Geschäftsreisen: Dienstreisen dürfen wieder etwas mehr kosten

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Geschäftsreisen: Dienstreisen dürfen wieder etwas mehr kosten

von Hans-Jürgen Klesse

Dienstreisen dürfen wieder komfortabler sein: besserer Service und mehr Komfort statt Gängelei und Sparkurs. Unternehmen erkennen, dass Ausgaben für Dienstreisen Investitionen in die eigene Zukunft sind.

Beide sind um die 50, aber sie kommen aus verschiedenen Welten. Im grauen Zwirn der eine, in Jeans und Lederjacke der andere: der Geschäftsführer eines baden-württembergischen Anlagenbauers und der Ingenieur eines hessischen Unternehmens der gleichen Branche. Der im Manager-Outfit will einem chinesischen Autohersteller eine neue Lackieranlage verkaufen, der im Freizeit-Look soll eine gerade aus Deutschland gelieferte Montagestraße anfahren und die Arbeiter vor Ort anlernen. Beide machen einen ganz unterschiedlichen Job, aber der eine ist auf den anderen angewiesen, um erfolgreich zu sein.

Dass beide in der Businessclass-Kabine des Lufthansa-Flugs LH 720 von Frankfurt nach Peking in den nächsten Stunden nebeneinander sitzen, ist dennoch nicht selbstverständlich. Wem auf Dienstreisen wie viel Komfort zusteht, ist in deutschen Unternehmen häufig immer noch hierarchieabhängig. Nur die höheren Ränge dürfen die teuren Plätze vorn im Flieger belegen, für alle anderen gilt das Gesetz der Kostenbremse – Hauptsache, das Ticket war billig, Komfort ist Nebensache.

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Aber die Zeiten ändern sich. Seitdem die Konjunktur brummt und die Auftragsbücher wieder voll sind, denken die Verantwortlichen in vielen Unternehmen anders über Dienstreisen. Der Anteil derer, die zumindest bei längeren Flügen in der Business reisen dürfen, steigt. Große Konzerne wie der Anlagenbauer Dürr aus dem schwäbischen Bietigheim-Bissingen oder der Paderborner Autozulieferer Hella verfahren so, aber auch Mittelständler wie die Beumer Group aus dem münsterländischen Beckum, die Förderbänder und Logistiksysteme in alle Welt exportiert.

Auch auf Dienstreisen mit der Bahn wird nun wieder häufiger die 1.Klasse, statt 2.Klasse gebucht. Quelle: dpa

Auch auf Dienstreisen mit der Bahn wird nun wieder häufiger die 1.Klasse, statt 2.Klasse gebucht.

Bild: dpa

Gut so, findet Florian Storp, Geschäftsführer von Egencia in Deutschland, der Geschäftsreisesparte des Reiseportals Expedia: „Ohne Geschäftsreisen kann ein Unternehmen kein Geschäft machen, darum sind Reiseausgaben keine Kosten, sondern Investitionen in die Zukunft. Nicht das Budget allein sollte im Fokus stehen, sondern vielmehr Service und Komfort für den Reisenden.“ Zumal die Reiseregeln inzwischen auch zum wichtigen Kriterium bei der Anwerbung von Fachkräften oder Managementnachwuchs geworden sind: Je besser ein Unternehmen seine Mitarbeiter bei Geschäftsreisen unterstützt, desto attraktiver ist es als Arbeitgeber, hat eine Studie der Geschäftsreisebüroketten im Deutschen ReiseVerband (DRV) ergeben.

Rund 9,4 Millionen Mitarbeiter deutscher Unternehmen sind mehr oder weniger regelmäßig dienstlich auf Achse. Zu den Globalisierungsnomaden zählen Top-Manager und kaufmännische Angestellte ebenso wie Techniker und Monteure. Gereist wird, um den Kontakt zu Kunden und Zulieferern zu halten, um irgendwo in der Welt Anlagen zu warten, um Messen zu besuchen oder um Mitarbeiter zu schulen. 2012 gaben deutsche Firmen für gut 166 Millionen Reisen fast 47 Milliarden Euro aus.

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