Management: Mehr Weitblick

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Manager sollten so viel Welt als möglich erkennen und möglichst eng mit sich verbinden.

von Manfred Engeser

Marketing, das sich ein Beispiel an einer Fußballtrainer-Legende nimmt. Kunden, die Ideen für neue Produkte und frisches Design liefern. Unternehmenskontrolleure, die mit Sorge Richtung Brüssel schauen. Und Manager, die auf Humboldt statt nur auf Fakten setzen: welche Herausforderungen 2012 auf Top-Manager warten.

Management-Audit und Führungsdiagnostik, kognitive Verhaltensmodifikation und modulares Leadership-Programm, Business Schools und Corporate Universities: sinnvolle Terminologie oder pseudowissenschaftliches Blendwerk? Nichts gegen die Verwendung von Fremdwörtern oder Anglizismen – „allerdings muss man Fremdwörter nicht gerade dort gebrauchen, wo es nicht notwendig ist“, sagte zu Recht schon der österreichische Publizist Karl Kraus. „Man muss nicht unbedingt von Crétins sprechen, wo man es mit Trotteln zu tun hat.“

So berechtigt die Kritik an den genannten Begriffen sein mag – unbestritten ist der Bedarf an intelligenten Konzepten und Maßnahmen zur Weiter-Bildung auch gestandener Manager. Also die Notwendigkeit, nicht nur das konkrete Fachwissen der Manager zu stärken. Sondern mindestens genauso darauf zu achten, ihr Bewusstsein für die gesellschaftliche Funktion und Verantwortung des Managements nicht zu vernachlässigen.

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Etikettenschwindel

Von einer angemessenen Berücksichtigung des zweiten Aspekts kann jedoch keine Rede sein. Im Gegenteil: Die einseitige Ausrichtung auf die unmittelbare unternehmensspezifische Verwertbarkeit bei nahezu allen gegenwärtigen Management-Development-Konzepten lässt Weiterbildung und Entwicklung zu Etikettenschwindel verkommen.

Genau das aber führt zu groben Missverständnissen – so wie die Fehlinterpretation des römischen Philosophen Juvenal, der vor knapp 2000 Jahren seinen Mitbürgern empfahl: „Man sollte darum beten, dass in einem gesunden Körper ein gesunder Geist sei.“ Juvenals Aussage, verkürzt auf das „mens sana in corpore sano“, muss regelmäßig herhalten als Erklärung für den hohen Stellenwert von Sportarten jeder Art. Um „den Kopf frei zu kriegen“, wird gegolft und gerannt, werden Gewichte gestemmt und Bogen gespannt.

Sicher ein wichtiger Ausgleich für angespannte Manager, doch der zitierte freie Kopf füllt sich nicht automatisch mit einem gesunden Geist – auch dann nicht, wenn dieser Kopf in einem gesunden Körper zu Hause ist.

Ein anderes Zauberwort zur Horizonterweiterung des Managers heißt Corporate Universities, die Unternehmen oft gemeinsam mit Business Schools betreiben. Deren Lehrpläne sind meist ebenfalls sehr unternehmensspezifisch ausgerichtet und damit nichts anderes als die verlängerte Werkbank eines Trainings, das sich auf die Bedürfnisse des Tagesgeschäfts beschränkt.

Die Frage aber ist erlaubt, ob dieses zur Charakterbildungerten der Bestand unserer Gesellschaft in entscheidendem Maße abhängig ist“, wie der Management-Denker Peter Drucker sein Leben lang betonte. einer Elite ausreicht, von deren „Leistung, Kompetenz, Ernsthaftigkeit und Werten der Bestand unserer Gesellschaft in entscheidendem Maße abhängig ist“, wie der Management-Denker Peter Drucker sein Leben lang betonte.

Diese Entwicklung hielt Drucker schon immer für bedenklich, da „die Gefahr besteht, dass durch die mangelnde Berücksichtigung der Geisteswissenschaften bei der Manager-Entwicklung unsere Gesellschaft vor allem trainierte Barbaren hervorbringen wird“.

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