Insolvenz: Geschäftspartner empört über Neckermann-Werbung

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Insolvenz: Geschäftspartner empört über Neckermann-Werbung

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huGO-BildID: 27189929 Auf "fünf vor zwölf" steht eine Uhr an einem geschlossenen Farbrikverkauf von Neckermann in Frankfurt am Main am Mittwoch (18.07.2012). Neckermann hat am Mittwoch beim Amtsgericht in Frankfurt am Main einen Insolvenzantrag gestellt. Foto: Boris Roessler dpalhe +++(c) dpa - Bildfunk+++

Dass Neckermann Späße über die eigene Insolvenz macht, findet ein Geschäftspartner überhaupt nicht lustig. Sein Zorn richtet sich gegen die Werbeagentur Ogilvy.

Die selbstironische Werbe-Aktion des insolventen Handelskonzerns Neckermann trifft bei einem Vertriebspartner auf Unverständnis. Die "sittenwidrige Werbung" sei "ein Schlag ins Gesicht", sagt René Reiter von der Werbe-Agentur Reiter-Schweiger. Als Vertriebspartner von Neckermann bange man um seine Existenz. Auch Kunden, die bereits Neckermann-Ware angezahlt hätten, seien "verstört und verunsichert" und sorgten sich um die Lieferung der Ware.

Auf der Website von Neckermann werden Kunden mit humorigen Sprüchen auf Treue-Angebote hingewiesen: "Insolvent? Na und. Sie wollen schließlich kein Geld bei uns bestellen sondern Ware", heißt es da, und: "Sie haben momentan wenig Geld in der Kasse? Wir wissen, wie sich das anfühlt." Die Aktion geht auf die Werbe-Agentur Ogilvy zurück.

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Reiter, der mit der Onlineplattform dasofa.de ein Vertriebskonzept für Möbel entwickelt hat, das auch für Neckermann aktiv ist, hat eine geharnischte E-Mail an Ogilvy-Geschäftsführer Christoph Isenbürger und Kreativchef Stephan Vogel geschrieben, in der es heißt: "Wir, die Vertriebspartner von Neckermann hoffen inständig für Sie und Ihre Agentur, dass Sie stets loyale Kunden haben, die Sie für Ihre glorreiche Arbeit fürstlich entlohnen! Wir, die Vertriebspartner von Neckermann drücken Ihnen die Daumen, dass Sie Ihre Kohle dafür bekommen! Sicherlich haben Sie an Vorkasse gedacht bei Ihrer "Nacht & Nebel Aktion"! ... Wir, die Vertriebspartner von Neckermann können uns nicht vorstellen, dass es redlich ist, in Facebook und anderen Medien die Kunden zu weiteren Bestellungen zu animieren. Mit dem Hinweis alles sei gut, es wird geliefert und man hätte sich mit den Lieferanten geeinigt. Wir, die Vertriebspartner von Neckermann haben teilweise Angst um unsere Existenz. Und mit dieser Angst machen Sie Ihr Geschäft."

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Ein weiterer "Schlag ins Gesicht" sei, so Reiter, auch die Aussage des Insolvenzverwalters von Neckermann, es sei mit allen Lieferanten eine Vereinbarung zur weiteren stabilen Lieferung getroffen worden. "Das ist schlichtweg gelogen", sagt Reiter

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