauen-Förderpläne vorlegen. Wenn sie diese nicht umsetzen, droht das Quotengesetz. Das Gesetz konnten die Chefs abwenden, passiert ist sonst aber nicht viel. Seit Dezember 2010 ist der Frauenanteil in den Führungsetagen der börsennotierte Unternehmen in Europa von zwölf auf 14 Prozent gestiegen. Trotz aller Beteuerungen, die Frauenförderungen in den Vordergrund zu rücken.

Quelle:  dpaReuters
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