Karriere: Familienunternehmen bieten die meisten Jobs

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Karriere: Familienunternehmen bieten die meisten Jobs

Wer stellt neue Mitarbeiter ein? Eine Studie des BDI zeigt: Es sind vor allem Familienunternehmen. Damit sind die Betriebe nicht nur eine wichtige Säule der deutschen Wirtschaft, sondern auch der größte Jobmotor.

Familienunternehmen sind und bleiben ein starker Jobmotor in Deutschland: Der Beschäftigungszuwachs in Familienunternehmen fällt deutlich höher aus als in allen Unternehmen zusammen, wie eine Erhebung des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI), der Deutschen Bank und des Instituts für Mittelstandsforschung (IfM) Bonn zeigt. Die rund 4500 größten dieser Firmen haben 2013 - dem Jahr, für das aktuelle Daten vorliegen - rund drei Prozent mehr Mitarbeiter beschäftigt als im Vorjahr.

Damit wächst die Zahl der Stellen mehr als doppelt so stark wie über alle Unternehmen hinweg betrachtet: Durchschnittlich wurden nur 1,3 Prozent mehr Menschen eingestellt. 17 Prozent aller sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten hierzulande arbeiten in einem der großen Familienunternehmen.

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So nutzen Mittelständler ihre Stärken im Wettbewerb um Fachkräfte

  • Ganz oben auf der Wunschliste: spannende Arbeitsinhalte

    Diese Einschätzung stimmt allerdings nur zum Teil. Auf die Frage, welche Kriterien bei ihrer Jobauswahl eine Rolle spielen, landeten ein angenehmes Betriebsklima und interessante Arbeitsinhalte an erster Stelle der Wunschliste der potenziellen Bewerber (jeweils 8,7 Punkte auf einer Skala von eins bis zehn).

    Für die Studenten spielen außerdem Arbeitsplatzsicherheit (7,9 Punkte), gute Karrierechancen (7,8 Punkte) und eine gute Bezahlung (7,7 Punkte) eine wichtige Rolle bei der Auswahl ihres künftigen Arbeitgebers. Die Unternehmensgröße ist den meisten nicht so wichtig (4,3 Punkte). Auch der Standort und das Image des Unternehmens sind für viele Bewerber nicht ausschlaggebend (jeweils 6,6 Punkte).

  • Mittelständische Unternehmen sind attraktiv für Bewerber

    Vieles deutet darauf hin, dass der Mittelstand und Familienunternehmen nicht stärker vom Fachkräftemangel betroffen sind als Großkonzerne. Denn fast 80 Prozent der Studenten planen, sich sowohl bei mittelständischen als auch in großen Unternehmen zu bewerben. Nur elf Prozent wollen ausschließlich bei Großunternehmen arbeiten; neun Prozent sind nur auf mittelständische Unternehmen fokussiert.

  • Bewerber erhoffen sich gutes Betriebsklima und Verantwortung

    Die Studenten, die mittelständische Unternehmen als eher attraktiv bewertet haben, wurden gebeten, eine Begründung für ihre Einschätzung zu geben. Auf die (ungestützte) Frage gaben 28,8 Prozent an, dass sie kleinere und mittelständische Unternehmen besonders schätzen, weil sie familiär und weniger anonym sind und dort ein besseres Betriebsklima erwarten. Außerdem erhoffen sie sich mehr Verantwortung und Freiräume (16,4 Prozent) sowie eine größere Anerkennung ihrer Leistungen (12,3 Prozent). Elf Prozent wissen die flacheren Hierarchien und Strukturen zu schätzen. Auf diese Vorteile sollten Mittelständler und Familienunternehmen in ihrer Kommunikation mit (potenziellen) Bewerbern eingehen.

  • Gehalt muss stimmen

    Aus Sicht der befragten Studenten könnten Mittelständler noch attraktiver werden, wenn auch die Verdienstmöglichkeiten wettbewerbsfähig sind. Das sagen 23 Prozent der Befragten. Sie glauben auch, dass Werbung, gute Öffentlichkeitsarbeit und ein informativer Internetauftritt dazu beitragen können, die Attraktivität eines mittelständischen Unternehmens zu steigern. "Daran sollten Familienunternehmen und Mittelständler arbeiten und sich – wenn nötig – professionelle Unterstützung holen", empfiehlt Dr. Peter Bartels.

  • Kontakte knüpfen – über Praktika und Abschlussarbeiten

    Um viele Bewerbungen von hochqualifizierten Absolventen zu bekommen, sollten Unternehmen früh mit den potenziellen Bewerbern in Kontakt kommen. Das geht beispielsweise, indem sie Studenten anbieten, ihre Abschlussarbeit in Kooperation mit dem Unternehmen zu schreiben. Für über 90 Prozent der befragten Bewerber ist dieses Angebot attraktiv. Die Möglichkeit, sich intensiv kennen zu lernen, bevor ein festes Arbeitsverhältnis geschlossen wird, bieten natürlich auch studienbegleitende Praktika.

    Darüber hinaus sollten Unternehmen Studenten gezielt ansprechen. Zum Beispiel über Stipendienprogramme, Recruiting-Veranstaltungen oder auf Jobmessen. "In der Kommunikation mit den möglichen Bewerbern sollten sich mittelständische Unternehmen darauf konzentrieren, die Bewerber gut zu informieren – und zwar zu den Punkten, die ihnen bei der Jobwahl am wichtigsten sind, also zu den genauen Arbeitsinhalten sowie Karriere- und Weiterbildungsmöglichkeiten", so die Empfehlung von Dr. Peter Bartels.

    Allerdings müssten sich Unternehmen auch bewusst sein, sagt Bartels, dass Informationen nicht ausreichen. Sie müssen den künftigen Kollegen auch etwas bieten können: Und dazu zählen in jedem Fall ein wettbewerbsfähiges Gehalt und gute Karrierechancen.

Familienunternehmen stehen wirtschaftlich gut da

Ein weiteres auffälliges Ergebnis der Analyse: die kontinuierlich hohe und weiter steigende Eigenkapitalausstattung der größten Familienunternehmen. Ihre Eigenkapitalquoten erreichten im untersuchten Jahr im Durchschnitt rund 37 Prozent. Der Vergleichswert aller Unternehmen mit mindestens 50 Millionen Euro Jahresumsatz betrug im selben Jahr gerade einmal etwa 31 Prozent.

"Langfristig stabil zu wirtschaften kennzeichnet uns Familienunternehmer. Bei der Reform der Erbschaftsteuer sollte die Politik daher alles unterlassen, was dieses Erfolgsmodell gefährdet", sagte Hans-Toni Junius, Vorsitzender des BDI/BDA-Mittelstandsausschusses.

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Die Ergebnisse der Untersuchung bekräftigen: Die größten Familienunternehmen sind eine tragende Säule der deutschen Wirtschaft. Obwohl die rund 4500 größten Familienunternehmen nur 0,1 Prozent aller Unternehmen in Deutschland ausmachen, erwirtschaften sie 20 Prozent des Gesamtumsatzes in Deutschland.

"Die gute Eigenkapitalausstattung der Familienunternehmen ist eine hervorragende Ausgangsposition für Innovationen und Wachstum im In- und Ausland. Aufgabe der Banken ist es, die Familienunternehmer dabei mit ihrem Know-how etwa bei der Risikoabsicherung und Internationalisierung bestmöglich zu unterstützen", sagte Oliver Bortz, Leiter Firmenkunden der Deutsche Bank AG, zu den Ergebnissen.

Professorin Friederike Welter, Präsidentin des Instituts für Mittelstandsforschung (IfM) Bonn, resümierte: "Die größten Familienunternehmen suchen weiterhin vor allem, ihre finanzielle Stabilität zu sichern und ihre Unabhängigkeit zu festigen. Beides trug dazu bei, dass sie auch 2013 rentabler wirtschaften konnten als Nicht-Familienunternehmen."

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