
Platz 10: Conakry
In der Hauptstadt des westafrikanischen Landes Guinea sind vor allem politische Auseinandersetzungen ein Problem. Weil die Parlamentswahlen momentan auf unbestimmte Zeit verschoben sind, will die Opposition zu sogenannten Friedensmärschen aufrufen. Erst im Mai war es bei einem solchen zu gewalttätigen Ausschreitungen gekommen. Demonstrationen und Menschenansammlungen sollten Sie daher meiden.
Bild: dpa/dpawebPlatz 9: Nairobi
Seit kenianische Truppen im Süden Somalias gegen die Al-Shaabab-Miliz kämpfen, ist es im ostafrikanischen Land vermehrt zu Anschlägen gekommen. Bei einem Bombenanschlag Ende Mai kam in der kenianischen Hauptstadt ein Mensch ums Leben, mehr als 30 wurden verletzt. Außerdem ist die Stadt für Überfälle und Einbrüche bekannt. Die Einheimischen nennen sie auch Nairobbery.
Im Bild: Kenianische Sicherheitskräfte lösen eine Demonstration in Nairobi auf.
Bild: dpaPlatz 8: Sana’a
Für den Jemen und seine Hauptstadt Sana’a besteht derzeit sogar eine Reisewarnung des Auswärtigen Amtes. Es gebe „erhebliche Risiken durch interne Konflikte, terroristische Anschläge und Stammeskonflikte“, heißt es auf der Internetseite des Außenministeriums. Außerdem kommt es immer wieder zu Entführungen.
Bild: REUTERSPlatz 7: Tiflis
Die georgische Hauptstadt ist die einzige europäische Stadt, die auf dieser Liste auftaucht. In den Vororten der Stadt kam es in der Vergangenheit zu Sprengstoffanschlägen. Das Auswärtige Amt rät davon ab im Dunkeln alleine rauszugehen, denn dann ist die Gefahr Opfer eines Überfalls oder Diebstahls zu werden am größten.
Bild: dpaPlatz 6: Karatschi
Die pakistanische Hafenmetropole wird seit Jahren immer mal wieder von bewaffneten Auseinandersetzungen überzogen. Sie sind politisch, religiös und ethnisch motiviert. In den vergangenen Jahren kam es auch zu Terrorschlägen, zum letzten Mal im Mai 2011 als Reaktion auf die Tötung Osama Bin Ladens.
Bild: REUTERSPlatz 5: Kinshasa
Bewaffnete Überfälle sind mit das größte Problem in der Hauptstadt der Demokratischen Republik Kongo. Im manchen Vierteln sind organisierte Jugendgangs die Drahtzieher. Insgesamt ist die Lage im zentralafrikanischen Staat sehr instabil. Jederzeit können gewalttätige Aufstände losbrechen.
Bild: Creative Commons-LizenzPlatz 4: Bangui
Zwar ist die Hauptstadt der Zentralafrikanischen Republik sicherer als andere Landesteile, in denen es stets zu militärischen Auseinandersetzungen kommen kann. Dennoch sollten Reisende auch in Bangui vorsichtig sein. Das Auswärtige Amt empfiehlt, sich nach Einbruch der Dunkelheit nicht mehr im Freien aufzuhalten. Es kommt immer wieder zu gewalttätigen Überfällen.
Bild: REUTERSPlatz 3: Abidjan
Die größte Stadt der Elfenbeinküste ist wie der Rest des Landes nach den Wahlen 2010 im Chaos versunken. Erst seit April 2011 normalisiert sich die Lage allmählich. Laut Schweizer Außenministerium sind bewaffnete Banden im ganzen Land unterwegs. Überfälle und Erpressungen sind an der Tagesordnung.
Bild: ReutersPlatz 2: N‘Djamena
Die Hauptstadt des afrikanischen Staates Tschad ist wie das gesamte Land unberechenbar. Jederzeit kann der Konflikt zwischen Rebellengruppen und Regierung wieder losbrechen. Außerdem besteht im Tschad ein erhöhtes Risiko entführt zu werden.
Im Bild: Französische Soldaten evakuieren auf dem Flughafen von N'Djamena französische Staatsbürger, Februar 2008.
Bild: REUTERSPlatz 1: Bagdad
Die Unternehmensberatung Mercer hält nach ihren Untersuchungen Bagdad für die gefährlichste Stadt der Welt. Erst im Juni waren bei einem Bombenanschlag 13 Menschen ums Leben gekommen. Doch auch in anderen Städten ist Leib und Leben in Gefahr, zum Beispiel….
Platz 10: Conakry
In der Hauptstadt des westafrikanischen Landes Guinea sind vor allem politische Auseinandersetzungen ein Problem. Weil die Parlamentswahlen momentan auf unbestimmte Zeit verschoben sind, will die Opposition zu sogenannten Friedensmärschen aufrufen. Erst im Mai war es bei einem solchen zu gewalttätigen Ausschreitungen gekommen. Demonstrationen und Menschenansammlungen sollten Sie daher meiden.
Als sie durch die düstere Tiefgarage auf dem Weg zu ihrem Auto ist, steht der Angreifer plötzlich vor ihr. Pöbelt sie an, schubst sie herum, brüllt: „Los, komm schon! Gib mir dein Geld.“ Stephanie Schwarz schlägt das Herz bis zum Hals, sie fühlt sich hilflos. Und versucht trotzdem, ruhig auf den Räuber einzureden. Schließlich gibt sie ihm ihr Geld – der Mann lässt sie gehen und verschwindet in der Dunkelheit.
Nur wenige Minuten später bekommt die 33-Jährige ihre Börse zurück und kann aufatmen: Der Überfall war nur gespielt – als Teil eines Sicherheitstrainings, das sie bei ihrem Arbeitgeber absolvierte.
Die Ingenieurin arbeitet für den Spezialglashersteller Schott – seit Anfang des Jahres aber nicht mehr in der Zentrale im beschaulichen Mainz, sondern in der Nähe von Córdoba, drei Stunden Autofahrt von Mexiko-Stadt entfernt.
Um vor Ort auf etwaige Gefahren vorbereitet zu sein, startete für Schwarz zweieinhalb Monate vor Abflug ein Vorbereitungsseminar. Tipps zum Alltag gehörten genauso dazu wie das Simulieren von Ausnahmesituationen. Schließlich zählt Mexiko zu den gefährlichsten Ländern der Erde, 2011 gab es nur in Nigeria und Pakistan mehr Entführungen. „Die Opfer sollen lernen, in solchen Ausnahmesituationen richtig zu handeln“, sagt Jens Greiner, Leiter der Konzernsicherheit bei Schott. Das kann im Ernstfall Leben retten.
Doch nicht nur Kriminelle können Geschäftsreisenden rund um den Globus gefährlich werden – die Liste der Risiken ist lang: Terroranschläge auf öffentliche Gebäude wie vor einem Jahr in Oslo oder auf Hotels wie 2008 in Mumbai, bürgerkriegsartige Auseinandersetzungen wie zurzeit in Syrien, Naturkatastrophen wie das Erdbeben in Italien im Mai oder klassische Reiserisiken wie Krankheit oder Unfälle – wer auf Dienstreise geht, kann in viele brenzlige Situationen geraten.
Mangelnde Fürsorge
Deshalb überlegt auch die EU-Kommission, die Fürsorgevorschriften für Unternehmen zu verschärfen, um den Schutz für Mitarbeiter zu verbessern. Sie will den sogenannten Corporate Manslaughter and Homicide Act von Großbritannien übernehmen. Dann könnten Geschäftsführung oder Vorgesetzte auch strafrechtlich verfolgt werden, wenn Reisenden etwas zustößt und der Arbeitgeber die Mitarbeiter nicht rechtzeitig auf mögliche Risiken hingewiesen und dagegen geschützt hat.
Vor allem kleine und mittelständische Unternehmen tun sich noch schwer, diese Schutzprogramme zu standardisieren und auf spezifische Regionen gezielt abzustimmen – aus finanziellen und organisatorischen Gründen, vor allem aber, weil sie oft nichts von ihrer Fürsorgepflicht wissen. Laut Christian Schaaf, Geschäftsführer des Sicherheitsunternehmens Corporate Trust, haben nur 15 Prozent der Mittelständler überhaupt Standards für die Reisesicherheit ihrer Mitarbeiter oder der Geschäftsführung etabliert.
Doch zumindest zahlreiche Konzerne haben mittlerweile Programme entwickelt, mit denen sie Mitarbeiter vor der Abreise in Krisenregionen zielgerichtet auf die Situation vor Ort vorbereiten. Sie verpflichten Reisende zu intern entwickelten Kursen oder schicken sie zu Rettungsübungen außer Haus wie dem Absturz-Sicherheitstraining der Fluglinie British Airways, entwickeln Notfallpläne oder installieren Apps auf den Smartphones ihrer Mitarbeiter, die vor Flutwellen warnen oder das Telefon bei Diebstahl unbrauchbar machen.
Mit diesen Programmen wird Ihr Mobiltelefon zur Notrufzentrale
Global Help
Ob ein Notruf in Dschibuti, die Nummer der deutschen Botschaft in Peking oder die Hotline vom Auto Club Europa: Über diese App können Sie 2000 Notrufnummern aus 194 Ländern abrufen.
Mein iPhone suchen
Wird Ihr iPhone mit sensiblen privaten und Firmendaten gestohlen, ist der Ärger groß. Mithilfe dieser App und der Internet-Seite icloud.com können Sie Ihr iPhone von jedem externen Rechner orten und sensible Daten löschen.
My911
Ein Knopfdruck – und Ihr Hilferuf landet bei der Notrufzentrale des jeweiligen Landes. Sie können auch Gebiete markieren – sobald Sie diese verlassen, werden Sie per Alarm gewarnt.
Emergency Alert
Diese App alarmiert Sie in drei Gefahrenabstufungen bei Erdbeben, Fluten und Sicherheitsbedrohungen. Die höchste Stufe ertönt auch, wenn das Telefon stummge-schaltet ist.
„Das hohe Reiseaufkommen und die zunehmenden Gefahren haben das Risikobewusstsein geschärft“, sagt Oliver Scholz, BWL-Professor an der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin. „Mitarbeiter auf Geschäftsreisen vorzubereiten wird für Unternehmen immer wichtiger.“
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