Karriereleiter: Fachkräftemangel? Bildet einfach selbst aus!

kolumneKarriereleiter: Fachkräftemangel? Bildet einfach selbst aus!

Kolumne von Simone Janson

Viele Unternehmen klagen, dass sie keine geeigneten Fachkräfte finden. Dabei könnten sie selbst aktiv werden und eigene Aus- und Weiterbildungen für ihre Mitarbeiter initiieren. Das ist unkomplizierter als viele denken.

Die Messen Personal 2016 Nord und Süd, die Ende April in Hamburg und Stuttgart stattfinden, sind wichtige Frühjahrsindikatoren für die aktuellen Entwicklungen in der Personalgewinnung. Ein Thema wird dort wieder heiß diskutiert: Wie können Unternehmen im War for Talents die begehrten Fachkräfte für sich gewinnen?

Dabei kommen die lautesten Klagen über den Mangel an qualifizierten Mitarbeitern aus Branchen, in denen die technische Entwicklung schneller voranschreitet als sich entsprechende Aus- und Weiterbildungen etablieren - zum Beispiel in der Digital-Branche. Die Folge ist gesuchtes Fachpersonal, das sich seine speziellen Fähigkeiten oft in Eigenregie beigebracht hat.

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Eine Lösung könnte es für Unternehmen sein, die Mitarbeiter selbst aus- oder weiterzubilden. Doch gerade kleinere Firmen und Start-ups schrecken häufig davor zurück: Sie fürchten hohe Kosten, Mehraufwand und oft lassen sich die starren Regeln des deutschen Aus- und Weiterbildungssystems auch schlecht mit der lockeren Unternehmenskultur vieler Start-ups verbinden. Das Thema wurde in der Karriereleiter-Kolumne bereits im vergangenen Jahr ausführlich behandelt.

Karriereleiter Gibt es den Fachkräftemangel wirklich?

Der Fachkräftemangel wird heiß diskutiert. Während sich die einen um den Wirtschafts- und Technikstandort Deutschland sorgen, sehen andere lediglich ein Problem einzelner Unternehmen. Was stimmt denn jetzt?

Computermonitore Quelle: dpa

Dabei ist es gar nicht so schwer, eine eigene Weiterbildung ins Leben zu rufen. Wie das funktionieren kann, hat etwa die Mediafix GmbH in Köln erfolgreich vorgemacht: Das 2012 gegründete Unternehmen digitalisiert analoge Bild-Medien wie Diafotos, alte Film-Spulen oder Video-Kassetten. Die Idee dazu kam Gründer Hans-Günter Herrmann auf einem Familientreffen. Die Digitalisierungsgeräte sind Eigenentwicklungen, daher müssen die Mitarbeiter speziell geschult werden. Mediafix hat daher eine fünftägige Ausbildung geschaffen, die mit einer Prüfung zum Mediendigitalisierer abschließt.

"Inhalte sind zum Beispiel Materialkunde, Qualitätsrichtlinien, verschiedene Medientypen sowie die Bedienung der Geräte“, erklärt Herrmann. Pro Jahr werden zwölf neue Mitarbeiter ausgebildet. 50 Mitarbeiter hat das Unternehmen mittlerweile – und wächst stetig. Wo andere Aufwand und Kosten scheuen, bleibt Herrmann gelassen: "Da wir in einer absoluten Nische agieren, ist das nötige Fachwissen auf dem Arbeitsmarkt schlicht nicht vorhanden. Unser Angebot ist sehr gefragt, also haben wir gar keine andere Wahl."

So steht es um die Personalplanung in deutschen Unternehmen

  • 85 Prozent

    85 Prozent aller Personaler entwickeln die Strategie zur Personalbeschaffung ausschließlich mit der Geschäftsleitung - und fragen bei den Fachbereichen gar nicht erst nach.

    Quelle: Studie "Personalbedarfsplanung und -beschaffung in Unternehmen" der Unternehmensberatung Hays.

  • 82 Prozent

    82 Prozent berücksichtigen keine Freiberufler bei der strategischen Personalplanung.

  • 81 Prozent

    81 Prozent aller Personalverantwortlicher sind unzufrieden mit der Deckung ihres Personalbedarfs.

  • 72 Prozent

    72 Prozent der Fachbereiche sehen sich in der Hauptverantwortung bei der Personalbeschaffung.

  • 58 Prozent

    58 Prozent legen eine Personalstrategie zur Bindung festangestellter Mitarbeiter an.

Doch die Investition rechnet sich: Die gut ausgebildeten Mitarbeiter können auch für andere Aufgaben eingesetzt werden – etwa im Kundenservice. Und sie helfen mit, ständig die Qualität des Produktes zu verbessern. „Das aktuelle Reinigungsverfahren für unsere Geräte wurde durch die Digitalisierer entwickelt und erprobt. Und auch das Druckluft-Verfahren wurde im Zuge des Lärmschutzes verbessert“, erklärt Firmengründer Herrmann.

Den größten Vorteil kann er direkt an seine Kunden weitergeben: "Wir haben standardisierte Abläufe geschaffen und können dadurch ein sehr preisgünstiges Angebot halten", sagt Herrmann.

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