Gehaltsdebatte: Lammert kritisiert skrupellose Topmanager

Gehaltsdebatte: Lammert kritisiert skrupellose Topmanager

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Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) erwartet einen "Druck zu gesetzlichen Regelungen" zur Begrenzung der Managergehälter, wenn die Wirtschaft sich nicht selbst Grenzen auferlege oder freiwillige Verpflichtungen nicht eingehalten werden.

Bundestagspräsident Norbert Lammert heizt die Debatte um zu hohe Managergehälter wieder an. Eine Studie stützt seine Argumentation.

Bundestagspräsident Norbert Lammert hat die Höhe vieler Managergehälter in Deutschland heftig kritisiert. „Das ist nicht zu rechtfertigen, schon gar nicht mit entsprechenden Leistungs- und Verantwortungsdifferenzen. Das ist die Verselbständigung der Gehaltsfindung, die den Verdacht der Selbstbedienung nahe legt“, sagte der CDU-Politiker der „Süddeutschen Zeitung“. Wenn die Wirtschaft sich aber nicht selbst Grenzen auferlege oder freiwillige Verpflichtungen nicht wirklich einhalte, „dann wächst der Druck zu gesetzlichen Regelungen“.
Er sei „gelegentlich fassungslos über die Gedankenlosigkeit oder die Skrupellosigkeit, mit der solche Ansprüche geltend gemacht und durchgesetzt werden“, berichtete Lammert. Das gelte etwa für Finanzmakler, die die Folgen ihrer Fehleinschätzungen beim Steuerzahler anmeldeten und gleichzeitig vor Gericht für sich Bonusleistungen einklagten. „Die erstaunliche Wiederherstellung der Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft, die noch vor 15 Jahren im Ausland als kranker Mann Europas galt, (sei aber) ganz wesentlich der Lohn- und Gehaltsdisziplin der Beschäftigten zu verdanken“.

Amerikanische Top-Manager verdienen nicht viel mehr als europäische
In jüngerer Zeit hatten die 16,6 Millionen Euro Jahresgehalt von VW-Chef Martin Winterkorn, der damit Spitzenverdiener der DAX-Vorstande ist, für Diskussionen gesorgt. Die in den letzten Jahren stark gestiegenen Vergütungen für Spitzenmanager werden oft mit dem Argument verteidigt, man müsse mit den angeblich noch sehr viel höheren Gehältern in den USA und anderen Ländern mithalten. Eine aktuelle Erhebung der Personalberatung Pedersen & Partners unter 1200 Vorständen in den jeweils 100 größten Konzernen in den USA und Westeuropa entkräften diese Behauptung allerdings weitgehend.

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Demnach verdienen Vorstandsmitglieder in den USA inklusive Boni kaum 5 Prozent mehr als solche in Westeuropa. Europäische Vorstände verdienen demnach durchschnittlich 650.000 Euro als Festgehalt und 644.000 Euro als Bonus. Die Amerikaner verdienen dagegen nur 575.000 Euro fix, aber 777.000 Euro als Bonus. Einen deutlich Unterschied machen dagegen langfristige zusätzliche Vergütungen in Form von Aktienoptionen aus, die vor allem in Amerika für Vorstände üblich sind Während US-Spitzenmanager durchschnittlich Optionen im Wert von 409.000 Euro im Jahr erhalten, kriegen Europäer im Schnitt nur Optionen im Wert von 136 000 Euro.

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Norbert Lammerts Argument dagegen wird durch die Ergebnisse eher gestützt: Die Topmanager-Gehälter sind in den vergangenen Jahren stark gestiegen, und zwar ohne große Unterschiede zwischen den USA und Europa. Während im vergangenen Jahr in Westeuropa und den USA die durchschnittlichen Einkommen von Angestellten um 3,5 Prozent und die Bezüge von Geschäftsführern um rund fünf Prozent stiegen, erzielten die Vorstände der Top-Konzerne im Schnitt Gehaltszuwächse von 8,8 Prozent. "Ein Vorstand in einem Top-100-Konzern erzielt im Schnitt das siebenfache Einkommen eines Geschäftsführers, das durchschnittlich knapp unter 200.000 Euro liegt", sagt Conrad Pramböck, Leiter der Vergütungsberatung von Pedersen & Partners. Normale Angestellte verdienen im Schnitt nur ein Vierzigstel eines Topmanagers. Und da sind deren Optionen noch nicht mitgerechnet.

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