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Geschlechterkampf: Karriere durch Seitwärtsschritt

Geschlechterkampf: Mittelstand als Chance für karrierehungrige Männer

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Karriere durch Seitwärtsschritt

Adidas

Spätestens 2020, so die Zielsetzung der Unternehmen, sollen bis zu 35 Prozent der Führungskräfte weiblich sein. 25 der 30 Dax-Konzerne konnten ihren Frauenanteil im Management seit der Selbstverpflichtung steigern, allerdings nur minimal. Bei manchen Konzernen sank die Quote sogar, wie zum Beispiel beim Sportartikelhersteller Adidas. Der Anteil sank im vergangenen Jahr von 26 auf 25 Prozent (ohne Vorstand und Aufsichtsrat). Und das, obwohl mehr als die Hälfte der Gesamtbelegschaft weiblich ist. Ziel von Vorstands-Chef Herbert Hainer ist es, den Anteil bis Ende 2015 auf 32 bis 35 Prozent zu erhöhen.

Bild: dapd

Und in den Unternehmen sind Männer langsam angesäuert. Was raten Sie denen? In mittelständischen Unternehmen anzuheuern, die unter keine Frauenquote fallen?

Ja, warum nicht. Gerade junge Leute kommen dort schneller in Entscheiderpositionen als in Konzernen. Es gibt hochinteressante Hidden Champions, Weltmarktführer, die auch global unterwegs sind. Und schlechter bezahlt werden Kandidaten dort auch nicht mehr.

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...müssen sie sich also nur die Dax-Konzerne, die AGs und die Großunternehmen abschminken?

Karrierehungrige Männer, die zur Zeit auf der Stelle treten, weil die Frauen an ihnen vorbei befördert werden, können auch erst mal eine Seitwärtsbewegung machen oder sich für besondere Aufgaben rund um den Vorstand  empfehlen. So hat bereits mancher CFO einer Geschäftseinheit oder eines Landes nach der Rückkehr in die Zentrale erst einmal ein größeres Transformationsprojekt gemanagt oder an einem Strategieprojekt mitgewirkt und sich dadurch wieder für die nächste Position empfohlen. Oder sie können ein, zwei Jahre ins Ausland gehen, zum Beispiel in die BRIC-Länder.

Man hat den Eindruck, dass in den USA plötzlich massenhaft Top-Frauen ganz selbstverständlich die Spitzenjobs von Männern einnehmen.

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Frauen bekommen eher dann eine Chance, an die Top-Spitze zu kommen, wo es schwer kriselt und Männer den Job auch nicht haben wollen. Rank Xerox etwa zog - als es fast bankrott war - eine Frau, Anne M. Malcahy, aus dem Ärmel und die hat die Firma gerettet. Oder: Erst, nachdem HP durch Leo Apothekers abrupten Strategieschwenk bis zu  50 Prozent des Börsenwerts verloren hatte, ließ man sich auf Meg Whitman ein. Manchmal wollen Top-Manager, die weibliche Führungskräfte installieren, damit auch von einem anderen Thema ablenken, wo die nackte Not herrscht. Oder wo sie eine schlechte Presse haben, wie zum Beispiel als die Deutsche Telekom - nach dem Abhörskandalen  - 2010 als erstes DAX-Unternehmen mit der Einführung einer verbindlichen Frauenquote für den Konzern deutschlandweit Furore machte. 

2 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 21.08.2012, 12:43 Uhrgeorgcharlson


    Eigentlich sagt Frau Hansen vieles was "trivial" ist - aber trotzdem heute häufig NICHT so recht "wahrgenommen" wird:
    1.) Ausweichen auf den quotenfreien Mittelstand - hier gelten weniger die Gesetze der "Soziologie" & des Herdentriebes als eben die nüchternen Regeln der "Zahlen-Bilanz". Ein marktnaher Mittelstand kann sich gar nicht so "sachfremde Entscheidungen" leisten - da schlägt doch sofort der Markt und ggf. die Insolvenz zu....
    2.) Sicherlich sind "feminine Eigenschaften" eher im Personalbereich, Social Responsibility ("soft Skills") und Compliance ("Folgsamkeit") angesiedelt - dies ist i.d.R. weniger eine "Männerdomäne".

    3.) Auch ihre Analyse zu den aktuellen Ereignissen und den hier erfolgten "Frauenpositionierungen" ist weitgehend zutreffend: Aktuell erscheinen Frauen Männerpositionen im Top-Management zu erobern, wenn zuvor die "männliche Führungskunst" versagte oder Männer entsprechende Positionen nicht haben wollen (Rank Xerox; HP & Apotheker). Ebenso der "Ablenkungsaspekt" beim Einsatz von weiblichen Führungskräften (als Mittel zum Zweck!) - schlechte Presse der Telekom wegen Datenskandalen und Performance - erstmalige Bekanntgabe einer verbindlichen Frauenquote (im Führungsbereich) bei einem DAX-Konzern in der Größenordnung von 30% - obwohl ja schon der ex-Staatsbetrieb eine (historisch gewachsene & verordnete) Frauenquote um die 20% bereits hatte(!!!). Also eigentlich nur die Fort/Überführung der üblichen täglich eingeübten Kosmetikregeln in die (männliche) Berufswelt.....(Tarnen und Täuschen)......hier läßt sich als Schlußfolgerung ziehen - vielleicht sollte man mal als Nachfolger von Obermann auf der Telekom-Dauerbaustelle mal einer Frau eine Chance geben und damit Sattelberger's Frauenquote "toppen".....

  • 15.08.2012, 14:09 UhrOmarius

    anstatt die diskriminierung anzuprangern die im kommen ist...
    sollen kerle lieber dem konflikt ausweichen....? anscheind steht schon fst das unrrcht zu recht wird
    merken die damen überhaupt dem dumpfen beigeschmack ?
    verhaltensmuster bei jungs die eigntlich normal sind werdn heute als "auffälligkeit" behandelt weil die nicht so folgsam sind wie mädchen... das usus an den schulen das alles auf die "mädels" eingeht. und die jungs neberherlaufen... mein eindruck

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