Bild: APSupervisor (Leiter/Aufseher)
Er übernimmt gerne Führungsverantwortung und erwartet von seinem Team, dass jeder Einzelne genauso ernsthaft und regelkonform arbeitet wie er selbst. Er führt streng und duldet keine Meinungen neben der seinen. In Leitungsfunktionen von hierarchisch strukturierten Unternehmen fühlt er sich besonders wohl.
Bild: dpaInspector (Prüfer)
Zuverlässig, ehrlich, traditionell – das beschreibt den Prüfer. Am liebsten arbeitet er mit Zahlen und Tabellen. In der Verwaltung oder der Qualitätskontrolle fühlt er sich zu Hause. Er erledigt seine Aufgaben gewissenhaft, für innovative Ideen ist er nicht gerade bekannt.
Bild: dpaProvider (Versorger)
Seine Mitmenschen sind ihm das Wichtigste. Er ist ein Kümmerer und deshalb besonders gut in sozialen Einrichtungen aufgehoben. Er geht offen auf andere Menschen zu und besitzt dabei eine gehörige Portion Einfühlungsvermögen. Seine Sensibilität kann ihm aber auch im Weg stehen, da er selbst leicht verletzlich ist und Kritik nur schwierig erträgt.
Bild: REUTERSProtector (Beschützer)
Auch er ist ein Menschenfreund, will andere beraten und unterstützen. Allerdings ist er gegenüber Fremden wesentlich zurückhaltender als der Versorger. Bei der Arbeitsverteilung tut er sich schwer, Aufgaben zu delegieren und erledigt deshalb oftmals selbst, was andere nicht machen wollen. Eine Position mit Macht bleibt ihnen deshalb meist verwehrt. Sie fühlen sich insbesondere auf Stabs- oder Assistenzstellen wohl.
Bild: REUTERSPromoter (Antreiber)
Der Antreiber ist ein Mann beziehungsweise eine Frau der Tat. Packt er etwas an, folgen bald Ergebnisse. Er ist ein geschickter Kommunikator und Entertainer, der es schnell schafft, Menschen von seinen Konzepten zu überzeugen und für sich einzuspannen. Im Außendienst oder auch im Veränderungsmanagement ist der Promoter am besten aufgehoben.
Bild: dapdCrafter (Handwerker)
Er zeichnet sich dadurch aus, dass er Meister seines Werkzeugs ist. Sein Arbeitsgerät kann dabei alles Mögliche vom Lötkolben, über den Pinsel, bis hin zum Skalpell sein. Der Handwerker kann ohne Scheu auf Menschen zugehen, spannt sie aber nicht für eigene Zwecke ein. Er begeistert sich für komplexe technische Probleme und löst diese gerne im Team mit anderen. Seine Aufgaben liegen deshalb meist im technischen Bereich.
Bild: APPerformer (Unterhalter)
Der Unterhalter sieht die ganze Welt als riesige Bühne. Seine Ausstrahlung und seine Rhetorikkünste machen es ihm leicht, andere Menschen zu unterhalten. Er fühlt sich in Teams wohl, die er durch seine Art motivieren kann. Insbesondere Kreativbranchen passen zu ihm.
Bild: dpa/dpawebComposer (Komponist)
Dieser Charakter ist ein Meister der Künste im eigentlichen Sinne. Ob Autor, Filmemacher oder Art Director – die Kreativen der Wirtschaft sind oftmals diesem Charaktertyp zuzuordnen. Als Führungspersönlichkeiten sind sie dickköpfig und wollen stets ihren Willen durchsetzen. Ein Künstler lässt sich eben nicht reinreden.
Bild: dpaTeacher (Lehrer)
Sie sind stets auf der Suche nach dem Potential der anderen. Sie zu fördern und ihnen etwas beizubringen, ist seine Aufgabe. Er ist bei seinen Mitmenschen beliebt und auf ein harmonisches Miteinander bedacht. Leitende Positionen in Hochschulen oder der Weiterbildung von Unternehmen – zum Beispiel in der Managemententwicklung – passen zu ihm.
Bild: dapdCounselor (Berater)
Der Berater ist ein Teamplayer, der gerne Aufgaben mit anderen gemeinsam löst. Im Zweifelsfall kann er aber auch Entscheidungen treffen. Seine enorme Sensibilität für die Bedürfnisse und Gefühle seiner Mitmenschen, verschafft ihm oftmals einen Wissensvorsprung gegenüber anderen. Dieser Managementtyp ist aufgrund seines Einfühlungsvermögens für schwierige Projekte, bei denen es einerseits um Kooperation, aber andererseits auch um Entscheidungsstärke geht, eine gute Besetzung. Als Projektmanager fühlt er sich wohl. Fühlt er sich unfair behandelt, kann er schnell beleidigt reagieren.
Supervisor (Leiter/Aufseher)
Er übernimmt gerne Führungsverantwortung und erwartet von seinem Team, dass jeder Einzelne genauso ernsthaft und regelkonform arbeitet wie er selbst. Er führt streng und duldet keine Meinungen neben der seinen. In Leitungsfunktionen von hierarchisch strukturierten Unternehmen fühlt er sich besonders wohl.
Herr Schauf, heutzutage soll ein Manager im Team arbeiten können, ein Organisationstalent sein und am besten noch vor Kreativität sprühen. Zeichnet das Ihrer Meinung nach einen guten Manager aus?
Schauf: Nein, auch wenn es gewünscht ist – so eine eierlegende Wollmilchsau gibt es nicht bei Führungspersönlichkeiten. Ich kann aus einem Kreativen keinen Top-Projektmanager machen. Manager sollten ihre Stärken ausbauen und nicht zu viel Zeit darauf verwenden, ihre Schwächen auszugleichen. Das wird in Unternehmen häufig falsch gemacht.
Sie arbeiten mit einem Verfahren, das Abhilfe schaffen soll. Wie funktioniert das?
Es basiert vor allem auf einem Modell, das der amerikanische Psychologe David Keirsey entwickelt hat. Er unterscheidet grundsätzlich vier Managertypen: den Beschützer, den Künstler, den Rationalisten und den Idealisten. Jeder weiß nach dem Test, welchem Typ er am ehesten entspricht, welche Aufgaben ihm liegen und welche eher nicht.

Zum Beispiel?
Prozessplanung etwa ist eher was für Rationalisten, Künstlern liegt das weniger. Die wollen sich nicht hinsetzen und eine Woche lang ein Projekt planen.
Ach …
Klingt vielleicht banal. Aber ich höre einfach sehr oft: Oh ja, das hasse ich auch. Aber ich muss es immer machen.
Welchen Ausweg empfehlen Sie?
Auch wenn es im Unternehmen erwünscht ist super zu planen, gibt es trotzdem Leute, denen das nicht liegt. Wenn jemand größtenteils Dinge erledigen muss, die ihm nicht liegen oder keinen Spaß machen, ist es der falsche Job. Eigentlich muss jeder erst gucken, welcher Typ er ist und dann, welcher Job zu ihm passt. Ein Künstler ist einfach nicht der Typ, der im Außendienst die Akquise macht. Er sollte mit seinem kreativen Potential lieber Projektideen entwickeln.
Dass jeder den ganzen Tag nur das macht, wozu er hundertprozentig Lust hat, ist doch illusorisch. Richtig, irgendwann kommt in jedem Job der Punkt, wo man sich über sein Naturell hinwegsetzen muss. Ich hatte mal jemandem im Coaching, der hat gesagt: Ich hasse Menschen. Ich habe ihm geraten nicht authentisch zu sein und bei den Menschen den Anschein zu erwecken, dass er sich für sie interessiert – sonst hätte er kaum eine Chance auf eine Führungsposition gehabt. Auch wenn du ein Schwein bist, musst du effektiv führen können.
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