Großbritannien: Geschenke für 30 Pfund

Großbritannien: Geschenke für 30 Pfund

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von Yvonne Esterházy

Der Bribery Act lässt kaum Lücken für Geschenke und Einladungen.

Die Botschaft an die 170.000 Postboten war eindeutig: „Wir stehen am Beginn der Festsaison“, mahnt eine Web-Site der Royal Mail die Belegschaft. „Wer Geschenke akzeptiert, sollte vorsichtig sein, um nicht mit dem Antikorruptionsgesetz in Konflikt zu geraten.“ Heikel könne es für alle werden, die Trinkgeld oder Geschenke im Wert von mehr als 30 Pfund (umgerechnet 35 Euro) akzeptierten. „Trinkgelder sind erlaubt, dürfen aber nie als Gegenleistung für Vorzugsbehandlung gelten.“

In Großbritannien, wo Briefträger rund 26.000 Euro im Jahr verdienen, ist es Brauch, Postboten und Müllmännern an Weihnachten eine Kleinigkeit zuzustecken. Doch seit 1. Juli gilt auf der Insel eines der härtesten Antikorruptionsgesetze der Welt. Der reformierte Bribery Act sieht Geldstrafen in unbegrenzter Höhe und bis zu zehn Jahre Haft vor. Die neuen Regeln gelten auch für Tochterunternehmen ausländischer Konzerne. Sie können sogar für Korruption ihrer Muttergesellschaften haftbar gemacht werden. Letztes Schlupfloch: Einladungen zu Essen und Sportereignissen sind auch künftig erlaubt.

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