Julia Jäkel - Vorstand von Gruner+Jahr: Vom Azubi zur Chefin

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Julia Jäkel - Vorstand von Gruner+Jahr: Vom Azubi zur Chefin

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Ein neues Gesicht für Gruner + Jahr. Julia Jäkel wurde gestern vom Aufsichtsrat in den Vorstand befördert.

von Peter Steinkirchner

Mit Julia Jäkel im Führungstrio zieht wieder eine Frau in den Vorstand von Gruner + Jahr ein. Von der Teilnehmerin am Bertelsmann-Nachwuchsprogramm zur Co-Chefin eines der größten Medienhäuser Europas - innerhalb von gerade 15 Jahren hat Julia Jäkel eine erstaunliche Karriere hingelegt.

Die sympathische 40-Jährige, die gestern vom Aufsichtsrat in den Vorstand von Gruner + Jahr befördert wurde, gibt dem Hamburger Zeitschriftenriesen ein neues Gesicht. Mit ihr zieht jemand ins Führungsgremium ein, der Redaktionen sehr gut von innen kennt. Dass sie eines Tages den Schritt an die Spitze machen würde, hatten in der Branche viele erwartet. Dass dies jedoch so schnell und so früh kam, ist vor allem den äußeren Umständen geschuldet.

Denn erst in der vergangenen Woche war der bisherige G+J-Vorstandschef Bernd Buchholz aus dem Vorstand von Bertelsmann zurückgetreten. Hintergrund sind die Scharmützel, die sich Buchholz immer wieder mit Bertelsmann-Chef Thomas Rabe geliefert hatte. Die gipfelten zu Beginn des Jahres in der Untersagung eines Zukaufs, den Buchholz eigentlich schon für fix betrachtet hatte.

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Rabes Begründung für die Absage tat weh: G+J solle sich erst einmal auf sein Kerngeschäft konzentrieren. Ein Artikel im „Manager Magazin“, in dem vor allem der Plan von Bertelsmann ausgebreitet wurde, G+J komplett zu übernehmen, und der zudem gespickt war mit Spitzen gegen Buchholz, schoss diesen waidwund. Nur eine Woche nach dem Rückzug aus dem Bertelsmann-Vorstand jetzt also auch das erwartete Aus als G+J-Chef.

Zielstrebig und unprätentiös

Künftig steht bei G+J ein Trio aus Jäkel, Torsten-Jörn Klein (Auslandsgeschäft) und Achim Twardy (Finanzen, Strategie) an der Spitze eines Verlags, dessen Gewinn im ersten Halbjahr von 124 auf 85 Millionen Euro regelrecht eingebrochen ist. Einen Vorstandschef gibt es zunächst nicht. Dennoch kommt Jäkel eine entscheidende Aufgabe zu: Ruhe reinbringen in den Verlag. Dass sie das kann, daran zweifelt in der Branche kaum jemand. Denn Jäkel, die am Wiesbadener Gutenberg-Gymnasium ein 1er Abitur baute, anschließend in Heidelberg und Harvard Geschichte, Politik und VWL studierte und 1996 ihr Studium an der Universität Cambridge mit einem Master abschloss, gilt als exzellente Netzwerkerin, die – und das ist bei G+J ein wesentlicher Vorteil – außerdem sowohl mit der Eignersippe Jahr als auch mit der Bertelsmann-Matriarchin Liz Mohn gut kann.

Zudem gilt sie als zwar zielstrebig, aber dennoch unprätentiös und nahbar. Gearbeitet hat sie unter anderem als geschäftsführende Redakteurin beim Klatschblatt „Gala“ - wie es sich anfühlt, selber Gegenstand der Berichterstattung zu sein, diese Seite des Gewerbes lernte sie kennen, als ihre Beziehung zum früheren „Tagesthemen“-Moderator Uli Wickert bekannt wurde. Im vergangenen Mai wurde das Paar, das seit zehn Jahren verheiratet ist, Eltern von Zwillingen.

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Weitere Stationen von Jäkel waren die Mitgründung der „Financial Times Deutschland“; seit 2004 war sie Verlagsleiterin bei der „Brigitte“. Erst im Februar hatte sie den bislang jüngsten Karriereschritt getan, als die Verantwortung für die neu geschaffene Verlagsgruppe G+J Life und damit für 20 unterschiedliche Medienmarken übernahm, darunter „Brigitte“, „Gala“ und das Fußballmagazin „11 Freunde“.

Wie lange das Trio Jäkel, Twardy, Klein an der G+J-Spitze bleibt, ist völlig offen. Viel hängt davon ab, ob Bertelsmann mit seinem Plan zum Zuge kommt, den Zeitschriftenverlag komplett zu übernehmen und den Eigner-Clan der Jahrs stattdessen mit Anteilen am Gütersloher Medienriesen zu beteiligen.

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