Lord David Owen: Was können Kontrolleure tun?

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Lord David Owen: „Jeder hat das Potenzial zum Größenwahn“

Was können Kontrolleure tun?

Was können Kontrolleure in Unternehmen tun?
Da sowohl die Anteilseigner als auch die Angestellten ein Interesse daran haben, einen ausgeglichenen und vernünftigen CEO im Unternehmen zu haben, sollten sie ihn genau im Auge behalten. Ich bin daher der festen Überzeugung, dass jede an der Börse notierte Firma alle fünf Jahre ihren Vorstand einer Prüfung unterziehen sollte.

Der Chef würde also nicht nur an den Unternehmensergebnissen, sondern auch an seiner Persönlichkeit gemessen?
Ja, und ich bin dafür, dass das zum absoluten Standard wird. Denn wenn es eine ganz alltägliche Praxis wird, dann ist es auch nie persönlich begründet und die Betroffenen haben keinen Grund, defensiv zu agieren. Denn man muss ja auch sagen: Die Auswahlverfahren für CEOs sind oft ziemlich aufwändig.

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„Eine krankhafte Persönlichkeitsstruktur kommt in Chefetagen häufig vor.“ Theodor Itten, Psychotherapeut und Buchautor („Größenwahn“). Quelle: Illustration: Miriam Migliazzi & Mart Klein

Viele talentierte Menschen sind als Ratgeber dabei, es wird sehr objektiv entschieden, ob etwa ein Kandidat von außen oder aus dem Unternehmen ernannt wird. Deshalb sollte man glauben, dass die meisten Vorstände, die später unter Selbstüberschätzung bis hin zum Größenwahn leiden, irgendwann einmal normal waren, als man sie ausgewählt hat.

Und wie würde man herausfinden, ob jemand nicht mehr „normal“ ist?
Der Aufsichtsrat müsste sich externe Hilfe besorgen und dann mit dem Vorstand und Mitarbeitern sprechen. Die Unterstützung von außen ist wichtig, denn innerhalb einer Organisation gibt es immer Leute, die sich nicht trauen, die Wahrheit über ihre Chefs zu sagen, weil sie Angst vor Bestrafung haben. Gegenüber Externen sind sie viel offener.

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Und was tut man mit einem größenwahnsinnigen Chef?
Manchmal können Mentoring, Beratungsgespräche oder eine Art Therapie ausreichen. Gerade jungen Führungskräften, die noch am Anfang in ihrer Karriere sind, kann man so helfen. Manchmal muss man aber auch erkennen, dass ein Vorstand gehen muss – das ist vor allem Aufgabe des Aufsichtsrates.

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Hat die Hybris nicht auch gute Seiten?
Gerade in der Geschäftswelt wollen wir natürlich nicht nur glatte, nüchterne Typen, die nicht in der Lage sind, auch mal Risiken einzugehen. So entstehen keine guten Ideen. Wir brauchen Menschen, die auch mal an die Grenzen gehen und instinktiv Risiken eingehen. Es ist nur die Frage, wie man sich das zu Nutze macht.

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