Gehaltsdebatte: Ungedeckelte Boni sind inakzeptabel

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InterviewGehaltsdebatte: Ungedeckelte Boni sind inakzeptabel

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William Eggers, 47, beschäftigt sich seit mehr als 15 Jahren mit Vergütungsfragen – seit 2010 für die Unternehmensberatung Hay Group, davor beim Autobauer Daimler und beim Industriegaseproduzent Linde.

von Kristin Schmidt

Der Vergütungsexperte William Eggers spricht über die angemessene Bezahlung, deutsche Musterknaben und die Legende vom heimatlosen Top-Manager.

WirtschaftsWoche: Herr Eggers, Volkswagen hat das Gehalt von Martin Winterkorn gedrosselt, die Munich Re passt ihre Vorstandsvergütung an, und bei der Deutschen Bank überprüft derzeit eine Kommission die Strukturen. Alles nur schöner Schein?

Eggers: Nein, in den deutschen Unternehmen verändert sich wirklich etwas. Und es hat in den vergangenen Monaten einen weiteren Schub gegeben.

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Warum?

Vor allem zwei Ereignisse haben die Gemüter erhitzt. Zum einen die Spekulationen um das 20-Millionen-Euro-Salär von Winterkorn, zum anderen der 80-Millionen-Euro-Bonus eines Investmentbankers der Deutschen Bank. Diese ungedeckelte Bonuszahlung zeigt deutlich die Auswüchse im Investmentbanking, die den Bürgern weder vermittelbar noch vertretbar sind. Das haben mittlerweile auch viele Top-Manager eingesehen.

Wird die Betriebsamkeit der deutschen Unternehmen mit Blick auf das Schweizer Referendum weiter zunehmen?

Eher nicht. In Deutschland sind die Veränderungen bereits 2010 infolge der Bankenkrise eingeleitet worden. Der Corporate Governance Kodex legt zum Beispiel fest, dass die Hauptversammlung ihr Votum zur Managervergütung abgeben kann.

Managergehälter Aktionärsdemokratie ja, Gehaltsdeckel nein

Es ist ein richtiger Schritt: Die Eigentümer sollten beschließen, welches Gehalt sie ihren leitenden Angestellten zahlen wollen. Doch mehr Rechte für Aktionäre bedeutet nicht automatisch weniger Geld für die Vorstände.

Die Bundesregierung will die Entscheidung über die Gehälter der Vorstände hervorzerren in das Licht der Hauptversammlungen. Quelle: dpa

In der Schweiz sollen jetzt auch Abfindungen und Antrittsprämien für Manager abgeschafft werden. Sind diese Regelungen auch in Deutschland denkbar?

Das ist bei uns nicht notwendig, es gibt dazu bereits Regeln. Zum Beispiel darf eine Abfindung nicht höher sein als die Gehälter, die der Vorstand in der Restlaufzeit seines Vertrages noch bekommen hätte – und zwei Jahresgehälter sind die Obergrenze. Die Schweizer hatten dazu bislang keine Vorschriften, deshalb war es für sie der richtige Weg. Aber sie sind bestimmt keine Revolutionäre.

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