ManagementCup: Bei Wirtschaftsspielen winkt doppelter Gewinn

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ManagementCup: Bei Wirtschaftsspielen winkt doppelter Gewinn

Heute startet der ManagementCup der WirtschaftsWoche. Einer der Entwickler des Wirtschaftsplanspieles erklärt, was die entscheidenden Erfolgsfaktoren sind.

Von Kindern kann man lernen, wie man am besten lernt: Durch Spielen. Denn wenn sie frei spielen, simulieren sie die Erwachsenen-Realität: „Ich wäre jetzt die Braut und du der Bräutigam.“ Ganz nebenbei und ohne Lehrbuch lernen Kinder dadurch die Welt ihres zukünftigen Erwachsenenlebens kennen, indem sie sie schon mal durchspielen. Die gespielte Hochzeit oder der "Einkauf" im Spielkaufladen vermitteln Erfahrungen für das spätere "wahre Leben" – ohne Verantwortung und Folgen. Das ist das Schöne am Spiel: Man kann man Fehler machen, um sie im wahren Leben zu vermeiden. Und das ist auch der Sinn und Zweck von Planspielen, die mittlerweile in vielen Unternehmen ein etablierter Teil der Entwicklung von Führungskräften sind.

Sie sind der Chef! - Infos zum Management-Cup 2013

  • Die Story

    Wir schreiben das Jahr 2020. Energie ist teuer geworden und noch immer nehmen die weltweiten CO2-Emissionen zu. Ihr Solar-Startup wurde als Profit Center an einen Konzern angegliedert. Sie besitzen die Vermarktungsrechte einer neuartigen Fotovoltaik-Technologie, den sogenannten organischen Solarzellen. Diese können umweltfreundlichen Sonnenstrom preiswert und überall verfügbar machen. Nun steht der Schritt vom Labor ins Massengeschäft an – und von Ihrem Geschick hängt es ab, ob die Solar-Revolution gelingen wird.

  • Der Spielverlauf

    Der Wettbewerb ist in drei Runden aufgeteilt. Nach jeder Runde werden drei Wochen gespielt, in denen die besten Spieler ermittelt werden. Wer als Manager die richtigen Entscheidungen getroffen hat, darf sich über einen der Hauptpreise freuen. In jeder Runde werden die Teilnehmer vor neue Herausforderungen gestellt und müssen als Manager die Entscheidungen für das eigene Unternehmen treffen.

  • Das erste Jahr (Runde 1)

    Die erste Runde beginnt für alle registrierten Teilnehmer am 2. Oktober 2013. Dabei wird die Kontrolle über ein Profit Center eines Herstellers von organischen Solarzellen im ersten (simulierten) Geschäftsjahr übernommen. Die Spieler treffen für jedes der vier Quartale eigene Entscheidungen, um die Geschicke des Unternehmens zu lenken. Am Ende des simulierten Jahres wird ein finaler Highscore errechnet. Die Teilnehmer können pro Woche alle vier Quartale einmal durchspielen und haben so jede Woche die Möglichkeit ihren Highscore zu verbessern.

  • Das zweite Jahr (Runde 2)

    Am 23. Oktober starten alle Teilnehmer “das zweite Jahr“. Der Einstieg ab Runde zwei ist noch möglich, jedoch sind die Anforderungen natürlich spürbar höher. Es wird das zweite Geschäftsjahr simuliert und die Spieler erhalten wieder drei Wochen Zeit, um ihren Highscore für das zweite Jahr zu optimieren. Nach dieser Zeit wird wieder ein Gesamtranking erstellt und da ist Können gefragt, denn nur die Besten kommen weiter. Für die restlichen 30 Prozent ist hier leider Schluss.

  • Die Zukunft (Runde 3)

    Das große Finale des ManagementCup 2013 läuft über einen Zeitraum von drei Wochen und beginnt am 13. November 2013. In der Finalrunde simulieren Teilnehmer insgesamt drei Geschäftsjahre des Unternehmens und haben genau einen Versuch einen guten Highscore zu erspielen. Aufgrund der steigenden Spielkomplexität haben die Spieler jeweils eine Woche Zeit, um ihre Entscheidungen für ein ganzes Geschäftsjahr abzugeben.

  • Preise

    Am Ende jeder Runde erhalten die drei Teilnehmer mit den besten Highscores einen Preis. Jede Woche wird zusätzlich die höchste erreichte Highscore mit einem weiteren Preis belohnt.

    Ausschlaggebend für die Vergabe der Preise ist das offizielle Ranking, das jeweils am Mittwoch um 12:00 Uhr nach dem Ende einer Runde bzw. Woche veröffentlicht wird. Gegen die Teilnahmebedingungen verstoßende Spieler werden von den Rankings ausgeschlossen und haben keinen Anspruch auf Preise.

Wirtschaftssimulationen wie der heute beginnende ManagementCup der WirtschaftsWoche (Anmeldungen sind noch möglich!) haben einen kriegerischen Ursprung: Die preußische Armee begann im 19. Jahrhundert damit, ihre Offiziere mit dem „taktischen Kriegsspiel“, das der Baron von Reiswitz 1824 entwickelte, auszubilden. Das war einer der Gründe für die Überlegenheit des preußisch-deutschen Militärs. Auch heute gehören Simulationsspiele – am sprichwörtlichen „Sandkasten“ und vor allem per Computer – zur Ausbildung militärischer Führer. Ihren Weg in die Wirtschaft fand die Idee der Planspiele nach dem zweiten Weltkrieg in den USA. Ein Grund dafür: Viele ehemalige Offiziere machten nun in Unternehmen Karriere und versuchten, die Möglichkeiten von militärischen Simulationen auf die Wirtschaft zu übertragen. Ab den 1980er Jahren entstand ein Markt von Anbietern computergestützter Wirtschaftsplanspiele, die mittlerweile in vielen Unternehmen ein etablierter Teil der Entwicklung von Führungskräften sind.  

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Worauf kommt es beim Planspiel an?

Die Teilnehmer eines Business-Planspiels übernehmen – oft als Team – die Rolle von Managern eines virtuellen Unternehmens und konkurrieren mit fiktiven Unternehmen in einem simulierten Markt. Definierte Regeln legen fest, welche Entscheidungen die Teilnehmer treffen können und wie sich die Entscheidungen auf ihre Situation auswirken. Dadurch entsteht aus der fiktiven Umwelt ein dynamisches Modell, in und mit dem die Teilnehmer interagieren können. Die Qualität der Spieles hängt davon ab, wie realitätsnah es die Folgen der Spielerentscheidungen abbildet. Im besten Fall lernen die Spieler dadurch nicht nur die Zusammenhänge in einem Unternehmen kennen, sondern gewinnen auch ein Gespür für die entscheidenden Faktoren des Erfolgs.

Management-Cup 2012 24-Jähriger setzt sich als Top-Manager durch

Mehr als 9000 Teilnehmer haben beim Planspiel der WirtschaftsWoche über Wochen ihre Unternehmerfähigkeiten unter Beweis gestellt. Alexander Hofmann hat sich mit seiner Idee durchgesetzt.

Durchgestartet: Alexander Hofmann gewann beim ManagementCup einen Audi A3 Quelle: Simon Koy für WirtschaftsWoche

Worauf kommt es beim Management-Cup für Teilnehmer an? Dominik Maier, Principal Consultant bei Tata Interactive Systems, der Firma, die den ManagementCup gemeinsam mit der WirtschaftsWoche ausrichtet, rät: „Jeder Teilnehmer sollte am Anfang vor allem versuchen, das simulierte Startup-Unternehmen, den Markt und die Kunden, sowie die Konkurrenz so gut wie möglich kennen zu lernen.“ Die Leitfragen müssen sein: „Was machen wir, womit verdienen wir Geld? Warum sind unsere Konkurrenten erfolgreich? Was sind die Trends am Markt, was wollen die Kunden? Welches unternehmerische Risiko bin ich bereit einzugehen? Und was erwartet das Topmanagement von mir?“ 

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Alle für das Spiel notwendigen Informationen über das eigene Unternehmen, den Markt, Trends, wirtschaftliche Zyklen und makroökonomische Begleitumstände liefert die Simulation selbst. Dazu dienen vor allem die simulierten Unternehmensberichte und die Wirtschaftsnachrichten. Der Spieler agiert in einer „virtuellen Welt“ und schlüpft in die Rolle eines Managers im Jahr 2020. Dennoch ist es natürlich durchaus nützlich, sich im Vorhinein und während des Spiels Informationen aus der realen Welt zu verschaffen, denn das Spiel stellt natürlich ein tatsächlich mögliches Zukunftsszenario dar.

Theoretische Kenntnisse - zum Beispiel aus einem Ökonomiestudium - oder praktische Erfahrungen aus dem echten Wirtschaftsleben sind keine Teilnahmebedingungen, dürften die Erfolgschancen jedoch befördern. Der Gesamtsieger des Vorjahres, der 25-jährige Alexander Hofmann, ist Groß- und Außenhandelskaufmann.

Natürlich kann kein Spiel den Erfolgsdruck des real existierenden Unternehmertums erzeugen. Dennoch: „Unsere Gespräche nach dem ManagementCup des vergangenen Jahres zeigen, dass die Teilnehmer sehr tief in ihre Rolle geschlüpft sind", sagt Maier. "Sie haben die unternehmerischen Risiken der Simulation fast als real wahrgenommen. Schließlich geht es ja auch um ganz reale Preise, die man gewinnen kann.“

Ein Verlust droht dem Spieler im Gegensatz zum echten Unternehmer nicht. Dafür kann er doppelt gewinnen. An Erfahrung oder ganz konkret einen der von der WiWo ausgeschriebenen Gewinne – im besten Fall einen Volvo V40. Der Einsatz dafür ist ein wenig Zeit. „Mindestens eine Stunde pro Spielzug, also pro Woche, sollte man sich am Anfang Zeit nehmen, um alle Informationen zu verarbeiten und Entscheidungen zu treffen. Im vergangenen Jahr haben sich die Mitspieler im Durchschnitt zwei bis zweieinhalb Stunden pro gespielter Runde mit dem ManagementCup befasst“, berichtet Maier.

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