Irrlehre empathischer Chef : Fünf Manager-Typen, die wir nie mehr sehen wollen

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Irrlehre empathischer Chef : Fünf Manager-Typen, die wir nie mehr sehen wollen

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von Daniel Rettig

Allzu empathisch dürfen Führungskräfte nicht sein – aber immer noch besser als diese fünf Charaktere auf der Chefetage.

Tausende Angestellte leiden regelmäßig unter den Launen ihres Chefs. Einige täglich, manche wöchentlich oder monatlich. Der Vorgesetzte dient häufig als Projektionsfläche für Frust und Missgunst.

Verständlich, einerseits. Wenig hassen wir so sehr, wie unsere persönliche Freiheit beschnitten zu bekommen – aber genau das tun Chefs tagtäglich. Sie können unsere Autonomie einschränken, Aufträge erteilen oder Positionen besetzen. Chefs polarisieren von Natur aus.

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Andererseits finden sich auf der Chefetage häufig charakterliche Deformationen. Tatsächlich sind manche Wissenschaftler davon überzeugt, dass der Prozentsatz von Verhaltensauffälligen unter Führungskräften höher ist als in der normalen Bevölkerung.

PremiumEmpathie Die Irrlehre vom Mitgefühl als Führungstugend

Jahrelang galt die Kunst, auf seine Mitarbeiter einzugehen, als Heiliger Gral des Managements. Doch inzwischen stellen Psychologen, Organisationsforscher und Manager fest: Zu viel Menschlichkeit stresst, hemmt und lähmt.

Führen statt fühlen Quelle: Getty Images, Illustration: Dmitri Broido

Welche fünf Manager-Typen wir nie mehr sehen wollen – und wie Sie im Zweifelsfall mit jenem Typus umgehen. 

1.      Der Narzisst

Was ihn auszeichnet:

Er ist für eine Chef-Karriere prädestiniert. Der Psychoanalytiker Manfred Kets de Vries ist sogar davon überzeugt, dass Narzissmus eine Bedingung für die Führungslaufbahn ist.

Der simple Grund: Narzissten halten sich für etwas Besonderes, sie streben häufig nach Macht und Prestige. In gesundem Maß ist das in Ordnung, allerdings ist die Grenze zum reaktiven Narzissmus schnell überschritten. Einerseits lieben Narzissten sich selbst am meisten, sie neigen zu Arroganz und sind unfähig zu Mitgefühl. Andererseits leiden sie unter Minderwertigkeitsgefühlen, die sie durch Anerkennung kompensieren müssen.

Wie Sie mit ihm umgehen:

Sie sollten seine vermeintliche Großartigkeit nie infrage stellen, selbst auf konstruktive Kritik reagieren Narzissten meist destruktiv. Gewöhnen Sie sich daran, Detailarbeit erledigen zu müssen, das Lob aber abtreten zu müssen. Trösten Sie sich: Die meisten Narzissten fallen schnell auf und entzaubern sich von ganz allein.

2.      Der Größenwahnsinnige

Was ihn auszeichnet:

Kreativität, Visionen und Selbstbewusstsein sind erstmal nicht verkehrt. Aber wie so oft macht die Dosis das Gift –und bei ihm sind daraus Allmachtsfantasien und Hybris erwachsen. Er ist davon überzeugt, dass seine Ideen genial sind und lässt sich auch von guten Argumenten nicht irritieren.

Wie Sie mit ihm umgehen:

Langfristig geht das nicht gut. Sie sollten sich schon mal nach anderen Positionen umsehen, aber dabei nicht auffallen. Zudem gilt: Je entrückter Ihr Vorgesetzter, umso ruhiger und realistischer sollten Sie werden. Sonst lassen Sie sich mit in den Abgrund reißen.

3.      Der Erratische

Was ihn auszeichnet:

Launen wechseln schneller als das Wetter, Lob von heute sind die Beschwerden von morgen, wen er diese Woche mag, kann er nächste Woche nicht mehr ausstehen. Verständlich, Liebesentzug persönlich zu nehmen – wäre aber fatal.

Wie Sie mit ihm umgehen:

Lieber einmal zuviel zustimmen und Ruhe bewahren. Ratsam ist es, vor allem schriftlich zu kommunizieren. E-Mails dürften sich noch als hilfreich erweisen.

4.      Der Diktator

Was ihn auszeichnet:

Er ist keine natürliche Autorität, sondern ein autoritärer Herrscher. Entscheidungen begründet er nicht, sondern lässt sie wie Dekrete auf die Belegschaft herabregnen. Wer Widerspruch sät, erntet Erniedrigung.

Wie Sie mit ihm umgehen:

Am besten ist es, solche Charaktere früh zu enttarnen. Sie sollten ihm aber keine Vorwürfe machen, schon gar nicht öffentlich, sondern immer nur dezent formulierte, konstruktive Vorschläge.

5.      Der Paranoide

Was ihn auszeichnet:

Eigentlich ist er eine tragische Figur. In Wahrheit ist er unsicher, leider überträgt er diese Angst auf sein Führungsverhalten. Er setzt sich selbst und den Angestellten oft übertrieben ambitionierte Ziele, neigt zu Kontrollwahn und Perfektionismus. Überall vermutet er Heckenschützen und Gegner, auch loyale Mitarbeiter beäugt er kritisch.

Wie Sie mit ihm umgehen:

Arbeiten Sie gewissenhaft, unterlassen Sie direkte Herausforderungen. Und seien Sie sich immer bewusst, dass seine emotionale Zündschnur äußerst kurz ist.

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