Homosexualität unter Managern: Ex-BP-Chef Browne: Firmen profitieren von offenem Umgang mit Homosexualität

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Ex-BP-Chef Lord John Browne setzt sich für mehr Toleranz gegenüber Homosexualität unter Managern ein.

von Yvonne Esterházy

Im Interview mit der WirtschaftsWoche äußert sich der EX-BP Chef Lord John Browne zum Umgang mit dem Thema Homosexualität in Unternehmen.

Ex-BP-Chef Lord John Browne rät Unternehmen zu einem offeneren Umgang mit Homosexualität und den Betroffenen zu mehr Mut, sich zu ihrer sexuellen Orientierung zu bekennen. „Oft sind es Defizite in der Unternehmensführung. Das Top-Management versäumt es meist, klar erkennbar zu demonstrieren, dass ein tolerantes Umfeld für ein Coming-out ein Wert ist, dem man sich verpflichtet fühlt“, sagt der gebürtige Hamburger im Interview mit der WirtschaftsWoche. Dies aber schade den Unternehmen. „Ich will nicht, dass jemand sich darauf konzentriert, einen Teil des eigenen Lebens zu verbergen und alle möglichen Strategien zu entwickeln, damit nicht herauskommt, dass er oder sie homo- oder bisexuell ist. Denn das alles verursacht versteckte Kosten und reduziert die Produktivität.“ Laut Browne kommen manche Studien zu dem Schluss, dass die Produktivität eines Mitarbeiters in so einem Fall um 30 Prozent sinken kann. Browne: „Das hat also auch volkswirtschaftliche Nachteile.“ Zudem sei ein Klima, das Offenheit und Toleranz für Minderheiten schafft, gut fürs Geschäft, „weil man Produkte besser vermarkten kann – schließlich gibt es jede Menge schwuler und lesbischer Konsumenten“, argumentiert er. Für Unternehmen gehe es auch darum, die besten Talente zu rekrutieren, denn unter den Minderheiten seien oft Überflieger. „Die kommen unter Umständen aber nicht, wenn man ihnen nicht das richtige Umfeld bietet“, warnt Browne.

Der ehemalige Chef des britischen Ölkonzerns BP und Ex-Aufsichtsrat von Daimler-Benz bedauert es, sich selbst erst spät zu seiner Homosexualität bekannt zu haben. „Aus heutiger Sicht wünsche ich mir, ich hätte diesen Schritt früher getan“, erklärte der 66-Jährige gegenüber der WirtschaftsWoche. „Ich rate jedem homosexuellen Manager, sich zu outen – je früher, desto besser.“

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Browne war 2007 vorzeitig von seinem Chefposten bei BP zurückgetreten, als Details aus seinem Privatleben veröffentlicht werden sollten. „Es war die Angst – und es ist auch heute immer noch die Angst –, die Menschen davon abhält, sich offen zu ihrer Sexualität zu bekennen.“

Browne hat aktuell ein Buch veröffentlicht, in dem er für die Vorteile des Coming-Out  plädiert. Gegenüber der WirtschaftsWoche räumt er ein, dass es durchaus Branchen gebe, in denen ein solches Bekenntnis schwerer sei als in anderen. „Das gilt sicherlich für die Branchen Energie und Bergbau. Soweit ich weiß, gibt es dort in den oberen Führungsetagen keinen einzigen Homosexuellen. Bei den Medien und Kreativen ist es anders, auch im Finanz- und Bankenbereich.“

Einen homosexuellen Konzernchef in Deutschland kennt Browne, mit dem sich der frühere deutsche Fußballprofi Thomas Hitzlsperger vor seinem Coming-Out beraten hat, nicht: „Nein, ich habe nicht einmal Gerüchte gehört.

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