Kommunikation: Dax-Konzerne verschweigen Personalthemen

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Kommunikation: Dax-Konzerne verschweigen Personalthemen

Die meisten Dax-30-Unternehmen haben großen Nachholbedarf, wenn es um die Kommunikation von Personalthemen geht. Sie verschenken Möglichkeiten, sich als attraktiver Arbeitgeber zu präsentieren, wie eine Studie zeigt.

Die 30 Dax-Konzerne informieren die Öffentlichkeit nur mangelhaft über Personalthemen. Die Berichte betreffen im allgemeinen nur die Personalpolitik der Unternehmen und seien sehr nüchtern und faktenorientiert, zeigt eine Studie der Prüfungs-und Beratungsgesellschaft Ernst & Young. Im Mittelpunkt stünden dann Effizienz und Personalkosten.

"Gerade wegen des sich zuspitzenden Talentemangels auf dem Arbeitsmarkt ist jedoch eine zielgruppenspezifische und einheitliche Arbeitgeberkommunikation wichtiger und lohnender denn je", sagt Nelson Taapken von Ernst & Young. Er schlägt zu diesem Zweck einen speziellen Personalbericht als Kommunikationsinstrument vor, "um die gesamte Breite und Vielfalt der Personalthemen des jeweiligen Unternehmens darzustellen und speziell die Zielgruppe der potenziellen Bewerber zu adressieren."

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Von allen Unternehmen werde der gesetzlich vorgeschriebene Jahresbericht genutzt, um über die Personalarbeit zu informieren – mehr aber häufig nicht. Das Thema Personal kommt nur am Rande vor, etwa in Bezug auf die Vergütung, demografische Daten, Angaben zur Fluktuation und den Anteil von Frauen im Unternehmen. Nur in Einzelfällen gehen die Unternehmen auf spezifische Themengebiete innerhalb des Personalbereichs zum Beispiel auf Diversity ein. Meist biete der Bericht nur eine Gesamtübersicht der Personalprogramme des Unternehmens, in denen jeweils die Ziele, Inhalte und teilweise auch Ergebnisse dargestellt werden. "Mitarbeiter und potenzielle Kandidaten sind also nicht mehr als  abstrakte Größen", sagt Taapken. Die Unternehmen hätten zwar inzwischen eingesehen, dass die richtigen Mitarbeiter für den Erfolg entscheidend seien, aber als Zielgruppe für einen eigenen Bericht haben sie sie offenbar noch nicht erkannt.

Lediglich drei Unternehmen veröffentlichen einen gesonderten Personalbericht, der dann speziell von der Personalabteilung veröffentlicht wird. Ein Teil des Berichts widmet sich der Personalstrategie und der Humanressource-Organisation. Mehr als 80 Prozent der Dax-30-Unternehmen veröffentlicht neben dem Jahresbericht zusätzlich einen CSR- bzw. Nachhaltigkeitsbericht. Darin werden dann Themen besprochen, die ansonsten fehlen, nämlich die Altersstruktur der Arbeiter, der Frauenanteil und Arbeitssicherheit.

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Die Studie kritisiert, dass das Potential für Employer Branding und die Kommunikation mit potentiellen Kandidaten kaum genutzt wird: Weder die Jahresberichte noch die CSR- und Personalberichte spiegeln die Interessen und die Perspektive dieser Zielgruppe wider. Solche Informationen sind aber auf den Karriere-Websites der Konzerne zu finden: "Individuelle Erfolge oder herausragender Beispiele werden fast nie angeführt. Hier handeln die Unternehmen schlicht fahrlässig: Denn die Personalbereiche sind gefordert, sich insgesamt überzeugender zu präsentieren und konsistent nach außen zu kommunizieren", sagt Taapken. In eigenen Personalberichten könne man eine Grundbotschaft definieren und ausformulieren. Diese könne dann für Karriere-Webseiten, aber auch allgemeine Publikationen zu Einzelthemen angepasst und weiter verwendet werden.

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