Innovationskraft: Unternehmen hören zu wenig auf ihre Kunden

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Innovationskraft: Unternehmen hören zu wenig auf ihre Kunden

von Kristin Schmidt

Zwar halten deutsche Industrieunternehmen Innovationen für wichtig, um wirtschaftlich erfolgreich zu sein. Doch eine neue Studie zeigt: In der Umsetzung hapert es gewaltig.

Damit der Schulranzen auch den Ansprüchen der Zielgruppe entspricht, lässt der Produzent Thorka seine Tornister von Schülern testen. Sie probieren die Prototypen aus, geben ihren Segen oder erzählen den Entwicklern, was ihnen nicht gefällt. "Unsere Produktentwickler und Designer versuchen, sich so gut wie möglich in die Fantasiewelt der Kinder hineinzudenken und ihren Geschmack zu treffen", sagt Thorka-Geschäftsführerin Claudia Krause. "Aber das letzte Wort haben die Kinder – und die wissen ganz genau, was sie wollen."

Eine vorbildliche Strategie, die viele Industrieunternehmen auch als grundsätzlich innovationsfördernd einstufen, doch leider kaum umsetzen. Nur sieben Prozent nutzen externes Wissen von Kunden oder Zulieferern "sehr stark" für ihren Innovationsprozess - obwohl jedes fünfte Unternehmen der Meinung ist, dass diese Vorgehensweise die Innovationskultur stärkt. Das ist ein Ergebnis des Innovationsindex, den das Meinungsforschungsinstitut Forsa im Auftrag des Chemiekonzerns Altana erstellt hat.

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Insgesamt ist die Diskrepanz zwischen Stellenwert und Umsetzung von Innovationsfähigkeit hoch. "90 Prozent der Industrie-Manager in Deutschland sind überzeugt, dass eine ausgeprägte Innovationsfähigkeit sich stark auf den wirtschaftlichen Erfolg eines Unternehmens auswirkt", heißt es in der Studie. Gleichzeitig bewerten nur 41 Prozent der Befragten die Innovationskultur in ihrem eigenen Unternehmen als gut.

Als wichtigste Bestandteile für eine innovationsfreundliche Kultur bezeichnen die Manager die Förderung von Austausch über Abteilungsgrenzen hinweg, die Förderung von Kreativität sowie Freiräume für Innovationen. Laut Studie würden andere zentrale Faktoren von den Führungskräften in Industrieunternehmen unterschätzt, wie etwa die Einbeziehung von Externen, die nötige Risikobereitschaft und ein internes Vorschlagswesen.

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Dabei kann letzteres bares Geld wert sein. Die Robert Bosch GmbH etwa konnte durch gutes Ideenmanagement im Jahr 2012 laut einer Studie des Deutschen Instituts für Betriebswirtschaft 215 Millionen gut machen, Siemens 145 Millionen und Volkswagen 119 Millionen Euro.

Doch nur 22 Prozent der für den Innovationsindex befragten Industrieunternehmen setzen ein betriebliches Vorschlagswesen sehr stark ein. Ebenso wenig haben eine sehr hohe Bereitschaft in Forschung und Entwicklung zu investieren oder fördern sehr stark den Austausch zwischen den Abteilungen.

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Nur ein einziger Faktor wird so deutlich umgesetzt, wie er von seiner Wichtigkeit her auch empfunden wird: die Orientierung am Bedarf der Kunden. Fast die Hälfte der Industriemanager halten sie für sehr wichtig. Und immerhin 46 Prozent setzen diese dann auch dementsprechend um.

Als wichtigste Eigenschaften eines innovativen Mitarbeiters identifizierten die befragten Führungskräfte Neugier (74 Prozent), Veränderungsbereitschaft (64 Prozent) und das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten (56 Prozent).

Ihren eigenen Beitrag zur Innovationskultur in ihrem Unternehmen schätzen die Manager unterschiedlich ein. Jeweils 17 Prozent sagen ihr Betrag sei "sehr groß" beziehungsweise "eher gering". 64 Prozent sehen ihren Beitrag als „eher groß an“. Nur zwei Prozent haben das Thema überhaupt nicht auf ihrer Agenda.

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