Gloria Glang: Alles im Lack

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Gloria Glang, 34, Leiterin Strategie und Fusionen PPG Industries Europe, hat keine Angst vor großen Namen.

von Kristin Schmidt

Die Jungmanagerin des amerikanischen Lack-Herstellers PPG sucht nach aussichtreichen Start-ups und ist stets bereit für neue Aufgaben

Wie entwickelt sich die Altersstruktur unserer Gesellschaft? Wie verändert die Digitalisierung unsere Art, zu wirtschaften, zu konsumieren? Und was bedeutet das alles für unser weltweit tätiges Unternehmen?

Wenn Gloria Glang von ihren „globalen Hobbys“ spricht, meint sie weder Golfspielen in Schottland, einen Segeltörn in der Karibik oder einen Kochkurs für thailändische Küche. Sondern zum Beispiel die Auseinandersetzung mit den Auswirkungen weltweiter Megatrends auf die Strategie ihres Arbeitgebers – den amerikanischen Lackhersteller PPG Industries.

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Ihr jüngstes Hobby dieser Art: Wie können wir uns mithilfe von Risikokapital am besten an Start-ups beteiligen?

Denn ein Weltkonzern wie PPG, so die Überzeugung der 34-jährigen Managerin, kann „auf Dauer nur innovativ sein, wenn er Partnerschaften mit und Übernahmen von Start-ups in Betracht zieht“.

Ihre Position erläutert Glang im Sommer ihrem Vorstandsvorsitzenden Charles Bunch, den sie nur Chuck nennt. Erklärt ihm, wie PPG mithilfe kleiner, junger Unternehmen schnell auf Trends reagieren und an innovative Technologien kommen könnte. Präsentiert ihm eine detaillierte Marktanalyse und kann ihn nach nur fünf Minuten von dem Projekt überzeugen.

Heute, wenige Monate später, ist Glang schon auf der Suche nach Akquisitionen aus der Start-up-Szene – weltweit.

„Das gehört zwar nicht zu meiner Rollenbeschreibung“, sagt die Managerin, „aber ich hatte ein paar gute Ideen, die ich nicht für mich behalten wollte.“

Eigentlich ist die Betriebswirtin seit Januar 2013 beim Chemiekonzern für die Strategieentwicklung in Europa, dem Nahen Osten und Afrika zuständig. Macht sich in diesen Regionen auf die Suche nach Übernahmekandidaten, lotet Beteiligungen aus – mit dem globalen Geschäft hat sie nichts zu tun. Eigentlich.

Aber Dienst nach Vorschrift war für Glang noch nie eine Option – schon als sie nach dem Abitur ihr duales Studium am BASF-Standort in Münster begann: Gerade neun Monate war die damals 20-Jährige an Bord, als sie in der Chefetage anklopfte und dem Vorstandsvorsitzenden der Lacksparte vorschlug, eine Wettbewerbsdatenbank anzulegen. In welchen Kundensegmenten tummeln sich Wettbewerber? Welche Lacke produzieren sie? Was bedeutet das für BASF?

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Sie sind jung, talentiert, zielstrebig. Während Politik, Verbände und Unternehmen in einer ermüdenden Diskussion über Pro und Contra der Frauenquote feststecken, machen Top-Managerinnen unbeirrt Karriere.

Qualifizierte Frauen im Top-Management Quelle: Presse

Fast zehn Jahre arbeitet Glang in verschiedenen Positionen bei BASF. Nach ihrem dualen Studium wechselt sie in die damals neu gegründete interne Beratung des Konzerns am Stammsitz in Ludwigshafen, übernimmt anschließend die Betreuung von einem der zehn größten Kunden des Chemiekonzerns.

Mit 29 Jahren heuert sie als Beraterin bei KPMG in Frankfurt an. Akquiriert neue Kunden – obwohl diese Aufgabe eigentlich den Senior Managern vorbehalten ist.

„Ich hatte das Gefühl, da könnte noch mehr getan werden“, lautet ihre Haltung, die nicht bei allen Kollegen auf Gegenliebe stößt, ihre Vorgesetzten aber überzeugt. „Wir haben sie schon nach wenigen Monaten zur Senior Managerin befördert“, sagt Chris Stirling, der damals bei KPMG die Chemieindustrie auf europäischer Ebene verantwortete. „Normalerweise dauert das mindestens ein Jahr, aber sie hatte das Talent und keine Angst vor großen Namen.“

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