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Gerhard Richter: Auch mal was wegwerfen

Wie Kunst-Weltstar Gerhard Richter den Trubel zu seinem 80. Geburtstag erlebt, was er von seiner Geburtstadt Dresden hält und wie er mit missglückten Bildern umgeht

Zum 80. Geburtstag von Gerhard Richter

Der Maler Gerhard Richter wurde in Dresden geboren, lebt inzwischen aber in Köln. Schon jetzt ist klar: Der nun 80-Jährige wird in die Kunstgeschichte eingehen.

Bild: dpa

Herr Richter, Sie feiern am 9. Februar Ihren 80. Geburtstag. Wie verbringen Sie den Tag?

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Richter: In Berlin, mit meiner Familie. Wir werden uns meine Ausstellung in der Neuen Nationalgalerie ansehen, bevor sie offiziell eröffnet wird.

Dort wird, neben Schlüsselwerken Ihres Werks auch ein 200 Meter langes Gemälde zu sehen sein, eine Aneinanderreihung abstrakter Farbtafeln. Was hat es damit auf sich?

Diese Art der Zusammenstellung war eine Idee des Museums. Albern.

Museen ehren Sie anlässlich Ihres Geburtstags weltweit mit Ausstellungen, Sammler, Kuratoren und Kritiker überschütten Sie mit Lobeshymnen. Ist Ihnen das unangenehm?

Was soll ich denn machen? Es ist schon viel. Aber es ist auch ein Trost.

2011 erzielten viele Gemälde auf den Kunstauktionen Rekordpreise. Nachfolgend die teuersten Gemälde des Jahres 2011, gefolgt von den Auktionsrekorden 2012.

Platz Nr. 10 (2011)

Künstler: Andy Warhol

Werk: Self-Portrait (1963-1964)

Versteigert am: 11. Mai 2011, bei Christie's in New York, USA

Auktionspreis: 34.250.000 US-Dollar

Bild: Christie's

Auch Ihre Geburtsstadt Dresden feiert Sie dieser Tage mit einer Ausstellung. Rührt Sie das?

Das ist sehr berührend, ja. Die Stadt hat mich ja sehr geprägt, auch wenn mir manches inzwischen wie Disneyland vorkommt. Aber die Ausstellung, die ist mir ein großes Ereignis.

Gezeigt wird Ihr Atlas – eine Sammlung aus mittlerweile knapp 800 Tafeln, die wiederum aus mehr als 15.000 Skizzen, Zeitungsausschnitten, Entwürfen und vor allem Fotografien bestehen – Schnappschüsse von Kriegsszenen, Blumen, Flussläufen, Gebirgszügen, bis hin zu Aufnahmen Ihrer Frau beim Stillen, von denen einige die Entstehung eines späteren Bildes verdeutlichen, andere einfach nur wie zusammenhanglose Schnipsel wirken. Was hat das mit Kunst zu tun?

Es ist ja kein Kunstwerk – aber interessant ist es schon. Und ich bin dankbar, dass jemand das Zeug aufgehoben hat. Es ist ein Versuch, sich zu orientieren, Ordnung ins Chaos zu bringen. Aber auch Ausdruck meiner Ordnungsliebe. Und zum Wegwerfen zu schade, zum Verkaufen nicht gut genug.

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