Globalisierung: Deutsche Fachkräfte für Brasilien

Globalisierung: Deutsche Fachkräfte für Brasilien

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Bertram Heinze: Er ist Projektleiter für Vale in Belém (Brasilien). der geologe hat den diplomatischen Dienst quittiert und baut ein Umweltzentrum auf

von Florian Willershausen, Alexander Busch, Manfred Engeser, Matthias Kamp

Lange Zeit trauten sich Deutsche nur mit einem Vollkasko-Vertrag zum Arbeiten nach Asien oder Südamerika. Heute werben Konzerne aus Brasilien, Indien oder China deutsche Fachleute an, die als geradlinig, fleißig und loyal gelten. Um sie anzuheuern, locken die BRIC-Konzerne mit Spitzengehältern und schnellen Karrieren.

Sogar Bundesaußenminister Guido Westerwelle war eingeflogen, um das Deutsche Wissenschafts- und Innovationshaus São Paulo einzuweihen. Ein Zentrum, in dem die Deutschen zeigen, wie innovativ sie sein können. Die Feier war im Februar – doch da war der Initiator schon nicht mehr da.

Kurz vor Ankunft seines obersten Chefs hatte Bertram Heinze den Dienst quittiert. Statt beim deutschen Staat eine ruhige Kugel zu schieben, hatte der Geologe bei Vale angeheuert – der brasilianische Bergbaukonzern ist weltweit die Nummer zwei seiner Branche. Im Auftrag des Rohstoffgiganten hat der 40-Jährige jetzt begonnen, ein Umweltforschungszentrum in Belém an der Amazonasmündung aufzubauen – das größte seiner Art in den Tropen.

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Abwerben statt Hochziehen

Heinzes Entscheidung ist keine Ausnahme: Ob Betriebswirte, Ingenieure, Naturwissenschaftler oder Juristen – Personalberater wie Boyden und Kienbaum verzeichnen ein rasant steigendes Interesse an einem Arbeitsplatz in Brasilien. Denn statt Spitzenkräfte mühsam selbst hochzuziehen, werben brasilianische Unternehmen Top-Manager ausländischer Konzerne ab.

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Personalberater Peter Felix erklärt, warum Boomregionen wie Brasilien, China oder Indien auch für Manager aus Deutschland lukrative Jobs bieten.

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Erfahrene Spitzenkräfte locken sie mit steilen Karriereperspektiven und Gehältern in Höhen, von denen sie hierzulande nur träumen. Allein in den vergangenen zwölf Monaten sind die Gehälter für Führungskräfte in Brasilien um ein Drittel gestiegen.

„In den letzten zwei Jahren hat die Zahl der Expats zugenommen, die in Brasilien bleiben wollen“, sagt Tiago Salomão, Senior-Berater der Personalberatung Korn/Ferry International. Gerade verkündete der Chef von Volvo in Brasilien, Anders Norinder, dass er nicht ins Mutterhaus zurück wolle: „Hier in Brasilien geht die Post ab – und ich will diese Chance nutzen.“

Zuvor war Jackson Schneider nach sieben Jahren bei Mercedes in Brasilien zur heimischen Flugzeugschmiede Embraer übergelaufen, wo er als Direktor für institutionelle Beziehungen einen Schlüsseljob im Vorstand der weltweit drittgrößten Flugzeughersteller übernimmt.

Brasilien, der sechstgrößten Ökonomie der Welt, mangelt es zwar nicht an Rohstoffen und Kapital – wohl aber an Fachkräften, die mit ihrem Know-how den Wirtschaftsboom in Gang halten. Sie suchen hoch qualifizierte Macher, die sich detailversessen in Projekte stürzen – Eigenschaften, für die Deutsche geschätzt werden.

Und das nicht nur im Boomland Brasilien. Auch in den anderen BRIC-Staaten – also Russland, Indien und China –, aber auch in Australien zählen Fachkräfte und Manager made in Germany zu den begehrtesten Importartikeln.

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