ILO-Studie: Nur drei Staaten haben überwiegend weibliche Chefs

ILO-Studie: Nur drei Staaten haben überwiegend weibliche Chefs

von Nora Jakob

Von wegen Gleichberechtigung: Eine neue Studie zeigt, dass nur in drei Staaten weltweit mehr Frauen in Führungspositionen sind als Männer.

Weltweit wird lediglich ein Drittel aller Unternehmen von Frauen geführt oder ist in deren Besitz. Das geht aus einer Studie der Internationalen Arbeitsorganisation (.pdf) hervor, einer Sonderorganisation der Vereinten Nationen.

Der Auftrag der ILO ist es, soziale Gerechtigkeit sowie Menschen- und Arbeitsrechte zu fördern. Viel Grund zum Feiern bietet diese Studie nicht: Lediglich in drei Staaten weltweit sind mehr Frauen als Männer in Führungspositionen - in Jamaika, Kolumbien und St. Lucia. Das ist umso bedenkswerter, als das es mehr und mehr Beweise dafür gibt, dass das Talent und die Fähigkeiten von Frauen vorteilhaft für Unternehmen sind.

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Diese Länder haben den höchsten Anteil von Frauen in Führungspositionen

  • Moldawien

    44,1 Prozent

  • Bahamas

    44,4 Prozent

  • Guatemala

    44,8 Prozent

  • Lettland

    45,7 Prozent

  • Weißrussland

    46,2 Prozent

  • Panama

    47,4 Prozent

  • Phillipinen

    47,6 Prozent

  • Santa Lucia

    52,3 Prozent

  • Kolumbien

    53,1 Prozent

  • Jamaika

    59,3 Prozent

Der Bericht macht darüber hinaus auch deutlich, dass die Bedeutung von Frauen für Wirtschaftswachstum und die Entwicklung auf nationaler und internationaler Ebene weiter zunimmt. In der Realität sieht das allerdings anders aus: Frauen müssen immer noch enorme Hürden umgehen, um in Führungspositionen zu gelangen - obwohl ihnen der Eintritt in die Unternehmen gelingt. Nur eben nicht bis auf die Entscheidungsebene.

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Quelle: Getty Images

In Jamaika sind knapp 60 Prozent der Führungskräfte Frauen, wie aus der Studie hervorgeht. Kolumbien ist das Land mit der zweithöchsten Anteil der weiblichen Chefs, immerhin verwalten hier 53 Prozent die Verwaltungsgeschicke, während der Prozentsatz in St. Lucia 52,3 beträgt.

Insgesamt wurden 106 Länder analysiert. Deutschland landet mit 31,1 Prozent im unteren Drittel. Ganz am Ende der Liste sind Jemen, Pakistan und Algerien, wo nur zwischen zwei und knapp Prozent der Frauen Chefinnen sind.

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Die gute Nachricht: In fast 80 Prozent der Länder ist der Anteil der weiblichen Führungskräfte seit 2000 gewachsen, und in 23 Ländern lag der Anstieg bei mehr als sieben Prozent. Sie besetzen heute mehr Führungspositionen als in der Vergangenheit, aber das sind noch immer nur 40 Prozent der Arbeitsplätze weltweit.

"Es liegt noch ein langer Weg vor uns, bevor wir eine wirkliche Gleichstellung der Geschlechter am Arbeitsplatz erreichen", sagt ILO-Direktorin Deborah France-Massin, "vor allem, wenn es um Führungspositionen geht."

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