Gehälter: Konzernchefs verdienen gut 330 Mal mehr als ihre Arbeiter

Gehälter: Konzernchefs verdienen gut 330 Mal mehr als ihre Arbeiter

Bild vergrößern

US-Konzernchefs verdienen gut 330 Mal mehr als Arbeiter.

US-Konzernlenker verdienen 330 Mal mehr als ihre Angestellten. Auch deutsche Vorstandsvorsitzende verdienen deutlich mehr als die eigenen Leute.

Ist das gerecht? Die Chefs großer US-Konzerne haben im vergangenen Jahr im Schnitt 335-mal so viel verdient wie ihre eigenen Angestellten. Das sagt zumindest eine Studie des amerikanischen Gewerkschaftsverbandes AFL-CIO. In konkreten Zahlen: Das Gehalt von Konzernchefs, deren Unternehmen im Aktienindex S&P-500 gelistet sind, betrug 2015 rund 12,4 Millionen Dollar. Einfache Angestellte in der Produktion bekamen rund 36.900 Dollar. "Die Einkommensungleichheit in unserem Land ist eine Schande", sagte AFL-CIO-Chef Richard Trumka dazu.

Zwar ist der Unterschied in den USA vermutlich am größten, doch die Schere zwischen Chefgehalt und dem eines einfachen Angestellten ist schließlich kein rein amerikanisches Phänomen. So verdienen Chefs der Unternehmen, die im britischen Leitindex FTSE-100 gelistet sind, durchschnittlich 183 Mal mehr ihre Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen. Hier stehen sich Jahresgehälter von durchschnittlich 4,964 Millionen Pfund und rund 27.125 Pfund gegenüber, wie ein Bericht des Londoner High Pay Centre zeigt.

Anzeige

In Deutschland überwacht die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) gemeinsam mit der Technischen Universität München (TUM) die Gehälter der Dax-Vorstände und setzt sie ins Verhältnis zu den Einkommen der einfachen Arbeitnehmer. Im vergangenen Jahr bekamen die Dax-Chefs im Mittel 54 Mal so viel wie ihre Angestellten.

Premium Dossier zum Download Was Ihre Arbeit wert sein sollte

Ob Sie genug verdienen, wie Sie richtig verhandeln und wie sich Stolperfallen im Gespräch mit dem Chef vermeiden lassen.

zum Dossier

Um auf diesen Faktor zu kommen, wurde das durchschnittliche Vorstandsgehalt durch das durchschnittliche Gehalt eines Mitarbeiters von genau diesem Unternehmen geteilt, wie Gunther Friedl, Dekan der TUM School of Management, sagt. Durchschnittlich 5,3 Millionen Euro brachte ein Dax-Vorstand demnach im letzten Jahr nach Hause

Trotzdem: Die USA sind Spitzenreiter was die Unterschiede zwischen Managergehalt und Mitarbeiterentlohnung angeht. Und diese Entwicklung setzt sich fort, wie der Bericht des AFL-CIO zeigt. So war noch 1980 das Chefgehalt lediglich 42-mal so hoch wie das der Belegschaft, im Jahr 1990 betrug der Faktor schon 107. Im Vergleich zum Jahr 2014 ging die Ungleichheit dagegen vergangenes Jahr leicht zurück. So ergab sich 2014 mit einem Chefsalär von durchschnittlich 13,5 Millionen Dollar und einem Arbeiterlohn von 36.000 Dollar noch ein Unterschied von 373 zu 1. Hintergrund ist der Gewerkschaft zufolge vor allem, dass die Gehaltspakete der Chefs durch einen niedrigeren Wert von Pensionsansprüchen schrumpften.

Leistungsabhängige Vorstandsvergütung

Doch wie kommt es, dass sich nicht nur die Gehälter zwischen Chef und Angestelltem so stark unterscheiden, sondern auch die Vorstandsbezüge zwischen den Ländern derart stark variieren? Wenn man davon ausgeht, dass ein großer Teil der Vergütung leistungsabhängig ist - in Deutschland sind 30,5 Prozent Fixgehalt, der Rest ist abhängig von Aktienkurs und Umsatz - stellt sich die Frage, ob die Manager und Managerinnen im angelsächsischen Raum so viel besser arbeiten als ihre deutschen Kollegen. Die Antwort lautet "Shareholder Value": So sind 66 Prozent des Gehalts der US-Bosse abhängig vom Aktienkurs ihres Unternehmens.

Vorstandsgehälter Shareholder-Value macht angelsächsische Manager reich

Deutsche Vorstände verdienen das 50-Fache ihrer Angestellten. In Großbritannien bekommen Chefs dagegen fast 200 mal mehr Geld als die Mitarbeiter, in den USA liegt der Faktor bei rund 300.

Zwei Hände und ein 500-Euro-Schein. Quelle: dpa

Da ist es kein Wunder, wenn der Microsoft-CEO Satya Nadella Beträge im hohen zweistelligen Millionenbereich bekommt. Er wird damit nicht nur für seine Arbeit an sich, sondern auch für steigende Aktienkurse belohnt. In Deutschland dagegen hängt die leistungsabhängige Vergütung ab vom Erreichen mittel- bis langfristiger Ertragsziele. Wenn man so will, werden US-Chefs für den Kick belohnt und deutsche Vorstandschefs für die Strategie.

Schaut man genau auf die Gehaltszettel bekommt allerdings auch US-Spitzenverdiener Nadella nur rund 300.000 Euro mehr als Daimler-Chef Dieter Zetsche. Denn einen Löwenanteil seines letzten Gehalts - immerhin fast 55 Millionen Euro - bekam er in Form von Aktienpaketen ausgezahlt, auf die er erst 2019 zugreifen kann.

Anzeige
Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%